28. September 2018, 07:25 Uhr

Handball

Florian Billek: »Lassen uns nicht blenden«

Ehemaliges Hüttenberger Quartett im Team des HSC Coburg vor der Rückkehr nach Mittelhessen.
28. September 2018, 07:25 Uhr
Einst Hüttenberger, nunmehr Coburger: Trainer Jan Gorr (rechts) und Kreisläufer Sebastian Weber kommen heute zum Zweitliga-Duell in die Sporthalle Gießen Ost. (Foto: Imago)

TV 05/07 Hüttenberg


Wenn heute Abend um 20 Uhr das Zweitliga-Spiel TV 05/07 Hüttenberg gegen den HSC 2000 Coburg angepfiffen wird, ist das für einige Akteure eine Reise in die Vergangenheit. Denn bei den Gästen ist Jan Gorr – bereits im sechsten Jahr – der verantwortliche Mann auf der Bank. Jener Jan Gorr, der 2011 als Trainer mit dem TVH den vorletzten sensationellen Aufstieg in die Bundesliga genauso schaffte wie mit dem HSC 2000 Coburg in der Saison 2015/16. Eine weitere Parallele ist allerdings auch, dass der gebürtige Gießener in beiden Fällen den direkten Abstieg nicht verhindern konnte.

Doch heute Abend kommt der 40-Jährige mit seiner Mannschaft als ungeschlagenes Spitzenteam zum Duell in die Gießener Osthalle. Und nicht wenige haben den HSC 2000 Coburg auf dem Zettel, wenn es um den Aufstieg in dieser Saison geht. »Ich habe vor der Saison gesagt, das fünf, sechs oder sieben Teams für den Aufstieg in Frage kommen«, sagt Gorr, »und wir so lange wie möglich vorne dranbleiben wollen. Dass uns der Saisonstart so gut gelingt, haben wir selbst nicht unbedingt erwartet.«

Um dies zu realisieren, hat Jan Gorr seit seinem Amtsantritt eine mittelhessische Fraktion bei den Vestestädtern um sich gescharrt. In seinem dritten Jahr in Coburg ist Kreisläufer Sebastian Weber in dieser Saison als Kapitän noch stärker der verlängerte Arm seines Trainers. Der 32-jährige »Sebbl« hat beide Erstliga-Jahre mit Jan Gorr erlebt, zudem aber auch weitere acht Jahre mit der HSG Wetzlar um Bundesliga-Punkte gekämpft.

Auch der gebürtige Heuchelheimer Florian Billek war 2011 einer der Hüttenberger Aufstiegshelden. Wie etliche seiner damaligen Mannschaftskameraden spielte sich der Rechtsaußen mit starken Auftritten ins Rampenlicht und wechselte 2012 für drei Jahre zum Bundesligisten nach Balingen. Der Linkshänder ist mittlerweile bereits im fünften Jahr in Coburg. 2017 kam er sogar zu einem Länderspieleinsatz gegen Schweden und ist somit der erste deutsche Nationalspieler Coburgs. Auch in dieser Saison ist Billek wieder der Topscorer der Oberfranken und belegt aktuell mit bereits 37/15 Toren den zweiten Platz in der Liga-Torschützenliste.

»Wir haben gut angefangen und können selbstbewusst beim TVH antreten«, blickt Billek auf das Duell in der Osthalle, »lieber wäre es mir aber - ganz ehrlich - gewesen, in der engen Hüttenberger Halle zu spielen.«

Das Kleeblatt wieder komplett macht, nach dem Abgang von Stefan Lex nach Hamm-Westfalen im Sommer, Torwart Konstantin Poltrum. Der in Friedberg geborene 24-Jährige kam vom Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz, wo er die letzten drei Jahre mit starken Leistungen überzeugte. In seiner Hüttenberger Zeit wurde »Konsti« nicht nur mit der A-Jugend südwestdeutscher Meister, sondern kam auch in der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft zum Einsatz.

Alle vier Mittel- und Oberhesseen werden sicherlich heute Abend viele Verwandte, Freunde und alte Weggefährten begrüßen können und viele Hände schütteln. Für Sentimentalitäten zu ihrem alten Verein wird es aber zumindest 60 Minuten lang nicht kommen.

»Wir bereiten uns vor wie auf jedes andere Spiel«, stellt »Flo« Billek, der in diesem Sommer seinen Bachelor in Sport- und Fitnessökonomie abgelegt hat, die Professionalität ganz oben an, »wir lassen uns von den Hüttenberger 3:5 Punkten nicht blenden – und dass der TVH bislang beide Heimspiele nicht hat gewinnen können, macht die Sache für uns bestimmt nicht leichter.«

Für Jan Gorr ist die Partie in der Osthalle gegen seinen TV Hüttenberg alles andere als »business as usual«, erinnert die Spielstätte doch an die großen Erstliga-Auftritte 2011/12 gegen TBV Lemgo, THW Kiel und den HSV Hamburg. »Handballerisch ist das ein ganz normales Spiel, ansonsten aber schon einen Tick mehr«, gesteht Gorr ein, verabschiedet sich und widmet sich wieder dem Videostudium – vom TV 05/07 Hüttenberg!

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