10. September 2018, 14:49 Uhr

FC Gießen

FC-Gießen-Trainer Cimen: »Am Ende ist das Ergebnis gerecht«

Gegen leidenschaftliche Fliedener gibt Fußball-Hessenligist FC Gießen erstmals Punkte ab. Fliedens Trainer Meik Voll kritisiert FC-Verteidiger Kevin Nennhuber scharf.
10. September 2018, 14:49 Uhr
Ralph Görlich
Nur einmal kommen die Gießener an der Fliedener Verteidigung erfolgreich vorbei. (Foto: Kuhn)

Nicht gewonnen, aber die Tabellenführung ausgebaut: Anstatt den nächsten Sieg in der Fußball-Hessenliga einzufahren, stolperte der bis dato verlustpunktfreie Tabellenführer FC Gießen bei Buchonia Flieden, die sich mit aufopferungsvollem Kampf ein 1:1 (1:1)-Unentschieden verdiente.

Im zweiten Durchgang war Flieden dem zweiten Treffer sogar näher als die Elf von Daniyel Cimen, die erstmals in dieser Saison Federn ließ – sich aber hinterher wenigstens darüber freuen konnte, dass die hartnäckigsten Verfolger aus Alzenau und Kassel ihre Spiele verloren.

Cimen musste nach 90 nervenaufreibenden Minuten eingestehen: »Am Ende ist das Ergebnis gerecht. Wir nehmen das so mit, wir wissen ja, wie schwer es in Flieden ist.« Gerecht war schon das 1:1 zur Pause: Flieden, bei dem Neuzugang Taras Zaviiskyi direkt in der Startelf stand, war von Anfang an voll im Spiel, attackierte früh, war hellwach und kaufte dem Spitzenreiter so den Schneid ab.

Wir haben den Start ins Spiel verschlafen

FC-Trainer Daniyel Cimen

Groß war der Jubel bei der Mehrheit der 800 Zuschauer, als Kemal Sarvan die Gastgeber in Führung brachte: Nach Foul von Kevin Nennhuber an Fabian Schaub verwandelte Kemal Sarvan vom Elfmeterpunkt humorlos (10.). »Wir haben den Start ins Spiel verschlafen und wollten verhindern, dass Flieden früh in Führung geht, das ist uns leider nicht gelungen«, haderte Cimen.

Barbaros Koyuncu (l.) und sein FC Gießen tun sich in Flieden schwer. (Foto: Kuhn)
Barbaros Koyuncu (l.) und sein FC Gießen tun sich in Flieden schwer. (Foto: Kuhn)

Die Fliedener standen auch danach gut, warfen sich in jeden Ball, während Gießen lange Zeit mit dem Spielgerät nicht viel anzufangen wusste. Die beste Chance hatte noch Routinier Michael Fink mit einem Schuss aus 30 Metern (23.). Nach einem Geniestreich von Cem Kara stand es jedoch plötzlich 1:1: Der Ex-Offenbacher chippte den Ball zu Damjan Marceta, der legte zurück, in der Mitte rutschte noch Fliedens Innenverteidiger Niko Zeller weg – Kara konnte dann locker einschieben (24.).

 

Gießen hatte seine beste Phase kurz vor der Halbzeit

Kurz darauf forderte die Gästebank vehement Elfmeter, als Tobias Bartel den Ball an die Hand bekam (29.). Die Chancen für den Tabellenführer häuften sich nun, Christopher Schadeberg per Kopf nach Kara-Freistoß (33.) sowie Johannes Hofmann (35.) und Barbaros Koyuncu (45.+1) ließen jedoch gute Möglichkeiten liegen. Andererseits hätte Flieden in der enorm temporeichen Begegnung auch wieder auf 2:1 stellen können, Andre Leibolds Direktabnahme strich jedoch – noch leicht abgefälscht – knapp am langen Pfosten vorbei (38.).

Cem Karas Treffer zum 1:1 reicht für Gießen zu einem Punkt in Flieden. (Foto: Kuhn)
Cem Karas Treffer zum 1:1 reicht für Gießen zu einem Punkt in Flieden. (Foto: Kuhn)

Im zweiten Durchgang war Flieden dem zweiten Tor sogar näher als der Tabellenführer: Gießen hatte zwar weiterhin viel mehr Ballbesitz, wusste damit jedoch weiterhin nicht viel anzufangen: Die besten Chancen hatten noch Kara (58., deutlich drüber) und der eingewechselte Markus Müller mit einer Volleyabnahme aus 17 Metern, die nur knapp über das Tor strich (65.). Die Cimen-Elf spielte in der Schlussphase dann Powerplay, hatte reihenweise Standards, viel mehr als ungefährliche Distanzschüsse von Cecen (83.) und Lekaj (85.) sprangen dabei nicht heraus, gefährlich wurde es nur nochmal nach einer guten Freistoßvariante von Kara auf Johannes Hofmann (76.).

Die Buchonen wiederum hatten durch Zaviisky (50., 57., 84.) und dem starken Marc Röhrig (74.) beste Chancen, die größte ließ allerdings Röhrig liegen, der nach einem klasse Konter den Ball nicht auf den freien Zaviisky passte (77.). »Das hätte der Dolchstoß sein müssen«, monierte Buchonen-Trainer Maik Voll.

Ich hoffe, dass die Schiedsrichter sich so ein Spiel auch mal anschauen.

FC-Trainer Daniyel Cimen
 

In der Nachspielzeit hatten die Gastgeber dann allerdings Glück, dass der starke Schiedsrichter Andre Klein (Frankfurt)  auf Weiterlaufen entschied, als Bartel Joker Tim Korzuschek im Strafraum abräumte (90.+2). Cimen ärgerte sich aber vielmehr über den nicht gegebenen Strafstoß im ersten Durchgang: »Ich hoffe, dass die Schiedsrichter sich so ein Spiel auch mal anschauen. Ich hatte den Eindruck, dass der Schiedsrichter öfter die falsche Entscheidung getroffen hat. Mir reicht es dann auch nicht, wenn man mir sagt, dass es keine Absicht war. Natürlich war es das nicht, aber die Regel besagt ganz klar: Wird die Körperfläche vergrößert, gibt es Elfmeter.«

Dennoch nahm der Ex-Profi auch die eigene Elf in die Pflicht: »Wir haben uns im Spiel nach vorne zu schwer getan, zu oft durch die Mitte gespielt und oft die falsche Entscheidung getroffen.«

 

Scharfe Kritik von Fliedens Trainer an Gießens Nennhuber

Fliedens Trainer Meik Voll wiederum war »vollkommen stolz« auf sein Team: »Dieser Punkt ist für uns Gold wert, euch tun die zwei verpassten Punkte nicht weh«, meinte der 43-Jährige, der zudem auf der Pressekonferenz Gießens Innenverteidiger Kevin Nennhuber wegen dessen Verhalten auf dem Platz scharf kritisierte: »Das ist erbärmlich, was er hier abgeliefert hat, gerade was den Respekt uns gegenüber angeht. Da ist in der Erziehung einiges schief gelaufen. Der kann gerne mal hierherkommen und bei der Ernte helfen, dann setzen wir ihn auf einen Traktor. Dann weiß er, was ehrliche Arbeit ist.«

 


Flieden: L. Hohmann; Leibold, Zeller, Bartel, N. Hohmann – Gaul (63. Rumpeltes), Sarvan – Röhrig, Drews, Zaviiskyi (90. Bohl) – Schaub (68. Hagemann).

Gießen: Sahin; Antonaci, Schadeberg, Nennhuber, Lekaj – Fink, Cecen – Koyuncu (80. Korzuschek), Hofmann (86. M. Kara), C. Kara – Marceta (56. Müller).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Klein (Obertshausen). – Zuschauer: 800. – Tore: 1:0 (10.) Sarvan (Foulelfmeter), 1:1 Cem Kara (24.). – Gelb-Rote Karte: Sarvan (90.+3).

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