07. Juli 2018, 07:00 Uhr

IronMan

Gießener beim IronMan: »Traum jedes Triathleten«

Rund 3000 Triathleten werden am Sonntag beim IronMan in Frankfurt ihren Körper über die eigenen Grenzen hinaus schinden. Der Gießener Chris Sturm zählt dazu und erklärt den Aufwand.
07. Juli 2018, 07:00 Uhr
Frankfurt wird am Sonntag der Schauplatz des IronMan sein, bei dem sich die Schnellsten für den IronMan auf Hawaii qualifizieren. (dpa) (Foto: Heiko Blatterspiel (dpa))

Angesichts von 3,8 Kilometern Schwimmen, rund 185 Kilometern Radfahren und 42 Kilometer Laufen zum Abschluss kann einem der Humor schon mal vergehen. Der Gießener Chris Sturm hat ihn behalten. Angesprochen darauf, ob der IronMan in Frankfurt am Sonntag aufgrund von Einchecken und Materialvorbereitung eine Dreitagesveranstaltung sei, antwortet der 38-Jährige mit einem Lachen: »Das ist eine Jahresveranstaltung. Ich glaube, jeder Triathlet träumt davon, da mal teilzunehmen. Aber wenn du keine Lust auf das Training im Vorhinein hast, macht es keinen Sinn. Ich kann mich zum Glück ganz gut quälen.«

Im Interview erklärt der dreifache Vater, der dem TSV Krofdorf-Gleiberg angehört, wie er sich auf das Riesenevent vorbereitet hat, warum ihm Triathleten, die Vollzeit arbeiten, ein Rätsel sind und wieso ihm dieser Sport derart viel Spaß bereitet.

Herr Sturm, wie haben Sie sich auf den den IronMan vorbereitet?

Chris Sturm: Ich mache ja schon seit rund zehn Jahren Ausdauersport, bloß Triathlon ging zeitlich bedingt durch die Kinder lange nicht, das hat erst vor rund eineinhalb Jahren angefangen. Der IronMan ist ein Traum für jeden Triathleten und dann habe ich mir im Sommer 2017 gesagt: Jetzt ziehst du’s durch. Mit System angefangen habe ich im Oktober, wobei das kein durchgetakteter Trainingsplan war. Meine Lebensumstände geben das Training vor. Wenn ich Bock habe, jetzt zwei Stunden Sport zu machen, dann gebe ich auch Vollgas.

Gut vorbereitet geht der Gießener Chris Sturm in den IronMan. (Foto: pv)
Gut vorbereitet geht der Gießener Chris Sturm in den IronMan. (Foto: pv)

Auf wieviel Stunden kommt man dann in einer klassischen Woche?

Sturm: In der Regel auf zwölf Stunden plus Stabilisationsübungen zuhause. Der Fokus lag in einer Woche mal auf dem Laufen, dann wieder auf dem Schwimmen usw. Ich bin Sozialarbeiter in Teilzeit und muss sagen: Das Umfeld muss schon eingespannt sein und da mitmachen. Von daher ist es mir immer noch ein Rätsel, wie man ambitionierter Triathlet mit einem Vollzeitjob sein kann (lacht). Was man nicht vergessen darf, ist, dass ich dafür kein Geld bekomme, sondern eher viel ausgebe. Auch der IronMan kostet einiges (rund 570 Euro Startgebühr, Anm. d. Red.).

Was macht Ihnen derart Spaß am Triathlon, es nimmt ja wirklich viel Zeit in Anspruch.

Sturm: Ich liebe es, draußen Sport zu machen. Ich kann mich ganz gut quälen. Wenn man sich nicht quälen will, macht man keinen Triathlon. Und wenn man keine Lust auf das Training im Vorhinein eines IronMan hat, macht es keinen Sinn, da kann man das Event noch so geil finden.

Wie groß ist die Anspannung vor dieser Herausforderung?

Sturm: Ich habe großen Respekt davor, zu finishen. Ich weiß auch nicht, wie mein Körper nach acht Stunden Sport reagieren wird. Bislang habe ich nur die Strecken einzeln absolviert, u.a. einen Marathon. Jeder sagt: Es wird der Moment kommen, wo du während dem Laufen aufgeben willst. Darüber muss man hinwegkommen. Von daher hilft es mir, dass Freunde und Familie an der Strecke sein werden und ich sie mehrmals sehe, da es ein Rundkurs ist. Das bringt mir auf jeden Fall etwas.

Am Freitag bereits fand die Wettkampfbesprechung statt. Wie geht es an Samstag und Sonntag weiter?

Sturm: Am Samstag werde ich unter anderem das Rad nochmal gründlich checken und die Laufschuhe abgeben. Am Sonntag klingelt mein Wecker um drei Uhr, dann geht’s in die Stadt und mit dem Shuttle zum Start, von wo aus es um 6.40 Uhr ins Wasser geht. Es wird ein langer Tag.

Haben Sie schon eine Vorstellung davon, wie der Moment ablaufen wird, wenn Sie ins Ziel einlaufen?

Sturm: Dann raste ich aus vor Glück. Hoffentlich habe ich noch die Kraft dazu, danach was Schönes zu trinken und nach den ganzen süßen Gels eine Pizza zu essen.

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