Pfingstregatta

Gießen-Achter dominiert beim Volksfest

Volksfest auf und an der Lahn: Die Gießener Pfingstregatta zog die Massen in den Bann. Drei Tage nonstop Rudern – bei überragenden Bedingungen.
22. Mai 2018, 07:00 Uhr
Der Blick vom Christoph-Rübsamen-Steg auf das Achterrennen um den Großherzog-Preis: Das Gießener Sieger-Großboot (rechts) hat noch ein paar Meter zum Ziel zwischen GRG-Bootshaus und der Hassia zurückzulegen. (Foto: gae)

Wenn der Gießener Regattaverein (GRG, Hassia, Hellas) zu seiner Regatta ruft, kommen die Clubs in Scharen aus nah und fern – national wie international. Über 2000 Athleten waren am Start und verwandelten die Bereiche an der Lahn in einen riesigen Campus. Der Mix aus Sport, Unterhaltung und einfach nur Wohlfühlen kam bei der Bevölkerung an. Das Wetter spielte dabei eine Hauptrolle. Ein paar Tausend Besucher insgesamt werden es gewesen sein, die an den drei Tagen an der Lahn verweilten und das muntere Treiben von den Ufern oder vom Steg aus beobachteten. Alle genossen bei Kaiserwetter in vollen Zügen das besondere Flair.

Nübels mulmiges Gefühl - umsonst

Natürlich war die Gießener Prominenz an Ort und Stelle – aus Politik, Wirtschaft und Sport. Die Pfingstregatta gehört in Gießen zum guten Ton – zum 106. Mal stellten sich die Ruderer den Herausforderungen. Die Regatta hat längst Kultstatus erreicht.

Wie das Rennen um den Großherzog-Preis – eines der zahlreichen Highlights am Pfingstwochenende. Christopher Nübel, der auf GRG-Seite moderierte, hatte vor dem Start ein mulmiges Gefühl. »Die 1000 m sind ja nicht unsere Strecke«, sagte das GRG-Mitglied des Achters, der bekanntlich im Sprint über 350 m in der Bundesliga unterwegs ist. Doch das Gießener Paradeboot aus GRG und Hassia diktierte von Beginn an das Rennen. Jubel entbrannte bereits auf dem Christoph-Rübsamen-Steg, der von Kiebitzen gut besucht war.

Doch noch lagen einige Meter vor den Gießenern, die danach die Schlagzahl erhöhten und einen souveränen Sieg heimfuhren. Fast fünf Sekunden nahm die Crew um Steuerfrau Marina Warncke dem Hauptwidersacher Frankfurter RG Germania ab. Letztlich durchfuhr das Gießener Großboot die Ziellinie nach 2:43,57 Minuten.

Der Sprintcup der Sparkasse Gießen war für die Christopher Nübel und Co. zuvor ebenso eine klare Angelegenheit, standen doch dort für sie die 350 m an, die sie im Wettkampf in der höchsten deutschen Elite gewohnt sind.

Marc Webers Heimsieg

Der Lahnpokal bleibt ebenfalls in Gießen. Marc Weber, der beste deutsche Ruderer im Einer der U23, hatte leichtes Spiel auf seiner Heimstrecke. Der Hassianer nahm im Einer seinem Frankfurter Konkurrenten Valentino Scholz mehr als zwölf Sekunden auf der 1000-m-Strecke ab. »Die kürzere Strecke zu fahren, macht mehr Spaß«, erklärte Weber, der eigentlich auf der 2000-m-Distanz beheimatet ist. Dass er mal aus seinem Ruderalltag auf seiner Heimstrecke ausbrechen durfte, gefiel Weber: »Das hat mit Gießen ganz gut gepasst. Ich habe erst in drei Wochen wieder die nächste Rangliste vom Verband.«

Jonathan Koch ehrt

Weber wird eine große Zukunft im Rudersport vorausgesagt. Die hat mit Jonathan Koch ein weiterer Gießener bereits hinter sich. Der Leichtgewichts-Olympionike, der bei der GRG groß geworden ist, überreichte Weber den Lahnpokal. Koch war von Norbert Bach, einem der drei Regattaleitern neben Markus Ihlo und Urs Weber, nach Gießen eingeladen worden, um Siegerehrungen durchzuführen und natürlich auch mal ein Rennen zu kommentieren. »Das habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen«, sagt Koch. Er beendete im letzten Jahr seine Ruderkariere bei der WM im Nathan Benderson Park in Sarasota (Florida) mit Bronze im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann. Sein aktuelles Ziel verriet er ebenso: »Ich sehe jetzt zu, dass ich meinen Master im Sportmanagement so schnell wie möglich beende.«

Norbert Bach zufrieden

Auf drei außergewöhnliche wie sportlich erfolgreiche Tage (Gießens Rudervereine heimsten zahlreiche Siege ein) blickt ein vollauf zufriedener Regattaleiter Bach zurück: »Wir hatten drei tolle Tage mit Volksfestcharakter und eine äußerst reibungslose sowie sichere Regatta. Eine tolle Zusammenarbeit mit der DLRG, mit allen Vereinen, unseren Sponsoren und unseren Partnern, ein tolles Schiedsrichterteam und natürlich tolle Sportler. Von uns aus sollte es im nächsten Jahr genauso weitergehen.«

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