04. Februar 2018, 21:23 Uhr

Neumanns Tempo-Basketball

Großartiges Wochenende für die Rollis

Der RSV Lahn-Dill reist im März nach Madrid. Der Rollstuhlbasketball-Bundesligist löste am Wochenende beim eigenen Qualifikationsturnier als Rangzweiter das Ticket für das Champions-League-Viertelfinale – im Eiltempo.
04. Februar 2018, 21:23 Uhr
Top-Unterhaltung beim Spiel um den Gruppensieg vor über 1000 Fans: Brian Bell vom RSV Lahn-Dill wird von Mateusz Filipski (l., Galatasaray Istanbul) attackiert, im Hintergrund Thomas Böhme, rechts Özgür Gürbulak. (Foto: ras)

Ein freudestrahlender RSV-Cheftrainer Ralf Neumann. Sein Plan ist aufgegangen. »Es war ein großartiges Wochenende für uns – mit dem Höhepunkt gegen Istanbul. Unser Ziel ist nun, unter die letzten vier Teams in Europa zu kommen«, blickte er auf die »Quali« zurück und bereits nach vorne.

Vom 9. bis 11. März muss sich der RSV Lahn-Dill in Madrid gegen die Konkurrenz (Besiktas Istanbul, Ilan Ramat Gan aus Israel und Gastgeber CD Ilunion Madrid) durchsetzen, um als Erster oder Zweiter dieser Gruppe die Champions-League-Endrunde Anfang Mai in Hamburg zu erreichen. Und Geschäftsführer Andreas Joneck war sich schon nach der Auslosung am späten Samstagabend sicher, dass dies der Fall sein wird.

Die einfachen Korbleger vergeben

RSV Lahn-Dill - Galatasaray Istanbul 57:47 (15:13, 11:17, 8:14, 13:13): »Wir haben den wohl kommenden Champions-League-Sieger auf 57 Punkte gehalten. Das war eine starke Leistung unserer Abwehr. Nicht Galatasaray hat die Partie gewonnen, wir haben sie verloren«, bilanzierte Cheftrainer Ralf Neumann. Der 54-Jährige stand noch unter Strom der spektakulären Partie. Ein Blick in seine Augen verriet, dass er auf seine Mannschaft stolz war. Sie hatte dem haushohen Favoriten vom Bosporus alles abverlangt und den 1000 lautstarken Zuschauern am Samstagnachmittag eine tolle Vorstellung geboten. Andererseits sinnierte Neumann aber auch darüber, dass sich sein Team »irgendwie nicht belohnt« hat. Damit hatte er ebenfalls recht. Da war mehr drin gewesen.

Wären da nicht die zahlreich vergebenen leichten Chancen gewesen. »Die vergebenen Layups haben uns das Genick gebrochen«, fügte er stirnrunzelnd an. Besonders bei der Aufholjagd Mitte des dritten Viertels. Istanbul führte mit 38:28, als der RSV auf das Tempo drückte und in den Hochgeschwindigkeitsbasketball-Modus schaltete.

Nicht belohnt

Kapitän Michael Paye, der Japaner Hiroaki Kozai und der in dieser Partie im RSV-Team überragende Brian Bell vollendeten erfolgreich. Galatasaray begann zu wackeln, doch die von Thomas Böhme und Kozai verlegten Bälle waren Gift für das Bestreben, ergebnismäßig auf Gleichstand zu kommen. Der Verzweiflungswurf von Mateusz Filipski zum 40:34 für Galatasaray war ein Stimmungskiller, und da der bei den Türken stark aufspielende Özgur Gürbulak nachlegte, ging es für den RSV in die falsche Richtung. Diesem Rückstand rollte die Neumann-Truppe bis zum Ende hinterher. »Wir haben einen guten Job gemacht, aber einige Korbleger nicht getroffen«, sagte Bell, der zwar ein Double-Double (28 Punkte, 12 Rebounds) auflegte, aber ebenfalls freistehend scheiterte.

Lahn-Dill: Bell (28/1 Dreier), Paye (6), Böhme (9), Kozai (4), Breuer, Dreimüller, Haller, Huber, Häfeli (n.e.), Kind (n.e.), Köhler (n.e.), Schell (n.e.). / Istanbul: Gurbulak (22/2), Filipski (11), Ar (10), Hawkins (10), Gundogdu (2), Korkmaz (2), Bandura, Cesur, Kinali, Luszynski, Coskun (n.e.).

Fastbreak über Fastbreak

RSV Lahn-Dill – Porto Torres 91:40 (23:15, 14:10, 28:11, 26:4): Keine Zeit zum Taktieren: Der RSV musste gewinnen, um einem Dreiervergleich zu entgehen. Und das Team von Coach Ralf Neumann zeigte von Beginn an, wer Herr im Hause ist. Michael Paye und Co. gaben den Ton an, spielten schnell, schnörkellos – und erfolgreich. Sie warfen die Fastbreak-Maschine an und kamen auch im Setplay durch schöne Ballstafetten zu vielen Punkten. Beim zwischenzeitlichen 65:36 stand nur noch die Höhe des Sieges zur Debatte. – Lahn-Dill: Bell (24), Böhme (21), Kozai (14), Paye (8), Schell (8), Dreimüller (4), Haller (4), Köhler (4), Häfeli (2), Kind (2), Breuer, Huber. / Porto Torres: Gharibloo (18), Munn (16), Falchi (2), Haidari (2), Puccioni (2), Bucinskas, Canu, Elia, Ion.

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