21. April 2018, 06:50 Uhr

Interview

»Große Leistung für kleines Geld«

Trainer Adalsteinn Eyjolfsson kehrt Samstag mit Erstbundesligist HC Erlangen zum TV 05/07 Hüttenberg zurück.
21. April 2018, 06:50 Uhr
Aðalsteinn Eyjólfsson hat den TV 05/07 Hüttenberg von der 3. in die 1. Liga geführt und seit Oktober 2017 den HC Erlangen aus dem Bundesliga-Tabellenkeller. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Im Bundesliga-Existenzkampf geht es für den TV 05/07 Hüttenberg heute Abend um 20.30 Uhr in der Gießener Sporthalle Ost gegen den HC Erlangen. Vor über 2000 Zuschauern wird es dabei ein Wiedersehen mit Aufstiegstrainer Adalstein Eyjolfsson geben, mit dem der Traditionsklub von der 3. in die 1. Liga durchmarschierte, der nach internen Differenzen aber im vergangenen Herbst aus seinem Vertrag beim TVH ausstieg und den Cheftrainerpfosten bei den Franken übernahm. Der HC Erlangen befand sich seinerzeit unerwartet im Tabellenkeller und sah die eigenen Saisonziele gefährdet. Mit dem Isländer an der Seitenlinie hat der HCE die Wende geschafft, spätestens nach der 34:28-Überraschung am vergangenen Wochenende gegen TSV Hannover-Burgdorf gibt es kaum noch Zweifel am Ligaerhalt. Im Vorfeld der Partie bei seinem alten Klub hat sich Sportchef Ralf Waldschmidt mit dem 40-Jährigen über seine Zeit beim TVH, die letzten sieben Monate in Erlangen sowie die HC-Perspektiven unterhalten.

Mit 12:44 Punkten hat Ihr ehemaliger Klub, der TV 05/07 Hüttenberg, noch immer alle Chancen auf den Bundesligaerhalt. Haben Sie damit gerechnet?

Eyjolfsson: »Ich war davon überzeugt, dass das Team im Oberhaus in der Lage ist, hier und da zu punkten. Ich denke, der Sieg in Melsungen hat aber nicht nur mich, sondern Hüttenberg selbst überrascht. Im Grunde ist dies aber das Ergebnis einer Entwicklung, weil es eine kluge, eine sehr disziplinierte Mannschaft ist. Die Spieler verfolgen einen Plan und glauben fest an ihn.«

Aber nahezu alle Kontrahenten sind nominell besser besetzt.

Eyjolfsson: »Hier und da fehlt zwar etwas Qualität, das stimmt. Aber das kompensiert die Truppe auf allen Positionen mit einem unglaublichen Willen.«

Dennoch, der Sprung von der 3. in die 1. Liga ist riesig.

Eyjolfsson: »Das war wie ein Treppenlauf, jeder einzelne Spieler und die Mannschaft als Ganzes haben sich Schritt für Schritt nach oben entwickelt. Wir haben hart an den Basics gearbeitet, in der Trainingssteuerung Änderungen vorgenommen. Alle beim TVH bringen für kleines Geld große Leistung.«

Hatten Sie damals einen Plan?

Eyjolfsson: »Hinter dem Werdegang steckt kein Plan. Ich weiß nur, dass es für die Truppe keine Grenzen, kein Limit zu geben scheint. Das ist von der Einstellung her vorbildlich. Und auf dem Feld weiß jeder, was der andere macht.«

Sie haben einst Hüttenberg aus einem Tal geholt und nunmehr mit Erlangen eine Krise bewältigt. Gibt es Parallelen?

Eyjolfsson: »Es ist immer schwierig, ein Team mitten in der Saison zu übernehmen. In Erlangen hat man aber ganz andere Voraussetzungen als in Hüttenberg. Von den Möglichkeiten her sind wir hier noch lange nicht am Ende der Fahnenstange.«

Mit dem Abstieg hat der HC Erlangen aber nichts mehr zu tun. Sie haben das Team erst stabilisiert und fahren nun die Ernte der Arbeit der vergangenen Monate ein.

Eyjolfsson: »Rein rechnerisch benötigen wir noch zwei bis vier Punkte, um ganz sicher zu sein. Dann kam man sagen, das wir unsere Arbeit getan haben.«

In Hüttenberg haben Sie die 3:2:1-Abwehr reanimiert. Wo mussten Sie in Erlangen ansetzen?

Eyjolfsson: »Als Trainer, ob in Eisenach, in Hüttenberg oder hier, gilt es immer, eine Entwicklung in Gang zu setzen, damit sich dann auch die gewünschten Ergebnisse einstellen. Zunächst einmal muss man sehen, was man für personelle Möglichkeiten hat. Es gibt nicht diesen einen Weg, sondern ganz viele unterschiedliche. Wir spielen hier in Erlangen die 6:0-Deckung mittlerweile viel offensiver und haben damit Erfolg. Ohnehin werden die Unterschiede zwischen 6:0, 5:1 und 3:2:1 immer geringer. Entscheidend aber war, dass unsere Verletzungssorgen kleiner geworden sind, mit der Rückkehr von Nikolas Katsigiannis, Nico Büdel und Nikolai Link haben wir uns natürlich stabilisiert, weil wir durch sie eben mehr Qualität auf das Parkett bekommen.«

Zum Abschluss aber noch einmal Klartext. Was dürfen wir heute Abend erwarten?

Eyjolfsson: »Natürlich ist das auch wegen meiner Person eine brisante Partie, hinzu kommt die Hüttenberger Tabellensituation. Beides zusammen macht es richtig spannend. Hüttenberg wird brennen und wir wollen unseren Job machen so gut es geht. Mal sehen, welche Aufgaben uns Hüttenberg stellt.«

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