29. April 2018, 20:52 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers schlagen Berlin beim Heimabschluss

Im letzten Basketball-Heimspiel der Saison besiegen die Gießen 46ers Alba Berlin mit 102:87. Dabei trumpft Youngster Kraushaar groß auf – und Kapitän Bryant macht Hoffnung.
29. April 2018, 20:52 Uhr
Gegenseitiger Applaus: Gießens Trainer Ingo Freyer bedankt sich bei den Fans hinter dem Korb – und die feiern ihren Coach und den 46ers-Sieg im letzten Saisonheimspiel gegen Alba Berlin. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Normalerweise ist so ein Saisonausklang ein Spiel, über das nicht mehr allzu viel geredet werden muss: Für die Gießen 46ers ging es schließlich um nichts mehr, die Playoffs in der Basketball-Bundesliga außer Reichweite, keine Gefahr mehr, noch in den Abstiegskampf zu geraten. Bei schönstem Frühjahrswetter also einfach ein bisschen gegen Berlin zocken und entspannen?

Nichts da: Zwei Tage nachdem die Mannschaft gegen Jena müde und leer wirkte, ging sie gegen Berlin konzentriert zur Sache und schaffte am Ende mit dem souveränen und überzeugenden 102:87 den ersten Sieg gegen die Albatrosse seit 2003!

Damals, im ersten Spiel unter dem Namen »46ers« überhaupt, war es am Ende ein knappes 98:96. Am Sonntagnachmittag begeisterten die Gießener vor 3418 Zuschauern mit erfrischendem, variablem Basketball voller Energie, lagen zwischenzeitlich mit 20 Punkten vorne (94:74) und nahmen die Berliner, die zuvor 18 Siege in Serie eingefahren hatten, mit einer überragenden Leistung in der zweiten Halbzeit völlig auseinander. Mit einer brillanten Performance von der Dreierlinie (17/34, 50 Prozent Wurfquote), geschlossenem Mannschaftsspiel (26 Assists) und Überlegenheit im Rebound (37:29 für die 46ers) schossen die 46ers die Hauptstädter ab.

Kraushaar stark

Vor allem Youngster Bjarne Kraushaar schienen die Berliner nicht auf dem Radar gehabt zu haben: Acht Punkte und sieben Assists verbuchte der 18-Jährige gegen den Tabellenzweiten, bis auf zwei Vorlagen komplett in der zweiten Halbzeit. Neben ihm zeigte sich auch Jeril Taylor in Spiellaune, der mit 13 Zählern und sieben Rebounds eines seiner stärksten Spiele in der BBL bislang machte: „Der Sieg ist eine riesige Sache für uns. Im letzten Heimspiel gegen so eine Mannschaft so ein Spiel hinzulegen zeigt, dass wir ein stolzes Team sind, dass wir mit viel Emotionen spielen. Wir spielen immer noch so, als hätten wir eine Chance auf die Playoffs“, freute sich der US-Amerikaner.

Sein Landsmann Luke Sikma, am Freitag zum MVP der BBL gekürt, kam auf zwei magere Pünktchen, während John Bryant mit 20 Zählern, zwölf Rebounds und vier Assists einmal mehr eine dominante Vorstellung auf das Parkett legte. Als ein Statement wollte das der Gießener Kapitän aber nicht verstanden wissen: »Ich habe mit Luke letztes Jahr kurz in Valencia zusammengespielt, da ist alles cool. Wir sind einfach nur zwei Jungs, die gerne Basketball spielen und kluge Köpfe. Es macht viel Spaß, gegen solche Spieler zu spielen, und ist immer eine tolle Herausforderung«, zollte Bryant dem Berliner Forward Respekt. Und auch der Gießener bekam vor dem Spiel eine Auszeichnung: Das Portal »Wortathleten« hatte die Spieler der BBL aufgerufen, für eigene Awards abzustimmen: Die Kollegen kürten Bryant zu dem Spieler, der am schwierigsten zu verteidigen ist, weswegen ihm Manager Heiko Schelberg vor der Partie einen golden lackierten Basketball-Korb überreichte. Auch ansonsten war der 30-Jährige mit dem letzten Heimspiel der Saison zufrieden: »Die Halle war nicht ganz voll, aber sie war so laut, als wäre sie vollgepackt. Das war toll!«

Bryant: Gießen ist definitiv eine meiner Optionen

Ob es für ihn auch das letzte Heimspiel im Gießener Trikot war, wollte er nicht verraten: »Die Saison ist noch nicht vorbei! Wir haben ja noch ein Spiel«, lachte der 2,11-Meter-Riese, der seine Zukunft erst nach dem Ende der Spielzeit entscheiden will. Dass das Gießener Werben um ihn nicht hoffnungslos ist, sagte er bei Telekom Basketball: »Gießen ist definitiv eine meiner Optionen!« Im Gespräch mit dieser Zeitung machte er allerdings klar, dass seine Prioritäten erst noch auf der laufenden Saison liegen »Mein Agent kümmert sich da um alles. Mein Fokus liegt jetzt auf dem Bremerhaven-Spiel, wo wir unseren Fans noch einmal guten Basketball zeigen wollen.«

Am Dienstag Spielzeitende in Bremerhaven

Denn einmal müssen die 46ers noch ran: Zum Ende der Spielzeit steht die längste Auswärtsfahrt der Saison an, wenn es nach Bremerhaven geht. Die Eisbären kämpfen noch um den Klassenerhalt und brauchen morgen (15 Uhr / live auf telekombasketball.de) einen Sieg, ansonsten müssen sie den bitteren Gang in die ProA antreten. Dass sie nicht gewillt sind, das kampflos zu tun, zeigten sie am Sonntagnachmittag, als sie nur knapp mit 95:98 beim FC Bayern München verloren. Doch wenn es die Gießener schaffen, auch im letzten Saisonspiel so aufzutreten wie im letzten Heimspiel, dürfte es hessische Schützenhilfe für die Rockets Erfurt geben.

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