26. April 2018, 16:10 Uhr

Oberliga-Hit

HSG Wetzlar U23 vor Meisterstück?

Die SG Kleenheim fordert die HSG Wetzlar U 23 heraus. Vielleicht ein letztes Mal. Triumphiert der Bundesliga-Nachwuchs am Freitag im Topspiel, gelänge der Aufstieg in die 3. Handball-Liga.
26. April 2018, 16:10 Uhr
Jens Elsner (ras)

HSG Wetzlar


Mit der SG Kleenheim und der HSG Wetzlar U 23 stehen sich am Freitag (20 Uhr) in der Handball-Oberliga die beiden Mannschaften gegenüber, die über weite Strecken den Alleinunterhalter an der Spitze spielten und nun den Titel unter sich ausmachen. Dabei ist die Ausgangslage für die Wetzlarer ungleich günstiger. Die Mannschaft steht nicht nur punktemäßig besser da (42:6 gegenüber 36:10 der SGK), sondern genießt im letzten Saisonspiel gegen Babenhausen Heimrecht, während die SGK am kommenden Montag im Wiederholungsspiel bei der HSG Pohlheim anzutreten hat und am darauffolgenden Wochenende beim TV Kirchzell auflaufen wird.

Warum sind beide Mannschaften so stark? Thomas Weber, der im Laufe der Saison Andreas Klimpkes Platz auf der Trainerbank eingenommen hat, sieht das große Plus seiner Schützlinge neben deren handballerischen Qualitäten in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Das schlägt sich auch in der vergleichsweise geringen Anzahl an Gegentreffern nieder. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass die Wetzlarer in Till Klimpke einen Schlussmann mit angehendem Bundesligaformat in ihren Reihen haben. Doch auf der Torhüterposition sind die Kleenheimer ebenfalls überdurchschnittlich, für die Oberliga sogar außergewöhnlich gut besetzt. Durch Jens Elsner, der u. a. in Hüttenberg und Groß-Umstadt höherklassig aktiv war. Während bei Wetzlar die Geschlossenheit hervorgehoben wird, nennt Kleenheims Trainer Johannes Wohlrab immer wieder »Emotionalität und Teamgeist«, die seine Mannschaft auszeichnen.

Dem stimmen mit Julian Reusch und Jens Elsner zwei erfahrene Spieler in der Mannschaft uneingeschränkt zu. Die Erklärung ist ganz einfach: Die Bindung zum Verein ist außergewöhnlich eng. So hat Julian Reusch in der SG Kleenheim das Handball-Abc gelernt, das auch als Trainer an den Nachwuchs weitergegeben. Einige der Spieler, die er in der Jugend E unter seinen Fittichen hatte, sind jetzt seine Teamkollegen. »Wir geben nicht 100 Prozent, wir gehen noch zehn Prozent drüber«, stellt der Rückraumspieler fest. »Ich spiele seit sechs Jahren mit denselben Leuten«, ergänzt Torhüter Jens Elsner, der als Butzbacher als Einheimischer angesehen wird. »Es ist ein gut geführter Verein. Jeder kennt sich, jeder weiß, was er an dem anderen hat.«

Auf der einen Seite also das »Familienunternehmen« Glaum, Köhler, Reusch und Co., auf der anderen Seite die HSG Wetzlar, ein professionell geführter Klub, dessen Strukturen ganz anderen Zielen untergeordnet sind. Fester Bestandteil ist auch die U 23-Mannschaft, die vor einem Jahr den Sprung in die 3. Liga knapp verpasst hat, diesmal aber das Ziel erreichen möchte. »Wir haben in der Rückrunde bisher alle Spiele gewonnen«, stellt Marvin Lindenstruth fest. Der Kreisspieler war allerdings nicht mehr dabei. Eine Adduktorenverletzung, zugezogen im letzten Vorrundenspiel bei RW Babenhausen, hatte eine Zwangspause für den weiteren Saisonverlauf zur Folge. Lindenstruth ist zuversichtlich, zur Saisonvorbereitung im Juni aber wieder einsatzbereit zu sein.

In Oberkleen treffen zwei auch unterschiedliche Systeme aufeinander. Die Wetzlarer bevorzugen eine offensive 3:2:1-Deckung. »Wir unterbinden so das gegnerische Spiel und zwingen den Gegner zu Fehlern«, erläutert Rückraumspieler Tim Weber. Die Folge: schnelle und damit einfache Tore. Eine 6:0-Deckung praktizieren die Kleenheimer. »Wir haben mit Jörg Müller und Christian Keil zwei starke Leute im Mittelblock«, berichtet der Noch-Junggeselle Julian Reusch, der, wie er sagt, eine schwierige Saison hinter sich hat, denn er hatte das Traineramt bei den Frauen übernommen. Nur gut, dass sich sein Arbeitsplatz direkt gegenüber der Weidighalle befindet: »24 Schritte von der einen Tür zur anderen.«

Mit Fabian Höpfner und Dennis Köhler verfügt die SGK über zwei schnelle Spieler, die die Gegenstöße nutzen können. Tempogegenstöße sind also Waffen, mit denen beide bislang erfolgreich waren. Und diese werden auch am Freitag eine Rolle spielen.

Wetzlars Weber freut sich auf das Spiel: »Es ist schön, dass wir gegen Kleenheim die Meisterschaft fix machen können. Das ist besser, als wenn wir auf dem Sofa Meister geworden wären.« Auch Jens Elsner hat eine gewisse Erwartungshaltung für die morgige Partie: »Ich freue mich auf ein geiles Handballspiel gegen eine richtig, richtig gute Mannschaft.« Überraschungen erwartet Elsner nicht: »Wir haben so oft gegeneinander gespielt, sodass wir uns alle sehr gut kennen.«

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