05. September 2018, 21:28 Uhr

Für Hahn/Koch schlägt Stunde des Siegers

05. September 2018, 21:28 Uhr
Reiner Hahn lässt mit Alexander Koch den Mitsubishi Lancer Evo X gewaltig fliegen und gewinnt die 2. Rallye Days Hessen mit über einer halben Minute Vorsprung. (ras)

Reiner Hahn und Alexander Koch vom ausrichtenden AMC Grünberg holten sich den Gesamtsieg bei den 2. ADAC Rallye Days Hessen am Samstag rund um Grünberg. Für Hahn war es der erste Gesamterfolg seit seinem Motorsport-Comeback vor genau zehn Jahren. Wie in den letzten beiden Jahren hatte der AMC am ersten Samstag im September zu seiner Rallye-Veranstaltung geladen. Bei bestem Wetter hatten insgesamt 72 Teams den Weg nach Queckborn gefunden, wo das Herz des Events schlug.

Ab dem späten Vormittag waren sieben Wertungsprüfungen (WP) unter die Räder zu nehmen. Der Start fand – wie im Vorjahr – auf dem Grünberger Marktplatz statt, wo Bürgermeister Frank Ide die Fahrzeuge auf die erste Wertungsrunde schickte. Ursprünglich war geplant, dass der Grünberger Rathauschef neben dem Licher Ex-Rallye-Profi Michael Gerber in einem Toyota Corolla WRC Platz nehmen sollte, doch krankheitsbedingt musste Ide passen.

Mit Startnummer 1 gingen Jörg Schuhej und Steffen Reith als Vorjahressieger auf die erste WP, die von Harbach über Queckborn bis nach Münster führte. Die Verteidigung des Gesamtsieges war das Ziel, jedoch quittierte das Material vorzeitig den Dienst, sodass Schuhej enttäuscht nach WP 1 aufgeben musste. Nun schlug die Stunde von Reiner Hahn und Alexander Koch (Lich/Laubach) im Mitsubishi Lancer Evo X. Nach gefühlt unendlich vielen zweiten und dritten Gesamtplätzen fuhren Hahn/Koch die erste Bestzeit des Tages. Dieser Trend sollte auch bis ins Ziel nicht mehr abreißen, sodass Hahn/Koch am Abend mit sechs von sieben Bestzeiten als Gesamtsieger feststanden. Die Freude bei dem für den AMC Grünberg startenden Team war riesig. Platz zwei in der Gesamtwertung belegte der ebenfalls aus Lich stammende Sebastian Wolf, der mit Beifahrer Andreas Luther (Eisenach) ebenfalls in einem Mitsubishi Lancer Evo X unterwegs war. Der dritte Rang ging an Helmut Beckmann (Wipperfürth) und Dominic Kremkau (Gemünden), die ebenfalls einen Mitsubishi Lancer pilotierten. Als schnellstes nicht allradgetriebenes Team kamen auf Platz vier Marcel Schuhej (Fulda) und Tanja Timmer (Schwalmstadt) auf einem Honda Civic ins Ziel. Nach einem kleinen Ausrutscher auf WP 1 lieferte sich der Sohn des letztjährigen Gesamtsiegers einen tollen Fight mit Nico Leschhorn/Natalie Solbach-Schmidt (Hungen/Olpe), wobei Schuhej letztendlich das glücklichere Ende für sich hatte.

Bei den Retro Rallye Days, die auf den gleichen Prüfungen stattfanden, gab es ebenfalls einen Überraschungssieger. Gilt es bei der Rallye 70 darum, die schnellste Zeit zu setzen, so gilt es bei der Retro-Veranstaltung, möglichst genau an eine vorgegebene Zeit heranzufahren. Nach sechs gemeinsamen Jahren im Auto gelang Martin und Carolin Bernhardt der erste Gesamtsieg im Opel Manta. Zweite wurden Rainer Schlesinger/Horst Diemer (MSC Emstal) auf BMW 2002 ti vor Walter Lenz/Erhard Walenda (KMC Kassel) auf Porsche 911.

Ein Jahr Vorbereitung

Lobende Worte gab es von vielen Seiten für Veranstalter AMC Grünberg. Die Wertungsprüfungen kamen bei den Teilnehmern sehr gut an und wurden teilweise sogar als tauglich für einen Lauf zur deutschen Meisterschaft befunden. Besondere Freude bei den Zuschauern löste der Einsatz der beiden Toyota Corolla WRC von Michael Gerber und ROMO-Teamchef Ronald Leschhorn aus Hungen als Vorausfahrzeuge aus. Beide bereiteten sich mit diesem Einsatz auf die in San Marino stattfindende RallyeLegend vor.

Begeistert von den Rallye Days war auch der Sieger des letzten Laufs zur deutschen Rallyemeisterschaft, Marijan Griebel, der gemeinsam mit Beifahrer Alexander Rath einen von ROMO-Motorsport eingesetzten Peugeot 208 T16 R5 als Sicherheitsvorausfahrzeug pilotierte.

Die 3. ADAC Rallye Days Hessen sollen am 7. September 2019 über die Bühne gehen. Es ist davon auszugehen, dass die Vorbereitungen erneut ein Jahr andauern, sodass sich die Verantwortlichen wohl schon in den nächsten Tagen oder Wochen an die Arbeit machen. »Für die Rallye Days 2018 haben wir ein komplettes Jahr Zeit investiert, u. a. Anwohner, Landwirte und Jagdgenossen angesprochen, ehe die entsprechenden Behörden dann das Ganze genehmigten«, sagte AMC-Pressebeauftragter Christoph Weiß. Der Verein konnte auch auf die Hilfe von befreundeten Klubs und Anwohnern setzen.

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