25. März 2018, 21:03 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Grenzen aufgezeigt bekommen

Europapokal-Anwärter TSV Burgdorf war dann doch eine Nummer zu groß. Der TV Hüttenberg muss nach dem 19:29 gegen andere Kontrahenten die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren.
25. März 2018, 21:03 Uhr
Casper Ulrich Mortensen (6/Hannover) im direkten Duell mit Hüttenbergs Keeper Fabian Schomburg (12). (Foto: Thürmer)

TV 05/07 Hüttenberg


Eine starke Start-Viertelstunde reichte dem TV 05/07 Hüttenberg gestern in der Handball Bundesliga nicht. Denn trotz einer 7:3-Führung musste sich der Aufsteiger der auf Tabellenplatz vier bestens im Rennen um die europäischen Plätze für die kommende Saison platzierten TSV Hannover-Burgdorf am Ende deutlich mit 19:29 (10:13) geschlagen geben.

Dass es am Ende doch noch so klar werden würde, war aber auch noch in der 37. Minute nicht abzusehen. Denn da hatte Tomáš Sklenák mit einem Treffer ins kurze Eck den 14:15-Anschlusstreffer erzielt. Doch eine nun folgende torlose Durststrecke von fast einer Viertelstunde ließ nicht nur die Gäste mit einem 9:0-Lauf auf 24:14 durch den gerade eingewechselten Linksaußen Lars Lehnhoff davon ziehen, sondern entschied auch die Partie.

»Heute hat man gesehen, dass bei uns in den letzten Wochen einige Leistungsträger fast komplett durchspielen mussten«, hatte auch TVH-Geschäftsführer Lothar Weber nüchtern feststellen müssen. Und sein Hannoveraner Kollege Benjamin Chatton pflichtete ihm bei. »Dass wir noch einen zweiten Anzug haben, war heute wohl der Unterschied.«

Denn der TVH war in einer auf beiden Seiten fehlerbehafteten Anfangsphase durch einen Doppelschlag von Dominik Mappes sowie einem Siebenmeter von Daniel Wernig in der 14. Minute mit 5:2 in Führung gegangen. Und baute diese sogar durch Mario Fernandes und Ragnar Jóhannsson nur zwei Minuten später sogar auf 7:3 aus. »Aber wir haben bis dahin schon einige klare Chancen vergeben. Wenn wir 10:3 in Führung gehen, wäre Hannover sicherlich nicht so leicht zurück gekommen«, trauerte TVH-Trainer Emir Kurtagic vergebenen Gelegenheiten nach. Denn der spanische Gäste-Trainer Carlos Ortega, der doch noch zum Spiel gesundet war, nutzte die Optionen auf seiner Bank. Zuerst beorderte er Fabian Böhm für Morten Olsen in den Rückraum und nur kurz danach Sven-Sören Christophersen in die Deckungsmitte.

Maßnahmen, die fruchteten und beim 7:7 durch Torjäger Casper Mortensen in der 22. Minute auch den ersten Ausgleich brachten, nachdem ein Wurfversuch von Jóhannsson zunächst noch geblockt worden war. Abermals der dänische Linksaußen zeichnete auch für die erste Gäste-Führung zum 10:9 verantwortlich und warf auch zum 13:10-Pausenstand, abermals per Tempogegenstoß, ein. Auffallend, dass die TVH-Handballer nach langer Zeit wieder zu viele technische Fehler produzierten, die der Gegner gnadenlos bestrafte.

Doch die Blau-Weiß-Roten, die neben Tim Stefan und Vladan Lipovina auch noch auf den verletzten Kreisläufer und Abwehrstrategen Moritz Zörb verzichten mussten, hielten nach dem Wiederbeginn zunächst weiter dagegen. Aber nach dem bereits erwähnten Anschluss in der 37. Minute war das stabile und dennoch äußerst bewegliche Abwehrbollwerk der Recken durch den nun kräftemäßig nachlassenden Hüttenberger Rückraum nicht mehr in Bedrängnis zu bringen, zumal im TSV-Tor Malte Semisch einen Sahntag erwischt hatte. 19 Paraden und eine Quote von 50 Prozent (!) toppten noch die Glanzleistung von Martin Ziemer im Hinspiel (47%). Kein Wunder daher, dass Hannover, míttlerweile von dem ganz starken Pavel Atman auf der Rückraummitte gelenkt, durch einen Dreierpack des russischen Nationalspielers den Vorsprung auf 20:14 ausbaute (45.).

»Wir waren nicht in der Lage, gegen diese frischen Leute wie Böhm und Atman zu verteidigen«, musste Emir Kurtagic nach Spielschluss die weitaus größeren personellen Möglichkeiten seines Gegenüber anerkennen. So erhöhte die TSV weiter, ehe erst in der 51. Minute Tobias Hahn mit seinem Treffer von Rechtsaußen die Toreflaute beendete, dem Moritz Lambrecht vom Kreis neun Minuten vor dem Abpfiff das 16:24 folgen ließ. Das Spiel war aber entschieden, so dass Kurtagic in der Schlussphase Malvin Werth, der noch am Vortag mit der A-Jugend in Leipzig die Bundesliga-Qualifikation auch für die nächste Saison perfekt gemacht hatte, zum Debüt verhalf. Und in den letzten Minuten dann auch seinen Stammrückraum durch Szymon Sicko, Johannes Klein und Jan Wörner ersetzte.

Für den TV Hüttenberg bleibt nicht viel Zeit zum Kräfte tanken. Bereits am Donnerstag um 19 Uhr kommt der Deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen und Tabellenführer in die Sporthalle Ost.

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Sklenák (2), Wörner (1), Lambrecht (2), Wernig (2/1), Rompf (1), Fernandes (1), Jóhannsson (2), Klein, Sicko, Roth, Mappes (5), Hofmann (1), Hahn (2), Werth.

Hannover-Burgdorf:Ziemer, Semisch; Johannsen (4), Mortensen (8/1), Patrail (1), Pevnov (2), Lehnhof (1), Häfner (2), Atman (5), Böhm (3), Kárason (1), Olsen, Brozovic (2), Christophersen.

Stenogramm / SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Barleben). – Zuschauer: 1749. – Zeitstrafen: 10:2 Minuten. – Siebenmeter: 1/1:1/1.

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