19. März 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Trainer Freyer erklärt den Kick mit dem Ball

Wortgefechte, Nickligkeiten, ganz schwache Schiedsrichter und ein Schuss der anderen Art von Coach Ingo Freyer. Das Basketball-Bundesliga-Spiel der Gießen 46ers war Emotion pur.
19. März 2018, 07:00 Uhr
Frustbewältigung: 46ers-Cheftrainer Ingo Freyer schießt nach einem weiteren fragwürdigen Pfiff der Schiedsrichter gegen seine Mannschaft im turbulenten Heimspiel gegen die Riesen Ludwigsburg den Ball weg. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Eines war im Vorfeld klar: Bei der Heimpartie der Gießen 46ers gegen die Riesen Ludwigsburg wird es auf dem Parkett heiß zugehen. Dass sie in vielen Phasen dann aber von den niemals eine Linie findenden Unparteiischen aufgrund ihrer Entscheidungen dominiert wird, war nicht nur für die knapp 3500 Zuschauer in der Sporthalle Ost ein Greuel. Die Fans auf den Rängen entwickelten schnell ein Gespür dafür, dass die Refs nicht gerade ihren besten Abend erwischt hatten – und dass bei den vielen zweifelhaften Pfiffen meist die Gießener benachteiligt wurden.

 

Rekord für Ludwigsburg

Das soll keine Entschuldigung für die 98:118-Niederlage der Gießen 46ers sein. Sie hatten vor allem in der ersten Hälfte gegen die traumwandlerisch sicher treffenden Ludwigsburger – und dabei besonders im ersten Viertel (16 von 18 Würfen von außen) – massive Probleme beim Körbeverhindern. Waren die 42 Punkte der Riesen nach den ersten zehn Minuten schon Bundesliga-Rekord, setzten sie mit dem Halbzeit-71:47 noch einen obendrauf.

»Die Ludwigsburger haben überragend getroffen – und die Schiedsrichter überragend gepfiffen. Und beides zusammen ist nicht einfach«, verschaffte sich der sichtlich geladene Freyer Luft über die Vorstellung der Schiris. Das hatte er bereits Ende des zweiten Viertels getan. Wahrlich aufsehenderregend. Als der Basketball in seine Nähe kam, nahm er ihn in die Hand und schoss ihn in bester Fußballmanier hoch auf die C-Tribüne. Die vielen Entscheidungen der Refs gegen sein Team hatten ihn, der sonst sehr besonnen ist, auf die Palme gebracht. Zuvor war 46ers-Powerforward Benjamin Lischka beim Ziehen zum Korb – gefühlt mehrmals – gefoult worden. Ein Pfiff blieb aber aus. Für die folgende Diskussion mit den Schiedsrichtern erhielt Lischka ein Technisches Foul. Wie später Freyer auch, der Glück hatte, dass er nach der Schuss-Aktion nicht der Halle verwiesen wurde. Freyer erklärte seinen Kick: »Das war mit Absicht. Ich wollte meiner Mannschaft zeigen, dass ich hinter ihr stehe.«

 

Freyer und Patrick im verbalen Clinch

Sein Pendant John Patrick tat das auch – und legte in der Pressekonferenz nach. Freyer sinnierte darüber, dass die Gegner oft den Gameplan haben, 46ers-Center John Bryant zu stoppen, und dass dies meist mit legalen Mitteln schwierig sei. Er zweifelte daran, dass die Refs sich auf diese Maßnahmen der jeweiligen Gießener Gegner so vorbereiten, dass sie diese dann auch erkennen. Als das Wort unfair in diesem Zusammenhang fiel, gab es kein Halten mehr für Patrick. Sein Team spiele nicht unfair, die Aussagen von Freyer seien auf unterstem Niveau und nicht professionell. Dass er Freyer einfach ins Wort gefallen ist und ihn nicht ausreden ließ, zeugte nicht gerade von Etikette – und spielte irgendwie die aufgewühlte Atmosphäre an diesem besonderen heißen Samstagabend wider.

Hitzig ging es – wie erwähnt – auch zuvor auf dem Parkett zu. Die Ludwigsburger sannen nach Revanche. Der Stachel der Hinspielniederlage tat immer noch weh. Dementsprechend legte der Bundesligadritte los, die Gießen 46ers hielten drei Minuten mit (9:10), ehe der spektakuläre 32:13-Lauf der Riesen folgte. »Wir wollten von Beginn an präsent sein«, sagte Justin Sears, der in der vergangenen Saison noch das 46ers-Trikot trug. Und das ging vollends auf.

 

Osthalle hinter 46ers

Die restlichen drei Viertel verliefen punktemäßig ausgeglichen (25:29, 23:25, 28:22), die 46ers gaben nicht auf. Bryant legte trotz der schnellen Foulbelastung erneut ein Double-Double auf (18 Punkte, 10 Rebounds). Bei den Gästen stach Peter-McNelly heraus, der mit 24 Punkten zum Topscorer avancierte und dabei sechs seiner neun Dreier traf.

Außergewöhnlich war, wie die gesamte Osthalle hinter ihren 46ers stand – trotz des Rückstandes. Und am Ende minutenlang skandierte: »Super Schiri, super Schiri, hey, hey!«

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