09. November 2018, 12:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Freyer duldet vor Spiel in Bamberg keine Ablenkung

Im November geht es für die Gießen 46ers Schlag auf Schlag. Ein Knaller folgt dem nächsten. Am Sonntag gastiert der Überraschungsdritte der BBL beim Ex-Meister Brose Bamberg.
09. November 2018, 12:00 Uhr
Fokussiert auf Bamberg – Gießens Cheftrainer Ingo Freyer und sein »Co« Steven Wriedt. (hf)

Gießen 46ers


Verkehrte Welt in der Basketball-Bundesliga – die Gießen 46ers stehen in der Tabelle vor dem Sonntaggastgeber aus Bamberg. Dritter gegen Fünfter – beide Mannschaften haben eine Niederlage. Um 15 Uhr eröffnet der Sprungball das für beide Teams richtungsweisende Spiel in der Brose-Arena. Die Gießener treten nach dem letztwöchigen 97:88 gegen Playoff-Kandidat Baskets Oldenburg mit stolzgeschwellter Brust an. Die Bamberger wollen indes die 66:92-Blamage vom Auswärtstrip bei den bis dato sieglosen Löwen Braunschweig vergessen machen. Für genügend Brisanz ist gesorgt. Wobei die Bamberger der klare Favorit sind.

Status Quo: Als Fan der Gießen 46ers muss man sich schon die Augen reiben, wenn der Blick auf die BBL-Tabelle schweift: Erster Bayern, Zweiter Berlin und Dritter Gießen. 10:2 Punkte nach sechs Spielen – und dazu noch die unnötige Niederlage gegen Bremerhaven im Kopf. Aber bei aller Betrachtungsweise sollte man nicht vergessen, dass bei den Siegen auch einige knappe dabei waren, die durchaus anders hätten ausgehen können. Abheben wird das 46ers-Team nicht, dafür sorgt Cheftrainer Ingo Freyer persönlich. Der 47-Jährige weiß die Situation genauestens einzuschätzen – eine schöne Momentaufnahme zu Beginn der Saison. Mehr nicht. Aber wenn ein Sieg aus Bamberg dazukommen würde, ist es ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Playoffs und für den Rest der Liga ein erneutes Zeichen, dass die Gießen 46ers fokussiert bleiben. Die aufkommende Euphorie ist für Freyer verständlich, aber er wiegelt ab: »Wir machen gerade einen guten Job und sind gerade heiß. Das heißt aber nicht, dass wir am Ende da stehen, wo wir jetzt stehen. Wir dürfen uns nicht von der Euphorie ablenken lassen, sondern müssen weiter hart an uns arbeiten.« Intern stimmt es bei den 46ers. Das Team präsentiert sich als homogene Einheit – auf dem Feld und außerhalb. Und 46ers-Chef Heiko Schelberg und Coach Freyer befinden sich in Vertragsverlängerungsgesprächen.

Der Gegner: Ganz so harmonisch dürfte es in diesen Tagen bei den Bambergern nicht unbedingt zugehen. Auch wenn man das 66:92 am vergangenen Wochenende in Braunschweig als Ausrutscher wertet, dürfte den Verantwortlichen um Headcoach Ainar Bagatskis der schwache Auftritt in der Löwenstadt nicht gefallen haben. Deswegen werden die Spieler um den wiedergenesenen Leader Nikos Zisis auf Wiedergutmachung aus sein, was ihnen am Dienstag auf europäischer Bühne in Antwerpen schon gelungen ist. Insgesamt scheinen die Bamberger nicht mehr so freaky zu sein wie in früheren Tagen. Mit dem für diese Saison propagierten Neustart wurde der Etat von über 20 Millionen Euro auf zwölf bis 14 Millionen heruntergeschraubt. Aus dem einstigen Euroleague-Teilnehmer wurde ein Champions-League-Starter – dem Wettbewerb hinter Euroleague und Eurocup. Im Kader stehen dennoch viele Hochkaräter.

Die Schlüsselspieler: Tyrese Rice gibt in Bamberg das Tempo vor. Er ist der beste Passgeber und mit knapp über zehn Punkten pro Spiel scort der 31-jährige Spielmacher im zweistelligen Bereich. Bester Schütze beim Ex-Meister ist Augustine Rubit (15,6 im Schnitt). Auf den vielseitigen und beweglichen Powerforward müssen die 46ers besonders aufpassen. An dem 2,00-m-Energiebündel dürfen sich sicherlich abwechselnd Benjamin Lischka, Mahir Agva, John Bryant und durchaus auch Larry Gordon austoben. Ähnliches werden Cliff Alexander, Elias Harris (im Training umgeknickt) und Stevan Jelovac erfahren, die zusammen mit Rubit die Körbe beackern. Bryce Taylor steht dagegen seit dem Braunschweig-Spiel nach einer langen Verletzung wieder im Kader. Guard Maurice Stuckey darf nicht von der Dreierlinie heißlaufen. Ob Patrick Heckmann und Arnoldas Kulboka verletzungsmäßig fehlen werden, ist nicht sicher. Nicht dabei ist auf jeden Fall der Langzeitverletzte Ex-Gießener Ricky Hickman.

Das Lazarett: Max Montana hat sich einen grippalen Infekt zugezogen. Freyer rechnet nicht damit, dass sein 2,06-m-Mann spielen kann. David Bell indes arbeitet akribisch an seiner Rückkehr. Der Guard hatte sich einen Riss im Brustmuskel zugezogen. Es folgte eine Operation – und nun die aktive Phase der Reha. Aus der medizinischen Abteilung ist über Bells Verlauf der Genesung nur Gutes zu hören. Es ist wahrscheinlich, dass der als Führungsspieler angedachte 37-Jährige Anfang Dezember wieder in den Spielbetrieb eingreifen kann.

Das sagt 46ers-Coach Freyer: Die Bamberger sind eine unheimlich tief besetzte Truppe. Man weiß gar nicht genau, auf wen man sich einrichten soll. Sie haben einen neuen Trainer und eine neue Mannschaft. Das muss sich erst einmal alles finden. Sie haben mit Rice einen europäischen Star im Team, zudem den NBA-Spieler Alexander. Die alle gut zu integrieren mit Spielern wie Zisis, Stuckey, Harris, das braucht seine Zeit. Und dafür haben sie die ersten Spiele alle gewonnen. Ich finde das saustark. Und dann ist es auch ganz normal, dass man in einem Spiel nicht so auf der Höhe ist, aus welchen Gründen auch immer.

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