05. November 2018, 07:05 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers und 122 perfekte Sekunden

Die große Max-Landis-Show und spielentscheidende 122 Sekunden. In der »Osthölle« war beim 97:88 der Gießen 46ers gegen die Baskets aus Oldenburg der Teufel los.
05. November 2018, 07:05 Uhr
Trainer Ingo Freyer führt die Gießen 46ers um Kapitän John Bryant bei der Ehrenrunde nach dem grandiosen 97:88-Heimsieg gegen Oldenburg vor den begeisterten Fans an. (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Die 3635 Zuschauer wollten gar nicht mehr nach Hause gehen – sie hatten so mitgefiebert und waren noch völlig aufgewühlt. Die Fans ließen ihre Gießen 46ers in der Osthalle hochleben, die sich momentan von keiner Mannschaft in der Basketball-Bundesliga aufhalten lassen. Dem Topteam Oldenburg zeigte die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer eindrucksvoll, welches Potenzial in ihr steckt – neben einem schier unerschöpflichen Repertoire im Angriff ist es aber vor allem der unbändige Wille, zu gewinnen.

Playoffs sind das Ziel der Spieler

Natürlich sind die Playoffs das Ziel der Spieler. In Interviews betonen sie das immer wieder. Und auch der Mann des Abends konstatierte: »Mit den Spielern, die wir haben, sind die Playoffs möglich.« Max Landis ist einer davon, der am Samstag sensationelle 32 Punkte auflegte, dabei fünf von sechs Dreiern traf und das in Phasen, als sie dringend nötig waren. Es war sein Spiel, seine Wiedergutmachung für Ulm, als der Guard letzte Woche mit null Zählern auf dem Scoutingreport stand. Das wollte er nicht auf sich sitzen lassen. »Ich bin mit viel Selbstbewusstsein in das Match gegangen und wollte das Spiel unbedingt gewinnen«, erklärte er nach seinem Gala-Auftritt. So einfach ist das manchmal.

Freyer unterdessen weigert sich noch vehement, das Wort Playoffs in den Mund zu nehmen: »Wir haben erst sechs Spiele gespielt. Es zählt noch gar nichts. Ich weiß, wie so eine Saison laufen kann: genau wie ein Spiel – immer mit Ups und Downs. Aber wir tun alles dafür, dass die Downs nicht zu groß werden.«

Landis aus vollem Lauf

Wie gegen den Rangdritten, dem die 46ers die erste Saisonniederlage beibrachten. Drei Viertel lang war es ein Match auf Augenhöhe (69:69), das von einigen Fehlern auf beiden Seiten durchsetzt war, die meist der extremen Intensität geschuldet waren. Dann folgten 122 perfekte Sekunden für die 46ers. Landis aus vollem Lauf per Dreier, Dunk von Brandon Thomas nach Steal, Zieher von Benjamin Lischka und Dreier von John Bryant. Die Halle tobte, die Oldenburger ließen die Köpfe hängen, die 46ers führten 79:69 – und brachten das Spiel ohne großartige Aussetzer nach Hause.

Schelberg schwärmt

»Es war beeindruckend, was unsere Mannschaft gezeigt hat. Über 40 Minuten so eine Kontinuität – das war Intensität pur. Jetzt können wir schön befreit nach Bamberg fahren«, blickte 46ers-Boss Heiko Schelberg mit einem schelmischen Blick auf die kommende Aufgabe. Und beim Ex-Meister wartet am Sonntag wahrlich der nächste Hit auf die Gießener – der Rangfünfte empfängt den Dritten. Vielleicht sollte man sich mit Blick auf die Platzierung der Gießen 46ers einfach die aktuelle Tabelle in Gold einrahmen.

»Die Mannschaft hat Charakter und Spielfreude. Da passt momentan ein Rädchen ins andere. Dieses Momentum sollten wir alle genießen«, fügte Schelberg an. Ihn verstimmte aber ein wenig, dass die Spitzenpartie nicht ausverkauft war. Was verwundert, denn seine 46ers sind zurzeit in aller Munde. Vielleicht die 18-Uhr-Sprungball-Zeit, vielleicht die Telekom-Liveübertragung? Steigerungsbedarf sieht er ebenso in der mengenmäßigen Unterstützung bei Auswärtsspielen. Von der Stimmung am Samstag war er aber angetan.

Lischka und Kraushaar stark

Dazu trugen die zwei Lokalmatadoren Benjamin Lischka und Bjarne Kraushaar bei. Letztgenannter feierte nach langer Verletzungspause sein Saisondebüt. Und was für eins: Innerhalb von einer Minute steuerte der 19-Jährige fünf Punkte bei – und trat dabei wie ein alter Hase auf. Lischka hingegen war überall zu finden, 14 Punkte, acht Rebounds. »Unser Energiebündel«, so Freyer, der ihm wie Kraushaar eine starke Leistung attestierte.

Einen Leckerbissen der besonderen Art bekam das Publikum unter den Körben geboten: Das Duell der Kolosse Bryant gegen Malhabasic, das letztlich unentschieden endete. Aber der Österreicher im Dienste der Oldenburger zollte dem 31-jährigen Gießener Kapitän Respekt: »Der Alte hat es noch immer drauf.« Das bedarf keiner weiteren Worte.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • Benjamin Lischka
  • Brandon Thomas
  • Gießen 46ers
  • Heiko Schelberg
  • John Bryant
  • Play-offs
  • Wolfgang Gärtner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.