06. November 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers auf einem unerwarteten Höhenflug

Die Gießen 46ers sind in der Basketball-Bundesliga die Mannschaft der Stunde. Platz drei nach sechs Spielen – wer hätte das für möglich gehalten? Playoffs, wir kommen?
06. November 2018, 07:00 Uhr
Obenauf sind die Gießen 46ers um Benjamin Lischka (links), der hier mit dem Oldenburger Rasid Mahalbasic um den Sprungball kämpft. (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Würzburg und Ulm auswärts geschlagen, Oldenburg musste in der Osthalle dran glauben. Die Gießen 46ers haben einen Lauf – einen wunderbaren. Max Landis, am Samstag mit 32 Punkten überragender Spieler beim 97:88 gegen den Playoff-Kandidaten Oldenburg, postete per Instagram die BBL-Tabelle mit einem dicken Smiley. Platz drei für die Gießener Korbjäger mit 10:2 Punkten, hinter Alba Berlin und dem Ligaprimus FC Bayern München, die bislang noch ungeschlagen sind.

 

Für Freyer eine Momentaufnahme

 

Für 46ers-Coach Ingo Freyer nur eine Momentaufnahme – aber eine schöne. Der gewiefte Coach weiß ganz genau, dass einige knappe Spiele auch anders hätten ausgehen können. Für den 47-Jährigen gleicht die Saison einem Basketballspiel: Es geht hoch und runter. Das Wort Playoffs nimmt er nicht in den Mund. Doch die Hoffnung, nach gefühlten 100 Jahren wieder mal um die Meisterschaft mitzuspielen, steigt bei ihm auch sicherlich mit jedem gewonnenen Spiel.

 

Team hat Playoff-Potenzial

 

Freyer hält aber einen dicken Trumpf im Kampf um die K.-o.-Runde in der Hand – seine Mannschaft. John Bryant und Co. scheinen ein eingeschworener Haufen zu sein, der in dieser Saison mit aller Kraft beweisen will, dass die Playoffs zu erreichen sind. Spricht man die Protagonisten selbst darauf an, senden alle das gleiche Signal: Ja, wir wollen das. Dass das Potenzial dafür in ihnen steckt, haben sie bislang bewiesen, auch wenn der Weg bis dahin lang ist – noch 28 Spiele bis zum Hauptrunden-Ende Mitte Mai 2019.

 

Bremerhaven-Niederlage wurmt noch

 

Wie ernst es ihnen aber ist, bestätigte das Gespräch mit Benjamin Lischka am Samstagabend in der Osthalle. Dem Powerforward, der zum wiederholten Mal eine starke Performance ablieferte und mit seiner Art und Weise zu spielen, mitreißen und das Publikum ins Boot holen kann, ist die Niederlage gegen Bremerhaven immer noch ein Dorn im Auge: »Ich denke immer noch an das Bremerhaven-Spiel. Das hat mich geärgert. Das ist ein bisschen blöd, dass wir das verloren haben.« Aber der 29-Jährige blickte auch positiv nach vorne: »Auf den Sieg zu Hause gegen Oldenburg können wir aufbauen – und dann geht es nach Bamberg und dann kommt Frankfurt.«

 

Deutscher Pass für Bryant noch in diesem Jahr?

 

Freyer hat aber noch ein weiteres Pfund in der Hinterhand – die anstehende deutsche Staatsbürgerschaft des gebürtigen US-Amerikaners Bryant. Wie 46ers-Boss Heiko Schelberg sagte, hat Bryant die doppelte Staatsbürgerschaft beantragt, was die Sache ein wenig komplizierter gestaltet. »Wir sind aber noch genau in der Timeline, deswegen machen wir uns keine Gedanken, dass wir das bis Mitte, spätestens Ende Dezember abgeschlossen haben«, erklärt Schelberg.

 

Vertragsgespräche stehen an

 

Klappt das mit Bryant, wäre eine Ausländerplatz im Team frei, sodass der befristetete Vertrag des Amerikaners Brandon Thomas verlängert werden könnte. Zu dieser Zeit ist auch die Rückkehr des verletzten Guards David Bell vorgesehen. Dann hätte Freyer noch einen weiteren Qualitätsspieler im Kader. Schelberg gab aber zu verstehen, dass zur Weiterverpflichtung von Thomas, der bislang eine starke Saison spielt, die Finanzen noch geklärt werden müssten. Ein Wink an die Sponsoren.

Eine weitere zukunftsprägende Angelegenheit steht für die Gießen 46ers und Schelberg an. Nach der Saison läuft der Kontrakt mit Cheftrainer Freyer aus. Es dürfte im Sinne beider Protagonisten und des Gesamtprojekts Basketball in Gießen sein, so schnell wie möglich mit Freyer zu verlängern. Und am besten gleich für mindestens zwei weitere Jahre.

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