10. April 2018, 07:00 Uhr

Bundestrainer schwärmt

»Gigantisches Niveau« beim DRS-Pokal

Raffinierte Taktik, Fahrkönnen und ausgefeilte Technik sowie eine gehörige Portion Athletik. Wenn der RSV auf die Bulls trifft, darf sich der Rollstuhlbasketball-Konsument auf großen Sport freuen.
10. April 2018, 07:00 Uhr
Zur Sache geht es im Kampf um den Ball: Annabel Breuer vom neuen und alten Pokalsieger RSV Lahn-Dill hat sich den Rebound im Finale gesichert und reicht die Pille an Brian Bell (l.) weiter. Dies zu verhindern, versucht Jan Sadler (Hannover). (Foto: ras)

Nicolai Zeltinger kam am Wochenende beim Final Four um den DRS-Pokal in der August-Bebel-Halle in Niedergirmes aus dem Schwärmen nicht heraus. »Man hat deutlich gesehen, dass die beiden deutschen Topteams auf einem gigantischen Level spielen. Das ist international gesehen Weltspitze. Und es ist überragend, wie unsere Athleten da mitmischen«, analysierte der Bundestrainer der Rollstuhlbasketballer und der langjährige wie erfolgreiche Ex-Coach der Lahn-Diller.

Ein Sonderlob verteilte er ebenso in Richtung seines Amtsnachfolgers: »Ich freue mich für Ralf Neumann, der als Headcoach gleich in seinem ersten Jahr einen Titel geholt hat. Das wird ihm und seinem Team für die anstehenden Aufgaben deutsche Meisterschaft und Champions League noch mehr Selbstsicherheit geben.«

Paye und Co. bleiben cool

Natürlich hat der 70:69-Halbfinalsieg nach Verlängerung gegen die hochkarätig besetzte Mannschaft aus Elxleben das Selbstbewusstsein der Neumann-Truppe gestärkt – das deutlich gewonnene Finale gegen die chancenlosen Hannoveraner glich eher einem Schaulaufen der Wetzlarer Rollis.

Der Sieg hätte für den RSV gegen die Bullen höher ausfallen können, das weiß auch Neumann: »Wenn wir noch die leichten Dinger reinmachen, die freien Layups oder die Freiwürfe, dann wäre es noch deutlicher geworden.« Die Schnelligkeit, mit der sein Team auf dem Feld agiert, birgt aber die Gefahr, dass man Fehler begeht. Das große Plus der Truppe um den genialen Spielmacher Michael Paye ist die Souveränität, das Auftreten in der entscheidenden Phase, einfach einen kühlen Kopf zu bewahren.

Immerhin lag der RSV gegen die mit den Hufen scharrenden Bullen Mitte der zweiten Hälfte mit acht Punkte hinten, was in so einem Spiel auf Augenhöhe schon einmal eine Vorentscheidung sein kann. In dieser heiklen Phase nahm sich aber Thomas Böhme ein Herz. Der 26-Jährige zählt auf seiner Position Shootingguard zu den besten Spielern weltweit. Zur rechten Zeit ließ er zwei Dreier in die Reuse einschweben, die bei seinem Team noch mehr Willen heraufbeschworen, den Gegner aber zum Grübeln zwangen.

RSV-Geschäftsführer Joneck überglücklich

»Der große Charakter der Manschaft ist, dass sie nie aufgibt. Wir wissen, was wir können – und das ist ein Riesenvorteil«, kann sich Neumann über seine Protagonisten in der Crunch-Time freuen.

Überglücklich über Titel Nummer eins in der Saison war auch Geschäftsführer Andreas Joneck mit seiner Manager-Crew um Sven Köppe, Daniel Stange, Jörg Fink, Zeltinger und Moderator Sebastian Mende. »Es freut mich total. Man sieht, wir sind nach den vielen Jahren des Erfolges immer noch hungrig und heiß auf Titel. Jetzt können wir uns 24 Stunden freuen, aber dann geht es schon wieder weiter«, konstatierte Joneck mit Blick auf den Samstag, an dem Spiel eins der DM-Playoff-Finalserie im Best-of-three-Modus gegen die Thuringia Bulls an gleicher Stätte ansteht. Am 4. Mai treffen die beiden deutschen Rollstuhlbasketball-Aushängeschilder erneut aufeinander, wenn in Hamburg mit den Halbfinalbegegnungen das Final Four in der Champions League einegläutet wird (in der anderen Vorschlusspartie kommt es zum Duell zwischen Galatasaray Istanbul und Ilunion Madrid).

Festspiele gegen die Bulls gehen weiter

So gehen für den RSV die Festspiele gegen die Bullen aus Thüringen bis in den Mai hinein weiter. Auf die folgenden Begegnungen ist auch Nico Dreimüller gespannt. »Man hat nicht so oft ein Final Four zu Hause. Wir wollten es unbedingt nutzen, um hier zu gewinnen – und den Thüringern zu zeigen, wir sind da. Das war unser erster Titel – von hoffentlich dreien (lacht). Und ich freue mich schon auf das Wochenende«, erklärt der Youngster des RSV, der in beiden Partien einen starken Eindruck hinterließ.

Wie das gesamte Wetzlarer Rolli-Team, das sich an den beiden Tagen erneut in die Herzen der Fans spielte, die trotz des tollen Wetters den Weg in die Halle nicht gescheut haben. Über 2200 Anhänger begleiteten am Samstag und Sonntag »ihre« Mannschaft zum Pokalgewinn. Gefeiert wurde nur im kleinen Rahmen, mit den Fans in der Halle und später auch im internen Kreis der Mannschaft. Aber es soll ja nicht die letzte Party in dieser Saison gewesen sein.

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