14. Mai 2018, 06:25 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Ein Pünktchen Hoffnung

Die Dramatik im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga spitzt sich weiter zu. Der TV 05/07 Hüttenberg erkämpfte sich ein 24:24 (10:13) gegen den TBV Lemgo.
14. Mai 2018, 06:25 Uhr
Kommt ein Christian Rompf geflogen: Der viermal erfolgreiche Hüttenberger Linksaußen nimmt über den mit am Boden liegenden Tomas Sklenak Maß und bezwingt beim 24:24 Lemgos Keeper Piotr Wyszomirski. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Allerdings rangiert der TV 05/07 Hüttenberg drei Spieltage vor Saisonende immer noch auf Abstiegsrang 17. Jedoch punktgleich mit den Eulen Ludwigshafen auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz und auch nur einen Punkt hinter dem VfL Gummersbach auf Rang 15.

Die letzten 100 Sekunden entwickelten sich zu einem wahren Thriller und entschädigten die Zuschauer für eine Partie, die lange Zeit nichts für Handball-Ästheten war. Denn als Lemgo beim Stand von 24:24 ein Missverständnis zwischen Dominik Mappes und Ragnar Jóhannsson zum Ballgewinn nutzte und zum Tempogegenstoß ging, schien das Pendel wieder zu den Gästen umzuschlagen. Zumal sich TVH-Keeper Matthias Ritschel, irritiert von zwei Lemgoer Akteuren, etwas zu spät entschloss, den Ball abzufangen, einen Tick zu spät kam, Patrick Zieker unglücklich erwischte und danach regelkonform mit der roten Karte vom Feld musste.

Doch Fabian Schomburg entschärfte den fälligen Siebenmeter vom erfolgreichsten TBV-Schützen, Christoph Theuerkauf, und brachte damit seine Mannschaft in Unterzahl noch einmal in Ballbesitz, die routiniert – trotz drohendem Zeitspiel – die Zeit von der Uhr nahm, um Lemgo keine Wurfchance mehr zu ermöglichen. Dabei sogar noch Pech hatte, dass der letzte Wurf von Mappes nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei rauschte.

Trotzdem war Kapitän Ritschel nach dem Schlusspfiff nicht unzufrieden. »Ein Punkt in der Bundesliga ist für uns weiterhin der Wahnsinn. Auch wenn wir natürlich gerne zwei geholt hätten.« Der Keeper schilderte zugleich die Situation die zur roten Karte führte. »Von den beiden Lemgoern wollte keiner so richtig zum Ball. Rot war dann berechtigt. Aber zum Glück hat er sich nicht verletzt und der Siebenmeter war auch nicht drin.«

Denn lange Zeit sah es danach aus, dass der TVH das erste von drei Heimspielen am Stück nicht zum dringend notwendigen Punkten nutzen konnte. Lemgo startet mit einem 3:0, ehe Jóhannsson, der drei der ersten vier Hüttenberger Tore erzielte, erstmals für die Heimmannschaft traf. Der TVH aber hatte Probleme, Tiefe in sein Spiel zu bringen, da die Gäste-Deckung »in der ersten Halbzeit in der Abwehr das Spiel dominiert hat«, wie es TBV-Trainer Florian Kehrmann erkannte.

So lebte der Hüttenberger Angriff weiter von Einzelaktionen, wie beim 8:9-Anschluss durch Tomáš Sklenák in der 21. Minute. Lemgo nutzte aber eine Überzahl, um sich, dabei immer konsequent mit zwei Kreisläufern agierend, wieder auf 12:8 (27.) durch Robin Hübscher abzusetzen. Daniel Wernig konnte, schön in Überzahl auf Rechtsaußen freigespielt, wenigstens noch zum Pausen-10:13 verkürzen.

Nach dem Seitenwechsel kam beim TVH endlich mehr Biss und Körpersprache ins Spiel. Der im ersten Abschnitt blasse Mappes konnte mit seinem ersten Tor in der 36. Minute auf 12:13 verkürzen. Und da der oft kritisierte Linksaußen Christian Rompf nun fehlerlos abschloss, vollendete Abwehr-Speerspitze Moritz Lambrecht einen Ballgewinn zum erstmaligen Ausgleich in der 41. Minute (16:16).

TBV-Coach Kehrmann wollte nach einer Auszeit und einer Umstellung auf einen im Eins-gegen-eins-Spiel stärkeren Rückraum neue Akzente setzen. Doch TVH-Trainer Emir Kurtagic reagierte seinerseits mit der Hereinnahme von Tobias Hahn und Johannes Klein auf den Halbpositionen in der Deckung. So ging es zunächst ausgeglichen weiter, obwohl Ragnar Jóhannsson in dieser Phase eine hohe Fehlerquote hatte.

Lemgo war acht Minuten vor dem Ende nach einem Siebenmeter von Tim Hornke beim 22:20 wieder in Front. Da aber Ritschel den nächsten Strafwurf des National-Rechtsaußen entschärfte und auf der anderen Seite der starke Sklenák per Sprungwurf, Mappes endlich einmal mit Dynamik durch die gegnerische Deckung und Jóhannsson mit einem Schlagwurf durch die Beine des polnischen Nationaltorhüters Wyszomirski trafen, war plötzlich der TVH beim 23:22 in der 55. Minute erstmals in Front. Lemgo konnte sich aber weiter auf das gute Zusammenspiel mit Kreisläufer Christoph Theuerkauf verlassen, der mit seinen letzten beiden Toren auch die Führung von Mario Fernandes noch zum 24:24-Endstand egalisierte.

»Das Unentschieden ist absolut gerecht.« bewertete Dominik Mappes nach Spielende. »Die erste Halbzeit war nicht gut von uns, weil es Lemgo sehr stark gemacht hat. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann mehr Mut, in die Tiefe zu gehen.« Trainer Kurtagic ergänzte: »Lemgo war in den ersten 20 Minuten dominant, wie in vielen Spielen, die ich von ihnen gesehen habe. Sie haben das im Angriff überragend mit Theuerkauf gemacht. Ich habe mit meiner kurzen Ansprache vor der Pause auch meine Torleute etwas geweckt, die es dann auch besser gemacht haben.«

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