02. November 2018, 16:05 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Agva erzählt aus seinem Leben und von seinen Tattoos

Ein doppelter Espresso muss sein – obwohl Mahir Agva am liebsten Tee trinkt. Und mit Döner ist er aufgewachsen. Der Center der Gießen 46ers hat viel zu erzählen – auch von seinen Tattoos.
02. November 2018, 16:05 Uhr

Von Wolfgang Gärtner , 1 Kommentar
Gießens Center Mahir Agva steht auf Tattoos – für ihn sind es Kunstwerke. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


In Stuttgart lebt der Tätowierer seines Vertrauens. Dort lässt Mahir Agva stechen. Der Artist ist ein großer Basketballfan – und hat sich in der Szene einen Namen gemacht. Agva wurde schon von einigen BBL-Profis auf seine Tattoos angesprochen, die wissen wollten, bei wem er es hat machen lassen. Gerne gibt er die Adresse weiter. Auf die Spitzenpartie am Samstag gegen Oldenburg (18 Uhr, Osthalle) freut er sich – Heimspiele sind etwas Besonderes. Zuvor gibt es einen doppelten Espresso. Das ist sein Ritual. Damit kommt er auf Touren.

Ihre Arme zieren Tattoos. Was ist zu sehen?

Mahir Agva: Auf der linken Seite habe ich ein Bild von meiner Mutter. Sie ist mir sehr, sehr wichtig. Darüber ein Basketball mit einer Krone und darunter steht: Believe in yourself. Man soll immer an sich glauben, auch wenn es mal eine schwierige Phase gibt. Auf dem rechten Arm habe ich einen Schutzengel und hinten auf dem Rücken einen Löwen.

Warum lassen Sie sich tatöwieren?

Agva: Ich stehe auf Kunstwerke – und ein Tattoo ist für mich Kunst. Es ist wichtig, dass das Tattoo für mich eine Bedeutung hat. Ich bin ein Tattoo-Fan.

Nach der 92:91-Nervenschlacht in Ulm hat Trainer Ingo Freyer Sie voller Freude seitlich angesprungen. Welche Bedeutung hatte das für Sie?

Agva: Es war eine persönliche Genugtuung, dass ich am Ende lange Zeit auf dem Feld war. Ich schätze das sehr, dass Ingo mir in der wichtigen Phase das Vertrauen gegeben hat. Meine Mitspieler haben mich gefunden. Ich habe versucht, Blöcke zu stellen und hart abzurollen, sodass ich einfache Körbe bekam. Ich habe mich über den Sieg total gefreut. Wir waren alle erleichtert, weil es schwer ist, in Ulm zu gewinnen.

Wie ist Ihr Verhältnis zum Trainer?

Agva: Ich kann mit Ingo über alles reden. Ingo ist ein Players-Coach. Ich habe letztes Jahr schon frühzeitig meinen Vertrag um ein weiteres Jahr in Gießen verlängert. Ich fühle mich hier wohl und spiele gerne unter Ingo.

Welche Rolle bekleiden Sie außerhalb des Feldes im Team?

Agva: Ich bin ein entspannter Typ und mache gerne Witze – haue auch mal einen in der Kabine heraus. Ich verstehe mich mit allen gut. Die Teamchemie ist super. Wir haben einen guten Mix zwischen älteren und jüngeren Spielern.

Sind Sie auch einer, der die Musik in der Kabine auswählt?

Agva: Das machen Max Montana, Jeril Taylor oder ich. Es kommt darauf an, wer sein Handy zuerst mit der Box verbindet.

Und was gibt es zu hören?

Agva: Hip Hop R&B, mal neue, mal alte Hits.

Auffallend ist, wenn Sie Ihre Angriffsaktion starten, wirken sie hippelig. Warum?

Agva: Das habe ich auch schon von anderen gehört. John rät mir auch, dass ich, wenn ich den Ball habe, mir mehr Zeit lassen und die Verteidigung lesen soll. Daran arbeite ich natürlich.

Haben Sie ein gutes Verhältnis zu John Bryant?

Agva: Ja. Wir reden sehr viel miteinander. Ich kann viel von ihm lernen. Er ist einer der besten Center der Liga. Ich versuche, soviel wie möglich von ihm aufzusaugen. Er pusht mich und sagt, heute ist dein Spiel.

Sie haben schon als 16-Jähriger Bundesligaluft in Tübingen geschnuppert und einige Stationen hinter sich. Warum lief es bei den Frankfurt Skyliners nicht so wie gewünscht?

Agva: Es waren Höhen und Tiefen. Ich hatte eine lange Verletzung – einen Ermüdungsbruch im Knie –und war zehn Wochen raus. Ich war sogar bei Dr. Müller-Wohlfahrt in München. Jochen Hahne, der Teamarzt der Bayern-Basketballer, behandelte mich damals. Frankfurt war in einer Phase, sich neu zu finden. Johannes Voigtmann war weg, Danilo Barthel, Konsti Klein ebenso. Trainer Gordon Herbert war raus wegen seiner Rückenverletzung. Für mich persönlich war es nicht einfach, aber dennoch schätze ich die Zeit, weil ich viel lernen konnte und es eine gute Erfahrung für mich war.

Was ist in Gießen anders?

Agva: Hier ist alles sehr familiär. Gießen ist eher eine kleine Stadt. Wenn es mal ein gutes Spiel gibt, wird man in der Stadt darauf angesprochen. Basketball hat in Gießen einen hohen Stellenwert. Das finde ich gut. Das war auch in Tübingen so. Das Drumherum passt einfach.

Gibt es besondere Bezugspersonen für Sie bei den Gießen 46ers?

Agva: Einige. Aber Sören Beck besonders. Ihn kenne ich schon eine Ewigkeit. In der U18-Nationalmannschaft war er unser Teambetreuer, da haben wir zusammen die B-EM gewonnen. Als es klar war, dass ich nach Gießen komme, habe ich Sören natürlich gleich geschrieben, dass ich mich freue, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.

Und unter den Spielern?

Agva: Mit Max Montana unternehme ich viel. Wir sind beide 22. Er ist ein Rookie und zum ersten Mal in Europa. Wir hören die gleiche Musik und unterhalten uns bestens.

Ist er bei seinen Entscheidungen auch so spontan, wie wenn er beim Dreierwurf nicht lange fackelt?

Agva : Ja. Aber er ist ja ein guter Schütze.

Sie sind mit Dönern groß geworden?

Agva: Ja. Mein Vater hat vor 25 Jahren den ersten Dönerladen in Reutlingen aufgemacht. Mittlerweile besitzt er mehrere, die er aber alle vermietet hat. Er fokussiert sich nur noch auf einen. Das liegt ein bisschen in der Familie, meine Onkel betreiben ebenfalls Dönerläden. Überhaupt unterstützt mich meine Familie immer und ist oft bei den Heimspielen in der Osthalle.

Was macht einen guten Döner aus?

Agva: Das Brot und das Kalbsfleisch müssen frisch sein – und die spezielle Soße meiner Oma aus Joghurt und Kräutern muss drauf sein. Den von meinem Vater esse ich am liebsten.

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