04. Mai 2018, 17:24 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Der Spieler-Check zum Saisonabschluss

Für die Gießen 46ers ist die Saison 2017/18 Geschichte. Doch wie haben sich die Jungs von Coach Ingo Freyer geschlagen? Der Spieler-Check zum Saisonabschluss.
04. Mai 2018, 17:24 Uhr
Gießens überragender Kapitän John Bryant feiert mit den 46ers-Fans in Frankfurt, rechts Max Landis und links daneben Austin Hollins. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


 

Wertvoll

John Bryant: Zugegeben, auch der Autor war skeptisch, als die Verpflichtung bekanntgegeben wurde. Ja, klar, zweifacher MVP, Eurocup-First Team, Meister mit den Bayern, in seiner Hochphase unaufhaltsam. Aber mit einer letzten Saison, die Fragen aufwarf: War er bereits über seinen Zenit hinaus? Und vor allem: Wie soll ein Spieler wie John Bryant in ein Team passen, das Ingo-Freyer-Basketball spielt? Das waren berechtigte Fragen und Zweifel Mitte September. Und heute? Da sehen sie wahnsinnig aus. John Bryant ist für den Autor noch vor Luke Sikma der wertvollste Spieler der abgelaufenen BBL-Saison gewesen, er ist der beste Center der Liga und die Tatsache, dass er kein Allstar war, ist fast schon peinlich. Am Brett braucht es drei Spieler, um ihn aufhalten zu können, sein Distanzwurf wurde im Saisonverlauf immer besser, sein Auge für den Mitspieler und sein Basketball-IQ sind unfassbar. Dazu sah man ihn immer den jüngeren Spielern Tipps geben, und bei den Fans ging niemand ohne Autogramm oder Foto nach Hause. Diesen Spieler in einem Gießener Trikot zu sehen, war ein Geschenk.

Benjamin Lischka: Die Differenzen mit Ex-Trainer Denis Wucherer, der weiterhin als Bauermann-Nachfolger in Würzburg hoch gehandelt wird, waren ein offenes Geheimnis im letzten Jahr. Aber unter dem neuen Coach Ingo Freyer blühte der Forward auf. Diese Erstligasaison war die beste Spielzeit seiner Karriere, seine acht Zweitliga-Jahre mit eingerechnet. Spielte mit Selbstbewusstsein und holte alles aus seinem Talent heraus. In dieser Form ist er einer der zehn besten Deutschen in der BBL. Manchmal steht ihm sein Temperament im Weg, aber er selbst sagt: »Ich spiele besser, wenn ich hitzig bin« – und wahrscheinlich hat er damit recht. 

Bjarne Kraushaar: Die Ruhe und Abgeklärtheit, die der 18-Jährige mitbringt, ist beeindruckend. Ingo Freyer und Co. machten zudem einen guten Job bei der Steuerung seiner Einsatzzeiten. Wird in der kommenden Saison nach dem überstandenen Fachabi vollwertiges Kadermitglied werden und dann sicherlich den nächsten Schritt machen.

 

Guter Job

Mahir Agva: Kam nach einer persönlich schwierigen Saison aus Frankfurt und profitierte wie kein Zweiter von der täglichen Arbeit mit John Bryant. Lief oft als Powerforward auf und bekam so die Chance, seinen verbesserten Distanzwurf zu zeigen. Manchmal fehlte seinem Spiel die Konstanz, aber: Trotz seiner dritten BBL-Saison ist Agva immer noch erst 21 Jahre jung und hat viel Potenzial. Nicht ohne Grund in der Auswahl zum »Nachwuchsspieler des Jahres« in der BBL.

Max Landis: Seine Rookie-Saison in Belgien konnte man fast schon als gescheitert ansehen. Bei den 46ers konnte der Guard nur knapp mehr als die Hälfte der Saisonspiele absolvieren, weil ihn das Verletzungspech fest im Griff hatte. Zeigte seine Fähigkeiten als starker Distanzwerfer, brachte immer wieder Ruhe und Struktur ins Gießener Spiel. Ihn könnte man sich auch in der kommenden Saison gut im 46ers-Trikot vorstellen.

Jahenns Manigat: Verbesserte sich ebenfalls im Vergleich zur Ära Wucherer, vor allem im Passspiel konnte der Kanadier mehr zeigen. Wo das Auge für den Mitspieler glänzte, war der Guard aber auch oftmals zu eigensinnig und wollte mit dem Kopf durch die Wand. Wurde in Litauen, wohin er im Januar wechselte, für seinen neuen Klub Finals-MVP.

Jeril Taylor: Bei seinem ersten Auftritt gegen Ulm überraschte er alle. Ursprünglich für die ProB geholt, spielte er sich in der BBL-Mannschaft fest und erhielt einen Vertrag für die kommende Saison. Muss im Sommer an seiner Schussauswahl arbeiten, aber ist ein starker Rebounder, der noch Entwicklungsmöglichkeiten mitbringt.

 

Okay

Darwin Davis: Machte in der zweiten Saisonhälfte einen Sprung nach vorne, als er abgeklärter wurde und nicht mehr versuchte, jedes Spiel im Alleingang zu entscheiden. Immer wieder aber mit wilden Phasen, die dem Gießener Spiel nicht guttaten.

Jamar Abrams: Sorgte für die Highlights der Saison, denn das Athletikmonster war immer für einen Dunk der absoluten Spitzenklasse gut. Nicht ohne Grund BBL-Dunk-König beim Allstar-Day. Ordentlicher Rebounder, aber offensiv nicht in der Lage, ein Spiel zu übernehmen.

Austin Hollins: Seinem Spiel fehlte die Konstanz: Wenn er heißlief, war der Flügelspieler offensiv nicht zu stoppen, konnte smooth zum Korb ziehen oder das Netz von außen glühen lassen. Oftmals aber brachte er sich defensiv in Foulprobleme oder tauchte komplett ab. Konnte ein Spiel übernehmen, machte es aber zu selten.

 

Na ja

Mauricio Marin: Ab und an ließ der Berliner seine Fähigkeiten anklingen. Dann fiel der Distanzwurf, da ging mal was bei ihm. Wirkte aber oftmals zu gehemmt und blieb im Saisonverlauf eher blass. Auch Trainer Ingo Freyer setzte am Ende weniger auf den Flügelspieler, der im Sommer eine Ablösesumme an seinen Ex-Klub Tübingen zahlte, um nach Gießen wechseln zu können.

 

Blass

Marco Völler: Der Powerforward war als Spielertyp quasi das Gegenteil von dem, was man sich als typischen Ingo-Freyer-Spieler vorstellen würde. Sein Wechsel nach Frankfurt war für beide Seiten die beste Entscheidung.

 

Ohne Wertung

Alen Pjanic, Nick Hornsby, Anthony Okao, Leon Okpara, Dennis Mavin (alle Kurzeinsätze).

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