19. Juli 2018, 22:23 Uhr

Gießen-Achter meldet sich zurück

19. Juli 2018, 22:23 Uhr
Der Gießen-Achter (vorne) im Derby gegen den Domstadt-Achter Wetzlar/Limburg. (Foto: ejb)

Der Renntag wurde auf einer nur 24 Meter breiten und 370 Meter langen Brücke ausgetragen, die den Mittellandkanal über das Wesertal und die rund 13 Meter tiefer gelegene Weser führte. Eine Strecke, die für die Steuerleute besonders anspruchsvoll, aber sowohl für Sportler wie auch für die über 8000 Zuschauer ein spektakuläres Erlebnis war.

Im morgendlichen Zeitfahren mussten sich die Gießener Ruderer um Trainer Rainer Koppmann zwar dem Achter aus Münster geschlagen geben, etablierten sich aber mit Platz zehn bereits im Mittelfeld.

Beim anschließenden Achtelfinale kam es auf dem Wasserstraßenkreuz in Minden zum Derby gegen die Renngemeinschaft aus Wetzlar und Limburg. Nachdem die »Domstädter« beim letzten Aufeinandertreffen als Sieger vom Wasser gegangen waren, hatten die Gießener noch eine Rechnung offen. Beide Mannschaften trieben ihre Boote mit hoher Frequenz über die Strecke. Im Ziel traute sich keine der Mannschaften zu jubeln, ehe nicht das Zielgericht das Ergebnis verkündete: Mit einer knappen Bugkastenlänge Vorsprung konnte Gießen das Hessen-Derby für sich entscheiden.

»In Frankfurt hatten wir Wetzlar noch unterschätzt«, gab Michel Zörb zu. »Deswegen waren wir noch motivierter und konnten das umsetzen, was wir trainiert hatten. Das Rennen war der Wendepunkt.« Mit dem Sieg im Achtelfinale fuhren die Gießener damit um die Plätze in der oberen Tabellenhälfte mit.

Im Viertelfinale lag erneut der Gegner aus dem Zeitfahren, der Münsteraner Achter, neben der Sparkassen-Mannschaft in den Startblöcken. Die Gießener, die plötzlich ihre Spritzigkeit wiedergefunden hatten, kamen gut vom Start weg. Lange konnten sie mit den Westphalen mithalten. Münster – offensichtlich von der Stärke der Hessen überrascht – hatte Mühe, sich von den Gießenern abzusetzen. Doch wie bereits am Morgen, hatten die Münsteraner im Ziel ihren Bugball – wenn auch deutlich knapper – vorne.

Für die Gießener, die nach den beiden letzten Regatten nur auf Tabellenplatz 15 lagen, ging es nun um die Plätze fünf bis acht. Im Halbfinale mussten sie gegen den Tabellen- fünften, den Achter aus Witten, antreten. Beide Mannschaften kämpften vom Start weg um jeden Zentimeter. Bis kurz vor dem Ziel lagen die beiden Boote Kopf an Kopf. Erst auf den letzten Metern der 370 Meter langen Strecke konnten sich die Ruderer aus dem Ruhrgebiet leicht vor die Gießener setzen.

Im Finale um die Plätze sieben und acht ging es gegen den Köpenick-Achter aus Berlin an den Start. Die Gießener warfen alles in die Waagschale. Mit einem explosiven Start konnten sich die Hessen leicht vor die Hauptstädter setzen. Doch die ließen sich nicht abschütteln. Beide Mannschaften hatten bereits vier Rennen hinter sich, und nach 200 Metern brannten die Muskeln der Ruderer. Auf der zweiten Streckenhälfte waren es die Gießener, die offenbar noch Reserven hatten. Schlag um Schlag konnten sie ihren Vorsprung ausbauen und ihren Achter als Erste über die Ziellinie bringen.

Mit Platz sieben in der Tageswertung sorgte der Gießen-Achter für einige überraschte Gesichter. »Die Mannschaft hat sich stark entwickelt. Wir haben das gezeigt, was wir in den letzten Wochen trainiert haben«, freute sich Trainer Koppmann. Ob nun der Knoten geplatzt ist, können die Ruderer von Gießener Rudergesellschaft und Gießener Ruderclub Hassia am 18. August in Leipzig beweisen.

In Minden ruderten im Gießen-Achter hinter Schlagmann Johannes Birkhan, Fabian Kröber, Felix Weber, Nils Braden, Michel Zörb, Nico Weber, Daniel Hartmann, Michele Aldeghi, Raphael Lechtenböhmer, Paul Itting. Gesteuert wurde das Boot von Marina Warncke.

Nach zwei Rennwochenenden an der Tabellenspitze musste Minden die Führung an den Hauptstadtsprinter aus Berlin abgeben und ist Zweiter. Dahinter liegen Münster, Wurzen, Witten, gefolgt von Dresden, Wanne-Eickel, Köpenick und Mühlheim. Die zweite Tabellenhälfte wird angeführt von Waldsee und Rüdersdorf. Gießen rückt auf Platz zwölf vor, gefolgt von Hannover, Bremen, Wetzlar/Limburg und Hameln. Schlusslicht bilden Lübeck und Bernburg.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Felix Weber
  • Sport-Mix
  • Eric Baumann
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.