09. September 2018, 19:53 Uhr

Handball-Bundesliga

Gedränge an der Spitze

09. September 2018, 19:53 Uhr
Flensburger Jubel mit Keeper Benjamin Buric. (Foto: dpa)

Für den THW Kiel endete die erste Attacke bei der angestrebten Rückkehr auf den Handball-Thron mit einer schmerzlichen Derby-Niederlage beim weiter ungeschlagenen Meister SG Flensburg/Handewitt. Während der Titelverteidiger nach dem 26:25 (15:13)-Prestigesieg im 1000. Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte und der punktgleiche Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen nach einem klaren 36:21 (20:11) beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim voll im Soll liegen, herrschte beim Rekord-Champion aus Kiel Frust über den ersten Rückschlag im Titelrennen.

»Ein Derby wird durch zwei, drei Fehler entschieden. Und diese haben wir zuviel gemacht«, stellte THW-Trainer Alfred Gislason enttäuscht fest. »Ich ärgere mich auch über die Entscheidungen in den kniffligen Phasen, unsere ausgelassenen Chancen über Außen und vom Kreis. Das alles hat uns die Möglichkeit gekostet, hier einen Punkt mitzunehmen.« Die Kieler, die nach drei mageren Jahren in dieser Saison als Titel-Topfavorit gehandelt werden, konnten diesem Anspruch am Samstag (noch) nicht gerecht werden. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen danach zur Ruhe mahnten. »Das war noch keine Standortbestimmung. Dafür ist es noch zu früh«, sagte der Sportliche Leiter Viktor Szilagyi. Doch der zum Saisonende scheidende Gislason weiß: »Am Druck in Kiel ändert das nichts.«

Im Vorjahr hatte der THW noch beide Duelle in Flensburg – sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League – für sich entschieden. Nach dem 98. Schleswig-Holstein-Derby jubelten dieses Mal die Hausherren, die den Abgang von sechs Leistungsträgern im Sommer erstaunlich gut weggesteckt haben. »Ich bin froh, dass wir jetzt acht Punkte haben. So können wir in Ruhe weiterarbeiten«, sagte SG-Trainer Maik Machulla. »Wir werden dadurch aber nicht übermütig.« In der vergangenen Meistersaison hatten die Flensburger, für die Holger Glandorf und Hampus Wanne mit jeweils fünf Toren am häufigsten trafen, nach vier Spieltagen 4:4 Punkte auf ihrem Konto. Jetzt sind es 8:0. Geschäftsführer Dierk Schmäschke wollte dennoch keine Euphorie verbreiten: »Wir bleiben geerdet.«

Zumal die Rhein-Neckar Löwen mit einem ebenfalls makellosen Saisonstart schon früh ihre Titelambitionen unterstrichen haben. Auch beim Aufsteiger in Bietigheim lief die Tormaschine des DHB-Pokalsiegers auf Hochtouren, obwohl Trainer Nikolaj Jacobsen einige Topspieler vor dem Auftakt in der Champions League am kommenden Mittwoch gegen den FC Barcelona über weite Strecken der Partie schonte. »Das war sehr gut, ich bin sehr zufrieden«, sagte Jacobsen. Kreisläufer Jannik Kohlbacher war mit sechs Toren bester Werfer für die Mannheimer.

Und auch der SC Magdeburg steht nach einem 32:27 (15:11) gegen Aufsteiger Bergischer HC mit 8:0 Punkten dank der besseren Tordifferenz derzeit vor Flensburg. Überragender Mann beim Sieger, der am kommenden Donnerstag die Kieler empfängt, war Nationalspieler Matthias Musche mit 16 Toren. »Er war unser Vollstrecker«, lobte SCM-Trainer Bennet Wiegert.

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