08. Mai 2018, 06:40 Uhr

Handball

HSG-Trainer Wandschneider: »Einige waren völlig weg«

Am Donnerstag geht es in der Bundesliga schon wieder gegen die Füchse Berlin (19 Uhr). Am Pokal-Debakel von Hamburg haben die Handballer der HSG Wetzlar aber noch einige Zeit zu knabbern.
08. Mai 2018, 06:40 Uhr
Mund abwischen, weiter geht’s: Anton Lindskog und die HSG Wetzlar müssen ihren Final-Four-Auftritt als wichtige Erfahrung abspeichern. (Foto: Bergmann)

HSG Wetzlar


Der Videobeweis war beim DHB-Pokal-Final Four erstmals zugelassen, musste bei der krassen Unterlegenheit des SC Magdeburg und der HSG Wetzlar in den Halbfinalduellen gegen Rhein-Neckar Löwen (24:31) und TSV Hannover-Burgdorf (19:24) aber nicht einmal herangezogen werden.

Als das Team der HSG Wetzlar Sonntagabend kurz vor Mitternacht ins Mittelhessische zurückkehrte, befand sich ein Großteil der Spieler noch immer in Schockstarre. »Ich habe uns noch nie so schlecht gesehen wie in den ersten 30 Minuten«, gab Linksaußen Maximilian Holst zu. 17 Jahre hatte man bei den Grün-Weißen auf die dritte Final Four-Teilnahme warten müssen, doch ausgerechnet in der 20. Bundesliga-Saison geriet der eigene Auftritt vor 13 200 Zuschauern in der beeindruckenden Barclaycard-Arena und vor den Sky-Bildschirmen mächtig daneben.

»Die Jungs haben jetzt Feuer frei, um ihren Frust zu bewältigen«, hatte Trainer Kai Wandschneider noch im Anschluss an die Pressekonferenz für den späten Samstagabend angekündigt. Aber auch diese Maßnahme dürfte nur vorübergehend Linderung gebracht haben. »Es war grausig mit anzuschauen«, meinte Kapitän Nikolai Weber, der mit seinen insgesamt neun Paraden im zweiten Abschnitt sogar noch Schlimmeres verhindert hatte. »Wir haben unseren Saisonhöhepunkt gehörig in den Sand gesetzt«, so Nationalspieler Jannik Kohlbacher.

Der Nationalkreisläufer dürfte mit dem Pokal-Halbfinale sein letztes Spiel im Trikot der HSG Wetzlar bestritten haben. Der 22-Jährige schlägt sich seit längerer Zeit mit einer Ellbogenverletzung herum und wird diese Woche nach Absprache der Ärzte in der Sportklinik in Pforzheim operiert. Dann werden zahlreiche freie Gelenkkörper entfernt. »Es geht einfach nicht mehr«, erklärt Kohlbacher. »Ich kann den Ellbogen vielleicht noch zehn Prozent bewegen und die Schmerzen werden nicht weniger. Deshalb muss die Operation jetzt sein. Das war ja auch schon vor einigen Wochen mit unserem Mannschaftsarzt Marco Kettrukat so besprochen. Ich wollte mein Team nicht im Stich lassen und unbedingt auch noch beim Saisonhöhepunkt, dem Final Four, mit dabei sein.« Im Sommer wechselt Kohlbacher dann zum neuen Pokalsieger RN Löwen.

Dass die Wetzlarer Mannschaft angespannter war als üblich, konnte nicht überraschen. Im Teamhotel hatte es kurz vor der Abfahrt noch ein Motivationsvideo gegeben, auf dem u.a. Ivano Balic und Steffen Fäth die Daumen drückten. Vergebens. »Es sind viele ausgeschert hier, einige waren völlig weg«, wirkte selbst Wandschneider noch eine Stunde nach dem Horrorfilm konsterniert, »›Maxi‹ macht in den letzten Wochen nahezu 100 Prozent, heute scheitert er gleich beim ersten Siebenmeter.«

Die Probleme sind nicht neu, traten diesmal aber geballt auf. »Neun Tore vom Kreis sind stark, man sieht aber, dass wir über Rückraum links und rechts nichts zustande gebracht haben. Da muss man schon sagen, dass wir hier gegenüber der Konkurrenz einen Qualitäts- und Erfahrungsnachteil haben«, machte sich der HSG-Coach nichts vor, »die Spieler, die den Unterschied machen, verlieren wir Jahr für Jahr. Ich bin trotzdem überrascht, dass das so heftig kam, diese Nervosität.«

Nur gut, dass man an Himmelfahrt zu Hause gegen die Füchse Berlin wieder ohne Druck als Außenseiter in die Partie gehen kann. Es sei denn, das Pokal-Desaster ist noch zu sehr in den Köpfen drin.

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