12. März 2018, 23:12 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers verlieren in Würzburg

Die Gießen 46ers haben einen derben Rückschlag im Kampf um die Playoffs in der Basketball-Bundesliga hinnehmen müssen: Beim Tabellennachbarn s.Oliver Würzburg gab es eine 79:96-Niederlage.
12. März 2018, 23:12 Uhr
Am Boden: Symptomatisch für die Gießen 46ers um Darwin Davis in Würzburg. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Trainer Ingo Freyer überraschte und stellte Max Landis, der seit November verletzungsbedingt nicht mehr gespielt hatte, in die erste Fünf. »Das mache ich gerne, bei einem Spieler, der verletzt war: Einerseits, damit er sich Selbstvertrauen holt, aber auch, damit er direkt nach dem Aufwärmen im Spiel ist und nicht erst fünf Minuten auf der Bank sitzt, kalt wird, und dann ins Spiel kommt«, erklärte Freyer die Umstellung. Für den Guard rückte Jamar Abrams auf die Bank und sah von dort aus eine Partie, mit der sich beide Mannschaften vor 3000 Zuschauern lange schwer taten.

 

Lischka als Buhmann

Die ersten zehn Minuten verliefen schleppend: Beide Mannschaften warfen häufig, trafen wenig und leisteten sich einige Ballverluste. Vor allem von außen blieben sowohl die Gastgeber als auch die 46ers mehrheitlich glücklos. Während Würzburg gerade einmal einen von zwölf Dreierversuchen (!) im ersten Viertel im Korb unterbrachte, warfen die Gießener zwar nur dreimal, trafen aber ebenfalls nur einen ihrer Würfe von außen.

Das heißeste Duell war deshalb Benjamin Lischka gegen die Würzburger Fans: Der Gießener Forward hatte Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing als Gegenspieler, der ab und an von der Schwerkraft übermannt wurde und ohne ernsthaften Gegnerkontakt zu Boden ging. Da sich das Schiedsrichter-Trio deshalb nicht erweichen ließ, Lischka mit Offensivfouls zu belegen, erkoren die Fans diesen zum Buhmann und pfiffen ihn im Rahmen ihrer Möglichkeiten aus.

Das war teilweise aber auch durchaus unterhaltsamer als das restliche Geschehen auf dem Parkett, denn die Partie blieb auch im zweiten Viertel eher zäh. Zwar lagen die 46ers die meiste Zeit in Führung, doch ein 9:0-Lauf der Würzburger kurz vor der Pause legte den Grundstein für die 35:30-Führung zur Pause.

 

Zwei Landis-Dreier

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zerfahren – doch die Würzburger hatten sich nun besser darauf eingestellt als die 46ers, die nie einen Rhythmus fanden. John Bryant holte sich nun noch ein technisches Foul ab, dazu verhängen die Referees Offensivfouls en masse – zwischenzeitlich drei Stück in drei aufeinanderfolgenden Angriffen. Zwei Dreier von Landis sorgten dafür, dass Gießen nicht ganz abgeschlagen war, doch kurz vor der Sirene gelang es Leon Kratzer, noch auf 64:55 für die Würzburger zu erhöhen: Das dritte Mal in drei Vierteln, dass die Hausherren kurz vor der Pause noch punkten konnten.

Ein Treffer von Bryant trotz Foul war dann kurz nach Beginn des Schlussabschnittes die letzte Chance der 46ers: Doch nachdem der Kapitän den fälligen Bonusfreiwurf nicht verwandeln konnte, blieb das 59:64 der letzte Moment des Spiels, in dem die Gießener noch einigermaßen in Schlagdistanz waren. Maurice Stuckey netzte in der 34. Spielminute von außen ein und sorgte so für das 71:61, kurz darauf konnte Landis einen Fastbreak nur noch mit einem unsportlichen Foul stoppen.

Nach dem 68:79 brachen alle Dämme: Würzburg zog nun immer weiter davon, wobei Robin Benzing bei der nun doch entschiedenen Partie seine Statistiken noch etwas in die Höhe schrauben konnte. Am Ende leuchtete ein 79:96 aus Gießener Sicht von der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das den Spielverlauf weniger wiedergibt als die individuelle Qualität, die in beiden Mannschaften vorherrscht.

 

Freyer macht Team keinen Vorwurf

»Würzburg hat zurecht gewonnen. Wir haben viel versucht, am Ende war in diesem sehr zerfahrenen Spiel Würzburg auf den einzelnen Positionen tougher als wir. In der ersten Halbzeit hatten wir noch eine Chance. Wir waren nicht konzentriert genug, um Benzing zu attackieren und ihm das fünfte Foul anzuhängen – aber dafür ist er dann auch clever genug, dass ihm das nicht passiert«, resümierte Trainer Ingo Freyer nach der Partie.

Nachdem er letzte Woche noch unzufrieden mit der Einstellung seiner Mannschaft war, war der Coach am Montagabend wieder versöhnt: »Da haben wir uns verbessert und das wirklich gut gemacht, gerade in der ersten Halbzeit – da waren wir sehr diszipliniert. Wenn du dann aber versuchst, von einem Zehn-Punkte-Rückstand zurückzukommen, kann es gutgehen – oder es geht in die andere Richtung – so wie bei uns heute«, wollte Freyer seinen Schützlingen keine Vorwürfe machen.

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