30. Juli 2018, 07:00 Uhr

FC Gießen

»Entwarnung« bei Noah Michel vom FC Gießen

Noah Michel, Angreifer vom FC Gießen, wurde operiert und hatte »Glück im Unglück« - nur einer von mehreren Aspekten beim kuriosen Fußball-Hessenliga-Auftakt im Waldstadion.
30. Juli 2018, 07:00 Uhr
Die Aktion, in der sich Gießens Noah Michel verletzt: Der Zusammenprall mit SCW-Keeper Fabian Grutza am Samstag. (Foto: fro)

Zwei Nachrichten ragen an diesem denkwürdigen Gießener Hessenliga-Auftakt am Samstag heraus: Gießen hat den neuen Fußballclub mit großem Interesse angenommen. Und der vom Krankenwagen abtransportierte Noah Michel scheint »Glück im Unglück« (Trainer Daniyel Cimen) gehabt zu haben.

2325 Zuschauer im Waldstadion sahen nicht nur einen 1:0-Sieg des FC Gießen, sondern sorgten auch für einen »begeisterten« Geschäftsführer Jörg Fischer. »Man spürt, dass es eine Bewegung gibt. Solche Tage tragen dazu bei, dass wir die Stadt von dem Weg überzeugen können«, meinte Fischer.

Die Arthroskopie hat ergeben, dass es nur die Fleischwunde ist.

FC-Trainer Daniyel Cimen

Die zweite wichtige Nachricht: Der 23-jährige Noah Michel, der am Samstag nach einem Zusammenstoß mit dem gegnerischen Keeper ins Krankenhaus gebracht werden musste, wurde dort mittlerweile erfolgreich operiert.

Die Auftaktpartie im Waldstadion in drei Punkten zusammengefasst

Bänder, Knorpel und Meniskus sind nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. »Die Arthroskopie hat ergeben, dass es nur die Fleischwunde ist. Noah hat wahrscheinlich Glück im Unglück gehabt«, sagte sein Coach gestern. »Wir müssen jetzt abwarten, bis die Narbe verheilt ist«, man kann von vier Wochen Pause ausgehen.

20 Minuten lang wurde Gießens Stürmer Noah Michel behandelt. (Foto: Friedrich)
20 Minuten lang wurde Gießens Stürmer Noah Michel behandelt. (Foto: Friedrich)

Gleich das erste Pflichtspiel des FC Gießen war voll von Kuriositäten. Sportlich hatte das Derby begrenztes Niveau, dafür waren die Umstände umso außergewöhnlicher.

Spielentscheidende Szene: Schiedsrichter sah Kontakt "unten und oben"

Nach 20 Minuten stieß Michel beim Nachjagen eines Steilpasses in vollem Tempo mit SCW-Keeper Fabian Grutza zusammen. Die Stollen des Torhüters verfingen sich im Oberschenkel des Stürmers, der 20 Minuten lang behandelt werden musste, ehe der gebürtige Licher abtransportiert wurde. »Es war schrecklich anzusehen, das Blut ist nur so geflossen. Wir haben heute für Noah gewonnen«, sagte Spielerkollege Johannes Hofmann.

Cem Kara (am Ball) war am Samstag Torschütze des entscheidenden und einzigen Treffers im Waldstadion. Hier ist er im Duell mit Dennis Lang (l.) und Kian Golafra. (Foto: Friedrich)
Cem Kara (am Ball) war am Samstag Torschütze des entscheidenden und einzigen Treffers im W...

Weil es auch noch blitzte, wurde die Partie zusätzlich unterbrochen. Auch die spielentscheidende Szene, die die Gemüter erhitzte, passte zum kuriosen Nachmittag: In der 62. Minute sprinteten Gießens Stürmer Damjan Marceta und SCW-Verteidiger Dennis Lang in Strafraumnähe einem Ball hinterher, den der Verteidiger klärte. Dabei berührte er auch Marceta, was Schiedsrichter Martin Kliebe dazu veranlasste, Freistoß und Rot für den Lahnauer zu geben.

Entscheidende Szene für FC Gießen wie ein Elfmeter

Angesprochen auf die entscheidende Szene fragte Johannes Hofmann: »Du meinst den Elfmeter?« Es gab zwar nur Freistoß, letztlich aber war diese Situation der Elfmeter des Spiels für den FC Gießen. Cem Kara erzielte per Freistoß den ersten Treffer der Vereinsgeschichte, die Gäste waren nur noch zu zehnt.

Reaktionen zum Auftaktspiel des FC Gießen

Schiedsrichter Kliebe erklärte Lang, dass er sich sicher gewesen sei, dass dieser nicht den Ball gespielt habe, Cimen sagte er später im VIP-Zelt, dass er sowohl »unten als auch oben« einen Kontakt zwischen Verteidiger und Angreifer gesehen habe.

Gästetrainer Daniyel Bulut ärgerte sich verständlicherweise über die Schiedsrichter-Entscheidung. (Foto: Friedrich)
Gästetrainer Daniyel Bulut ärgerte sich verständlicherweise über die Schiedsrichter-Entsch...

Gästetrainer Bulut ärgerte sich verständlicherweise, auch wegen der zu erwartenden Zwei-Spiele-Sperre für seinen Kapitän. »In so einer Partie vor so einer Kulisse durch so eine Entscheidung zu verlieren, ist bitter. Ich hatte bis dahin ein richtig gutes Gefühl, dass der FC Gießen kein Tor schießen wird.«

Tatsächlich gelang es dem Außenseiter, die Räume zu verdichten und das zuvor angepriesene Gießener Tempospiel zu unterbinden. Gewonnen hat letztlich aber der FC, der in der 83. Minute durch Kevin Nennhuber fast noch zum 2:0 gekommen wäre. Keeper Grutza kratzte dessen Kopfball von der Linie.

FC Gießen zieht offensive Nachbesserung in Erwägung

Der FC Gießen startet somit kurios, viel beachtet und erfolgreich in die neue Saison, die mit dem Regionalliga-Aufstieg enden soll und gleich zu Beginn komplizierter werden könnte als geplant. Mit Michel und Timo Cecen (Rückenbeschwerden) fallen zwei wichtige Offensivspieler bis auf Weiteres aus. Cimen erklärte gestern: »Wir führen in den nächsten Tagen mit beiden Gespräche und entscheiden dann, ob wir nochmal tätig werden.«

FC Gießen: Sahin – Antonaci, Spang, Nennhuber, Koutny (46. Schadeberg) – Fink, Mukasa, Hofmann – Michel (20. Koyuncu), Marceta (79. Müller), C. Kara.

SC Waldgirmes: Grutza – Ciraci, Strack, Lang, Schmidt, Öztürk (78. Hartmann) – Azizi, Golafra – Schneider (63. Geller), D’Almeida, T. Duran (84. Schmitt).

Im Stenogramm: Tor: 1:0 (62.) C. Kara. – Z.: 2325. – SR.: Kliebe (Hessisch Lichtenau).

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