07. Januar 2019, 07:05 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Der beste Spieler der Liga ist zurück

Aufatmen bei den Gießen 46ers: Kapitän John Bryant kehrte nach seiner Verletzung beim Sieg in Jena zurück – und wie. Trainer Freyer erklärt indes, warum er Bjarne Kraushaar fördert.
07. Januar 2019, 07:05 Uhr
Der Beste in Aktion: 46ers-Kapitän John Bryant wird auf dem Weg zum Korb von Julius Wolf (Jena) gefoult, hinten sieht Ike Iroegbu zu. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


»Mann, ich bin echt geschafft. Wenn du ein paar Wochen raus bist, geht so ein Spiel ganz schön auf die Lunge!« John Bryant schnaufte im Mittelkreis der Jenaer Arena noch einmal kurz durch, bevor er zum TV-Interview nach dem Spiel musste. Dafür, dass der Center so geschafft war, gab es aber auch einen guten Grund: Bei seinem Comeback nach einer Achillessehnen-Reizung war der Gießener Kapitän mit 21 Punkten, 20 Rebounds sowie sechs Assists überragend und trug seine Gießen 46ers zum erlösenden 81:61-Auswärtssieg bei Science City Jena – nach zuvor sechs Niederlagen nacheinander.

 

Freyer warnt

Entsprechend groß war die Erleichterung bei den Bundesliga-Basketballern, die angesichts der Talfahrt in den letzten Wochen dringend einen Erfolg brauchten. Dennoch machte Ingo Freyer klar: »Wir haben die Talsohle noch nicht durchschritten, das war nur ein Spiel.«

Es war dennoch ein wichtiges Spiel und eine Partie, die Hoffnung machte: Souverän hielten die Gießener die Hausherren vor 2324 Zuschauern auf Distanz, ließen sich auch von Comeback-Versuchen der Jenaer um den letztjährigen Gießener Jamar Abrams nicht aus der Ruhe bringen und ließen nie wirklich Zweifel am Auswärtssieg aufkommen. Zugegebenermaßen half es den 46ers, dass Jena auf Oliver Mackeldanz verzichten musste, den mit 2,11 Metern und 112 Kilo einzigen Spielern, der John Bryant etwas hätte entgegensetzen können. Ohne ihn musste Björn Harmsen den körperlich völlig unterlegenen Derrick Allen auf Bryant anzusetzen – ein verzweifelter Versuch, den besten Spieler der Liga zu stoppen.

 

Unterschied Bryant

Denn letzteres bewies »Big John« auch in Jena wieder: Er macht allein den Unterschied zwischen einem Playoff-Kandidaten und einem Team, das im Abstiegskampf stecken würde. Die Präsenz des Riesen ist zudem nicht nur auf, sondern auch neben dem Feld spürbar, wo er als Aufmunterer, Anfeuerer und Erklärer eine wichtige Rolle spielt. Nicht, dass Bryant bei seinem Comeback lange neben dem Feld verbracht hätte: Die Statistik verzeichnet fast 36 Minuten Einsatzzeit für Gießens Nummer 54. Dennoch hatte Trainer Freyer keine Angst, seinen Superstar zu überspielen: »Wir sind im ständigen Austausch, auch mit Blickkontakt und Körpersprache. Ich weiß da immer genau, ob er müde ist. Es war also okay, dass er so lang gespielt hat – sonst hätte er was gesagt. Und wir hatten auf dieser Position eine unglaubliche Überlegenheit.«

Die lange Einsatzzeit ist auch der personellen Situation zu verdanken: Benjamin Lischka, schon gegen Bonn angeschlagen, musste krank daheim das Bett hüten, Jeril Taylor gehört nicht mehr zum Team, und Siyani Chambers saß über die komplette Spielzeit nur auf der Bank. In der Crunchtime stand stattdessen wieder einmal Bjarne Kraushaar auf dem Parkett: »Bjarne ist ein Spieler, den ich fördern möchte. Und wenn ein Spieler, der in der nächsten Saison noch da sein wird, genauso stark ist wie ein Import-Spieler, ist klar, dass ich ihn fördere. Dazu ist er ein großer Spieler mit seinen 1,90 Metern und kann daher gut verteidigen. Bjarne hat gerade was die Defense angeht einen großen Sprung gemacht im Vergleich zur letzten Saison. Da ist es nicht so schlimm, wenn er mal Null von Fünf wirft. Das ist zwar schade, aber viel wichtiger ist der souveräne Ballvortrag und die Verteidigung«, lobte Freyer seinen Youngster.

 

Fokus auf Göttingen

Angesichts des Taylor-Abgangs liegt der Blick auf den Transfermarkt nahe. Doch in dieser Hinsicht sind die 46ers noch entspannt, so Freyer: »Wir haben Platz auf den Ausländerpositionen, deswegen sind wir immer auf dem neuesten Stand und am gucken. Wir überlegen, aber es muss eine Menge passen, auch finanziell. Da gibt es viele Faktoren, von denen so etwas abhängig ist.« U20-Nationalspieler Kostja Mushidi, der seinen Klub in Serbien in dieser Woche mit Ziel Deutschland verließ, ist aber kein Thema bei den Gießenern. »Auf seiner Position sind wir gut besetzt.«

Mit dem Sieg im Rücken gehen die 46ers nun deutlich entspannter in die nächste Zeit, nachdem sie mit vier Spielen in zehn Tagen, davon drei in fremden Hallen, zwischen den Jahren ein hartes Programm absolvierten. Vor dem Duell mit Göttingen am Freitag rückt das Positive wieder mehr in den Fokus, die Leichtigkeit ist zurück.

Und so freute sich Freyer am Samstagabend: »Wir haben morgen den ersten freien Tag seit langer, langer Zeit. Ich hätte in meinen Unterlagen schauen müssen, so lange ist der her.« Darüber wird sich auch John Bryant freuen – um dann mit neuer Luft in der Lunge die kommenden Aufgaben anzugehen.

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