02. September 2018, 20:37 Uhr

Gießen feiert »perfekten Fußballtag«

3700 Zuschauer im Wald- stadion, eine überzeugende Fußballmannschaft und die Tabellenführung in der Hessenliga: Der FC Gießen hat mit dem Heimspielsieg gegen Hessen Kassel am Samstag den vorläufigen Höhepunkt erreicht.
02. September 2018, 20:37 Uhr
Der starke Johannes Hofmann (am Ball) und sein FC Gießen schlagen am Samstag vor 3712 Zuschauern auch Hessen Kassel. (Foto: hf)

Spätestens seit dem 1. September ist Gießens neuer Fußballclub in der Stadt angekommen. Mit teils begeisterndem Fußball, einem verdienten 3:1-Heimsieg gegen Hessen Kassel und 3712 zahlenden Zuschauern setzt der FC Gießen ein Zeichen: Mit diesem Verein ist in Zukunft zu rechnen. »Diese Zuschauerzahl macht uns unfassbar stolz«, sagte FC-Geschäftsführer Jörg Fischer am Samstagnachmittag auf dem Rasen des Waldstadions, der schon in zwei Tagen erneut Austragungsort des nächsten Heimspiels ist.

»Wir freuen uns auf das erste Flutlichtspiel in der Geschichte des Waldstadions«, sagte Fischer, am Dienstag soll eine mobile Flutlichtanlage aufgestellt werden, ehe es am Folgetag um 20 Uhr in der Hessenliga gegen den VfB Ginsheim weitergeht. »Das wollen wir bewahren, in diesem Stadion zu spielen«, meinte Fischer.

Nicht nur die Kulisse in Gießens Traditions-Spielstätte stimmt aktuell, vor allem ist es die sportliche Leistung, die überzeugt. Die Rot-Weißen haben mit Regionalliga-Absteiger Kassel am Samstag den nächsten Konkurrenten verdient geschlagen. Sieben Spiele, siegen Siege, im Schnitt 3,4 erzielte Treffer pro Partie. Der FC Gießen macht im Spätsommer 2018 einen äußerst gefestigten Eindruck, überzeugt durch klaren, laufintensiven Fußball.

Sinnbildlich dafür standen auch am Samstag die beiden heimischen Akteure Brian Mukasa und Johannes Hofmann, »zwei Laufmaschinen«, wie Ex-Profi Michael Fink anmerkt. Der 36-Jährige und Verteidiger wie Kapitän Vaclav Koutny sind es, die weniger auffallen, aber genauso wichtig sind. Sie stabilisieren – und mahnen: »Jeder gibt 100 Prozent, aber das müssen wir in jedem Spiel. Es ist erst der siebte Spieltag, wir haben noch nichts erreicht«, sagte Fink.

Zumindest ein Zwischenziel ist erreicht: Die Mannschaft nimmt die Zuschauer mit. Erstmals gelang das am Samstag nach 14 Minuten: Timo Cecen forderte lautstark den Ball und bekam ihn nach klugem Pass von Hofmann an der Strafraumkante. Von dort setzte Cecen den Ball per Direktabnahme in den Winkel. »Ich wollte den Ball haben und habe ihn mit der Picke draufgeschossen«, lautete Cecens simple Erklärung.

Die erfahrene Kasseler Mannschaft reagierte abgezockt: Einen langen Ball unterschätzte Gießens Verteidiger Kevin Nennhuber, Kassels Sebastian Schmeer lief durch und sah, dass Tolga Sahin zu weit vor dem Tor stand. Der gut getimte Lupfer führte zum 1:1 (25.). Erneut vergab Gießen in der ersten Hälfte eine Vielzahl guter Möglichkeiten – und ging so mit dem 1:1 in die Pause. »Wir haben dem Team gesagt, dass es völlig normal ist, dass Spiele gegen solch starke Mannschaften auf der Kippe stehen«, sagte Trainer Daniyel Cimen. In der 56. Minute bekam der FC einen glücklichen Handelfmeter zugesprochen, den Cecen ins linke untere Eck verwandelte.

Sein Jubel vor der Kasseler Kurve stieß auf wenig Gegenliebe, die Polizeikräfte waren kurz darauf bemüht, mehrere Kasseler Fans von einem Platzsturm abzuhalten. »Es waren Emotionen dabei, ein leidenschaftliches Spiel. Das war ein perfekter Fußballtag«, meinte Jörg Fischer. Zu diesem perfekten Fußballtag gesellte sich neben dem leidenschaftlichen Gießener Verteidigen ein passender Abschluss in der Nachspielzeit: Tim Korzuschek schob nach einem Konter zum 3:1 ein. Die gesamte Mannschaft rannte zum Torschützen und gratulierte. »Das war schön zu sehen«, sagte Trainer Cimen. »Der Zusammenhalt ist die Basis für den Erfolg.« Ein Satz, der Gültigkeit behalten wird.

 


FC Gießen: Sahin – Antonaci, Schadeberg, Nennhuber, Koutny – Fink, Cecen, Hofmann – C. Kara (75. Koyuncu), Müller (67. Marceta), Mukasa (89. Korzuschek).

Hessen Kassel: Hartmann – Najjer, Allmeroth, Evljuskin (46. Voss), Merle – Dawid (63. Mogge), Schwechel, Brill, Bravo-Sanchez, Baumgarten (79. Ziegler) – Schmeer.

Im Stenogramm: Tore: 1:0 (14.) Cecen, 1:1 (25.) Schmeer, 2:1 (56., Handelfmeter) Cecen, 3:1 (90.) Korzuschek. – Zuschauer: 3712. – Schiedsrichter: Heß (Heppenheim).

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