02. März 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers empfangen schwächelnden Meister

Wenn der Meister nach Gießen kommt, herrscht in der Osthalle eine besondere Atmosphäre. Die Gießen 46ers sind heiß auf Bamberg. Center John Bryant hat derweil noch eine andere Baustelle.
02. März 2018, 07:00 Uhr
Das Duell auf der Eins am Sonntag in der Gießener Osthalle: 46ers-Spielmacher Darwin Davis (r.) gegen Ricky Hickman vom schwächelnden Meister Brose Bamberg, hinten Center Mahir Agva. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Spiele gegen Bamberg sind immer etwas Besonderes. Das am Sonntag um 17.30 Uhr in der Gießener Osthalle (live auf Telekombasketball.de) toppt aber die vorherigen an Brisanz, denn für den Meister der Vorjahre ist es in der Basketball-Bundesliga das erste ohne ihren geschassten Trainer Andrea Trinchieri. Sein langjähriger Assistent, der Grieche Ilias Kantzouris, hat seit Mitte Februar das sportliche Sagen beim Klub aus dem Frankenland, der als Tabellenzehnter nach 17 Jahren erstmals wieder um den Playoff-Einzug bangen muss.

Status Quo: Die Mannschaft von Ingo Freyer ist Mitte Februar aufgrund der WM-Qualifikationsländerspiele mit einem guten Gefühl in die Ligapause gegangen. Das 95:90 in Ulm gegen einen vermeintlich Großen der Liga war gut für das Selbstbewusstsein – und natürlich auch für den Kampf um die Playoff-Plätze. Und diesbezüglich geht es in den noch 13 ausstehenden Hauptrunden-Partien richtig zur Sache. Die 46ers nehmen zwar in der Tabelle Rang elf ein, haben aber mit 22:20 Punkten genauso viele gesammelt wie der Sonntaggegner Bamberg – und nur zwei weniger als die auf Rang sieben bis neun liegenden Frankfurter, Ulmer und Würzburger. Für den sicherlich spannenden »Endspurt« haben die 46ers in den letzten beiden Wochen Kraft getankt. Das Hinspiel in Bamberg verloren sie mit 84:87. Mittlerweile hat Center John Bryant die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt und muss hierzu noch im April diesen Jahres den Einbürgerungstest und den Sprachtest bestehen.

Der Gegner: Brose Bamberg, der Meister der letzten drei Jahre, hat turbulente Tage hinter sich. In der Bundesliga nur auf Rang zehn – und in der Euroleague unter ferner liefen. Da klafft eine riesengroße Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Verantwortlichen reagierten auf die sportliche Misere und trennten sich von Chefcoach Andrea Trinchieri. Ihm wurde vorgeworfen, dass er es nicht geschafft hat, aus den Akteuren eine Einheit auf und neben dem Parkett zu formen sowie der Mannschaft ein erfolgreiches Spielsystem zu vermitteln. Trinchieris »Co« Ilias Kantzouris übernahm und feierte mit dem Heimsieg gegen Roter Stern Belgrad einen gelungenen Einstand als neuer »Chef«. Großartige Veränderungen hat der Grieche nicht vorgenommen. Die deutschen Spieler wie Maodo Lo, Lucca Staiger und Louis Olinde haben mehr Spielanteile erhalten. Das ist das einzige, was aufgefallen ist. Elias Harris, Patrick Heckmann und Bryce Taylor fallen nach wie vor bei den Bambergern aus.

Die Schlüsselspieler: Eigentlich ist bei den Bambergern jeder ein Schlüsselspieler – oder kann in einer Partie dazu avancieren. Geprägt wird das Spiel von den erfahrenen Guards Nikolaos Zisis, Daniel Hackett und Ricky Hickman, der in Gießen kein Unbekannter ist und in der Saison 2008/09 das Trikot der 46ers trug. Die drei sind für die Struktur verantwortlich. Der junge Deutsche Maodo Lo bringt dagegen Schnelligkeit und hohes Durchsetzungsvermögen von der Eins ins Team. Aufpassen müssen die Gießener auf die lange und bewegliche Garde um Augustine Rubit, Leon Radosevic und Dejan Musli.

Das Lazarett: Mauricio Marin ist nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder in das Mannschaftstraining zurückgekehrt. Er selber hat ein gutes Gefühl für den Sonntag. Und Freyer sagt: »Mauricio hat gut trainiert.« Ob es für Max Landis zum Comeback kommt, ist dagegen nicht sicher. Der Aufbauspieler macht nach seiner Knie-OP zwar Fortschritte, aber ob es für einen Einsatz am Sonntag reicht, ist eher fraglich. »Max ist auf einem guten Weg, die letzten beiden Tage waren gut«, erklärt Freyer am Donnerstagvormittag. Grippegeschädigt sei bislang keiner, fügte der Cheftrainer an. Nur Austin Hollins musste sich kurzfristig mal mit einem Magen-Darm-Infekt herumschlagen.

Das sagt Coach Ingo Freyer: Bamberg hat eine exzellente Mannschaft. Das sind alles Spieler, da schnalzt du mit der Zunge. Jeder Spieler hat Qualität und ist im Eins-gegen-Eins im Angriff sowie in der Abwehr bärenstark. Wir müssen als Team agieren und uns gegenseitig aushelfen. Nur dann haben wir eine Chance.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Andrea Trinchieri
  • Basketball
  • Gießen 46ers
  • John Bryant
  • Meister
  • Nikolaos Zisis
  • Ricky Hickman
  • Wolfgang Gärtner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.