12. August 2018, 19:28 Uhr

HSG Wetzlar

Ernüchterung im Vater-Sohn-Duell: HSG Wetzlar verliert gegen Wacker Thun

Es sollte alles auf einen schönen Abschluss der Vorbereitung auf die Handball-Bundesliga-Saison hinauslaufen, doch was folgte, war eine Ernüchterung im letzten Testspiel der HSG Wetzlar gegen Thun.
12. August 2018, 19:28 Uhr
Vater und Sohn: Lenny Rubin (l., HSG Wetzlar) und sein Papa Martin, der später als Trainer von Wacker Thun das Handball-Testspiel gegen den mittelhessischen Bundesligisten gewinnt. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Es war angerichtet in der Dutenhofener Sporthalle – vor gut 350 erwartungsvollen Fans. Auf der einen Seite die neue Mannschaft der HSG Wetzlar mit Zugang Lenny Rubin, auf der anderen Seite Gegner Wacker Thun mit Lennys Vater Martin als Trainer und der Ex-Mannschaft von Lenny. Natürlich war die Wiedersehensfreude groß. Doch am Ende sollte die Ernüchterung bei der HSG folgen, die dem Schweizer Meister mit 26:28 (13:12) unterlag.

Probleme mit der Wacker-Abwehr

Die HSG Wetzlar tat sich schwer gegen die massive Deckung der Eidgenossen und ging erstmals nach einem Siebenmeter durch Maximilian Holst zum 4:3 in Führung. Doch immer wieder scheiterten die Angriffsbemühungen der Domstädter kläglich. Alleine Anton Lindskog vergab dreimal völlig freistehend. Dennoch erspielten sich die Mittelhessen einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprung, der nicht lange hielt, da die Angriffsreihen einfach viel zu fahrlässig mit den sich gebotenen Chancen umgingen. Alleine Torwart Tibor Ivanisevic und dessen zehn Paraden in der ersten Halbzeit war es zu verdanken, dass die individuellen Fehler nicht schon in der ersten Halbzeit zu einem Rückstand führten, sodass die HSG mit 13:12 in die Halbzeitpause ging.

Hälfte zwei sollte dann jedoch die mangelnde Einstellung einiger HSG-Spieler strafen. In der 44. Minute spielte Wacker Thun mit 20:19 die Führung heraus, die sie dann bis zum Spielende nicht mehr abgeben sollten. Zäh verlief das Angriffsspiel in den Reihen der Grün-Weißen, die Abwehr fand in Halbzeit zwei gar nicht mehr statt. Torwart Till Klimpke, der nach der Pause für Tibor Ivanisevic zwischen den Pfosten stand, konnte trotz einiger guter Paraden die Fehler seiner Vorderleute in der Abwehr nicht ausmerzen. Die logische Konsequenz, dass Trainer Kai Wandschneider ihn in der 50. Minute erlöste und erneut Ivanisevic brachte, der jedoch auch auf verlorenem Posten stand. Wandschneider nahm im Laufe der zweiten Halbzeit zwei Auszeiten. Lautstark und angefressen versuchte er vergeblich, seine Spieler wachzurütteln, die am Ende verdiente 26:28-Niederlage war die logische Konsequenz.

HSG-Coach Wandschneider warnt

»Wir haben in der ersten Halbzeit ganz gut angefangen, aber im Spiel nach vorne viel zu viele freie Chancen liegen lassen. Dank Tibor Ivanisevic konnten wir jedoch die erste Halbzeit mit 13:12 für uns entscheiden. In der zweiten Halbzeit fand unsere Abwehr gar nicht mehr statt – hier haben wir das Spiel verloren, Wacker Thun hat sehr gut gespielt und jede Eins-gegen-Eins-Situation gewonnen. Eklatant war, dass unser Innenblock gegen die zweite Welle der Schweizer nicht auf eine 6:0-Deckung ging, sondern jeweils auf die 5:1-Formation. Das haben wir so nicht besprochen, und auch meine Korrekturversuche in den Auszeiten trugen zu keiner Besserung bei. Mit dieser Leistung und auch der Leistung der letzten beiden Spielen im Linden-Cup wird die neue Saison eine verdammt enge Kiste – das kann ich jetzt schon vorhersagen«, analysierte der Coach der Wetzlarer.

Nach jedem Rückstand mache sich in seiner Mannschaft die Verunsicherung breit, und die Mannschaft fiele auseinander. »Keiner außer Filip Mirkulovski traut sich, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Ich kann diese eklatante Verunsicherung in meinem Team nicht verstehen und muss nächste Woche viele Einzelgespräche führen, denn mit solch einer Leistung werden wir auch am Wochenende in der ersten Pokalrunde gegen den TV Großwallstadt und Ausrichter EHV Aue nicht in die nächste Pokal-Runde einziehen«, warnte Wandschneider.

Lenny Rubin spricht Klartext

Indes erklärte Lenny Rubin: »Natürlich war es schön, alle meine alten Kollegen und meinen Vater wiederzusehen, aber wir haben extrem schlecht gespielt. Über 60 Minuten war unsere Abwehr überhaupt nicht vorhanden, mit solch einer Leistung verlierst du dann gegen eine sehr gut aufgelegte Mannschaft von Wacker Thun.«

Vater Martin Rubin strahlte natürlich: »Ja klar war es schon sehr speziell für mich, gegen meinen Sohn anzutreten, aber ich kann dies mit Anpfiff der Partie sehr gut ausblenden – und mein Sohn ist dann für die nächsten 60 Minuten eben nur noch ein Gegenspieler von vielen. Meine Mannschaft ist sehr motiviert in dieses Spiel gegangen, sie wollte eben auch Lenny zeigen, dass wir gut genug sind und er eben auch hätte bei uns bleiben können«, so Martin Rubin augenzwinkernd. »Für uns kleines Handball-Land, welches die Schweiz nun mal ist, ist es natürlich immer motivierend, gegen eine deutsche Bundesliga-Mannschaft zu spielen, da brauchst du als Trainer nicht viele Worte. Wir haben eine gute Abwehrleistung abgerufen und hatten natürlich auch einen super Torwart mit Marc Winkler, der die Wetzlarer Spieler fast zur Verzweiflung gebracht hat«, so ein glücklicher und zufriedener Trainer Martin Rubin.

HSG Wetzlar: Ivanisevic (bis 30. Minute, ab 51. Minute), Klimpke (31. Minute – 50. Minute), Hermann (1), Kneer, Björnsen (1), Mirkulovski (3), Schreiber (1), Torbrügge, Weissgerber (3), Frend Öfors (2), Holst (7/6), Forsell Schefvert (1), Rubin (4), Lindskog (2), Cavor (1).

Wacker Thun: Winkler, Felder, Raemy (9), Döhler (1), Suter (2), Giovanelli, Lanz (3), Friedli, Simon Huwyler (1), Gosteli (3), Gruber, Stefan Huwyler, Krainer (1), Wyttenbach (2/1), Wiek, Delhees (3), Holm (3).

Schiedsrichter: Christian Hannes/David Hannes – Zuschauer: 350 – Zeitstrafen: 4/8 Minuten – Siebenmeter: 8/7 – 2/1.

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