22. August 2018, 17:01 Uhr

Griebel und Schwedt sorgen für Aufsehen

22. August 2018, 17:01 Uhr
Roman Schwedt wird im Hungener Peugeot 2018 T16 drittbester Deutscher. (Foto: awp)

Der Bostalsee im Saarland verwandelt sich einmal im Jahr von einem idyllischen Badesee in das Mekka des Rallyesports. Denn immer im August kämpfen die besten Rallyepiloten der Welt bei der ADAC-Rallye Deutschland um Weltmeisterschaftspunkte. Bereits im letzten Jahr ist der Tross von Trier ins Saarland umgezogen, und auch der Großteil der Wertungsprüfungen befindet sich mit Ausnahme von zwei Prüfungen in der Region zwischen St. Wendel und Baumholder.

Den Auftakt bildete am Donnerstagabend ein Stadtrundkurs in St. Wendel. Am Freitag wurden sechs WP gefahren, unter anderem mit den Prüfungen in den Mosel Weinbergen. Der Samstag wird neben zwei weiteren Prüfungen von der Königsprüfung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder dominiert. Zur WP »Panzerplatte«, die mit 39 Kilometern zu den längsten im Kalender zählt, strömen Tausende Fans und es herrscht eine Atmosphäre wie in einem Fußballstadion.

Ott Tänak stand am Sonntag auf dem Schlossplatz in Sankt Wendel erneut ganz oben auf dem Treppchen. Mit einer souveränen Vorstellung entschied der Este nach dem Sieg im Vorjahr auch die Rallye Deutschland 2018 zu seinen Gunsten und holt damit in der Weltmeisterschaft immer weiter auf. Für Thierry Neuville endete die Rallye, die er aufgrund der vielen belgischen Fans als sein Heimspiel betrachtet, noch mit einem versöhnlichen Ergebnis. Wegen eines Getriebewechsels seines Hyundais passte die Abstimmung allerdings nicht zur Streckencharakteristik der zweiten Etappe, und Neuville hatte keine Chance, aus eigener Kraft in Richtung Podium zu kommen. Aber durch einige Ausfälle spülte es den Publikumsliebling doch noch auf Platz zwei. Ein weiterer Toyota komplettierte das Podium. Der Finne Lappi beendete die Rallye mit einer Minute Rückstand auf seinen Teamkollegen Tänak.

Auch das Team Romo-Motorsport aus Hungen, das sonst in der deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) fährt, startete bei der Rallye Deutschland. Doch diesmal mit vertauschten Rollen. Der eigentliche Stammfahrer Marijan Griebel bekam die Möglichkeit, die Rallye in einem Weltmeisterschafts-Auto zu fahren. Und so tauschte er das Cockpit seines Peugeot 208 T16 gegen einen Citroën DS3 WRC. Und der Auftritt konnte sich sehen lassen. Vor einer Rekordkulisse von 226 000 Zuschauern stürmte Griebel mit Co-Pilot Alexander Rath in die Weltspitze und holte mit Rang acht das beste Ergebnis, das einem deutschen Fahrer in der WM-Ära der Rallye Deutschland gelungen ist.

»Mit so einem Traumergebnis konnte man im Vorfeld wirklich nicht rechnen. Ich bin überglücklich. Ich konnte zeigen, was möglich ist. Jetzt werden wir noch intensiver daran arbeiten, neue Projekte zu verwirklichen«, jubelte Griebel.

Damit das eigentliche Einsatzfahrzeug von Griebel aus der Hungener Motorsportschmiede nicht ungenutzt blieb, entschied sich Teamchef Ronald Leschhorn, gemeinsam mit Peugeot, zum Einsatz im Saarland. Der junge Saarländer Roman Schwedt und sein Co Christoph Gerlich, die sonst ebenfalls mit Romo in der DRM fahren, übernahmen das R5-Fahrzeug von Griebel. Das Auto konnte der 19-Jährige zu Beginn des Sommers erstmals testen. Bei seinem ersten WM Einsatz, traf er auf harte Konkurrenz. 27 dem R5-Reglement entsprechende Fahrzeuge waren unter den insgesamt 88 eingeschriebenen Teilnehmern. Die Zielrichtung für den Auftritt war klar – Roman Schwedt sollte sich kontinuierlich steigern und dabei möglichst fehlerfrei ins Ziel kommen. »Diese Anforderungen hat er mit Bravour gemeistert«, lobte Ronald Leschhorn seinen Schützling. Nach drei Tagen und 325 Wertungskilometern und höchst unterschiedlichen Anforderungen belegte er bei seinem Debüt den 21. Platz und wurde drittbester Deutscher.

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