10. Mai 2018, 22:13 Uhr

HSG Wetzlar

Füchsen keinen Punkt gestohlen

Den Pokal-Schock noch nicht ganz verdaut, setzt es für die HSG Wetzlar im Bundesliga-Heimspiel gegen die Füchse Berlin eine 26:31-Niederlage.
10. Mai 2018, 22:13 Uhr
Die Ballkontrolle fiel den Wetzlarer Bundesliga-Handballern um Joao Ferraz (9) und Anton Lindskog (66)) auch beim 26:31 gegen die Füchse Berlin wieder schwer. (Foto: ras)

HSG Wetzlar


Im Spiel eins nach dem Pokal-Desaster von in Hamburg mühten sich die Grün-Weißen redlich, produzierten beim 26:31 (14:16) gegen die Hauptstädter aber wieder zu viele technische Fehler, um sich noch besser aus der Affäre zu ziehen. »Berlin hat sehr routiniert, mit sehr viel Selbstvertrauen und hoher Qualität auf allen Positionen gespielt«, erklärte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. »Unsere Mannschaft hatte sich viel vorgenommen. Man hat eine Reaktion gesehen, denn das Wochenende hat den Jungs doch in den Knochen gesteckt.«

In den ersten Minuten konnte man schon fast von Abtasten reden, so gemächlich bewegten sich beide Mannschaften im Vorwärtsgang. So versuchte man im Positionsangriff langsam ins Spiel zu finden. Berlins Coach Velimir Petkovic agierte mit Mattias Zachrisson in der Mitte, an seiner Seite Fabian Wiede und der Ex-Wetzlarer Steffen Fäth. Bis zum 2:2 (6.), Joao Ferraz hatte per Doppelpack ausgeglichen, sahen die 4311 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel.

In der Folge schien sich der Geist von Hamburg wieder in die Truppe von HSG-Trainer Kai Wandschneider einzuschleichen. Zwei ungenaue Anspiele zu Anton Lindskog an den Kreis und schon hatte Zachrisson per Gegenstoß zum 4:2 vorgelegt. Da half es auch nichts, dass Benjamin Buric sich auf die Würfe von Fäth eingestellt hatte. Im Angriff lieferten die Grün-Weißen zu viel Stückwerk ab, produzierten technische Fehler, wirkten zeitweise so nervös wie im Halbfinale in Hamburg.

Der Berliner Mittelblock mit Drago Vukovic und Jakov Gojun stellte HSG-Kreisläufer Anton Lindskog gut zu, dennoch kam kaum ein Wetzlarer Spiel über die Außen zustande. Die Füchse spielten souveräner und sicherer auf, sodass Trainer Wandschneider in der 20. Minute versuchte, deren Lauf mittels einer Auszeit zu stoppen.

Dass Handball auch einfach sein kann, zeigte Alexander Hermann kurz darauf, als er sich mit Überzeugung durch die Berliner Abwehr tankte und auf 8:11 verkürzte. Beim 11:11 von Stefan Kneer war der Ausgleich geschafft, nach dem 14:14 hatte die HSG sogar die Chance, in Führung zu gehen. Christoph Reißky saß eine Zeitstrafe ab, doch Ferraz leistete sich einen haarsträubenden Fehlpass in Richtung Hermann. In den letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit warf Wandschneider sogar den angeschlagenen Evars Klesniks aufs Feld, doch die Füchse sicherten sich die 16:14-Führung zur Pause, begünstigt durch das erneut schlechte Überzahlspiel der Grün-Weißen.

Im zweiten Durchgang agierten die Füchse noch konzentrierter und vor allem Steffen Fäth gelang es an alter Wirkungsstätte immer wieder, sich durchzusetzen und insgesamt neun Treffer zu erzielen. Obwohl ihm Buric einige Bälle wegnahm, ließ sich der zukünftige Rhein-Neckar-Löwe kaum stoppen, wie beim 22:17 in der 39. Minute. Auch eine Wahnsinns-Parade von Buric, der am Boden liegend frei gegen Gojun den Ball mit der Fußspitze an die Hallendecke lenkte, konnte den Bock nicht mehr in Richtung Wetzlar umstoßen.

Im Angriff fehlte den Wetzlarern die Präzision, sei es im Abschluss oder im Ballvortrag. So war das 21:24 von Kristian Björnsen (47.) das letzte Mal, das die HSG bis auf drei Tore herankommen konnte. An Chancen fehlte es kaum, Konzepte wurden gut vorgetragen, doch der Ball wollte einfach zu selten den Weg ins Tor finden. Maximilian Holst ballerte einen Gegenstoß an den Pfosten, das nächste Mal scheiterte er an Füchse-Keeper Petr Stochl. Wandschneider nahm in der 54. Minute seine letzte Auszeit, brachte Youngster Till Klimpke für Buric und Klesniks für Lindskog, der sich hinten wie vorne abgerackert hatte.

»Ich bin sehr zufrieden mit diesem Sieg. In Wetzlar ist es unangenehm zu spielen«, war Füchse-Coach Petkovic hinterher erleichtert, »viele unterschätzen diese Mannschaft, doch die kommen immer wieder.«

Für Kai Wandschneider und seine Mannschaft stand vor allem im Vordergrund, den Fans in Wetzlar einen großen Kampf zu liefern und das Debakel in Hamburg vergessen zu machen. »Ich denke, das haben wir geschafft. Wir haben kämpferisch absolut überzeugt, haben nicht die Köpfe hängen lassen. Schade, dass die Überzahl beim 14:14 wieder in die Hose gegangen ist.«

Wetzlar: Klimpke, Buric, Weber; Hermann (4), Kneer (2), Björnsen (5/1), Pöter (2), Ferraz (4), Mirkulovski, Volentics, Holst (3/2), Forsell-Schefvert (1), Kvist, Klesniks, Lindskog, Cavor (5).

Berlin: Heinevetter, Stochl; Wiede (3), Elisson (3), Milde, Vukovic (1), Struck, Gojun (1), Lindberg (9/7), Zachrisson (3), Fäth (9), Reißky, Koch (2), Drux.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Neuried/Offenburg). – Zuschauer: 4311. – Zeitstrafen: 6:4 Min. – Siebenmeter: 3/3:8/7.

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