30. März 2018, 16:33 Uhr

Chancenlos

Ein Klassenunterschied

Aufsteiger gegen Meister. Viel klarer konnten die Rollen nicht verteilt sein. Das 23:36 (9:20) des TV Hüttenberg gegen die Rhein-Neckar Löwen spiegelte die Kräfteverhältnisse wider.
30. März 2018, 16:33 Uhr
Nichts zu holen gegen den Meister. Hüttenbergs Trainer Emir Kurtagic spendet Dominik Mappes Trost. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


»Ich gehe davon aus, dass wir auf einen hochmotivierten und vielleicht auch – nach dem letzten Wochenende – leicht verbitterteren Gegner treffen werden«, hatte TVH-Trainer Emir Kurtagic im Vorfeld aufgrund der Löwen-Niederlage in Kiel erwartet. Der Meister ging auch sofort mit 2:0 durch einen Tempogegenstoß von Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson in Führung. Doch obwohl Gäste-Torhüter Mikael Appelgren in der fünften Minute schon seine dritte Parade verzeichnete, konnte Ragnar Jóhannsson nach langem Kreuzen energisch den 2:2-Ausgleich erzielen.

Hüttenberg unterband in der Anfangsphase die starke Tempogegenstoß-Waffe der Gäste mit einer guten Rückwärtsbewegung noch recht gut und konnte durch einen Siebenmeter von Daniel Wernig in der neunten Minute letztmals zum 4:4 egalisieren. Auch beim 5:6 durch Tomáš Sklenák mit der letzten Aktion vor dem drohenden Zeitspiel und dem 7:9 durch den an den Kreis eingelaufenen Wernig nach einer Viertelstunde waren die Hausherren weiter dran. Zumal sich der eingewechselte Kapitän Matthias Ritschel gleich mit zwei Paraden gut einführte.

Gäste-Trainer Nikolaj Jacobsen, in Personalunion auch Trainer der dänischen Nationalmannschaft, reagierte auf den aus seiner Sicht zu knappen Spielstand und beorderte nun National-Kreisläufer Hendrik Pekeler auf die vorgezogene Deckungsposition. Eine Maßnahme, die nach dem 9:11 durch einen erneuten Strafwurf von Daniel Wernig in der 20. Minute seine Wirkung zeigte. »Durch die Umstellung haben wir Hüttenberger Fehler erzwungen, die wir durch Tempogegenstöße nutzen konnten. Der 9:0-Lauf hat dann das Spiel praktisch schon nach 30 Minuten entschieden«, bilanzierte Jacobsen nach Spielende zufrieden.

Das Löwen-Abwehrbollwerk fischte sich nun immer wieder die Bälle, um sie dann mit atemberaubendem Tempo im Hüttenberger Tor unterzubringen. So wie beim 16:9 durch den fehlerlosen Rechtsaußen Patrick Groetzki, der mit sieben Treffern am Ende bester Feldtorschütze war. Erschwerend für die Blau-Weiß-Roten kam in dieser Phase hinzu, dass RN-Keeper Andreas Palicka, von der Bank kommend, bei zwei Siebenmeter-Duellen gegen Daniel Wernig genauso siegreich blieb wie in der zweiten Halbzeit auch noch gegen Dominik Mappes.

Und die Gäste ließen nicht nach. Außer auf der halbrechten Position, wo im zweiten Abschnitt Harald Reinkind den Schweden Alexander Petersson ersetzte, schickte Jacobsen unverändert seine erste Sieben auf das Feld. Comebacker Kim Ekdahl du Rietz blieb grippegeschwächt genauso auf der Bank wie auch Jerry Tollbring und Bogdan Radivojevic. »Wir wollten Hüttenberg nicht ran kommen lassen«, erklärte der Däne. So erhöhte der Halblinke Mads Mensah Larsen in der 38. Minute schon auf 25:12.

Auch weiter demonstrierte der Tabellenführer seine klare Überlegenheit. Sei es durch eine beeindruckende Abwehrarbeit, ein blitzschnelles und schnörkelloses Umschaltspiel oder auch durch individuelle Klasse und Durchschlagskraft im Positions-Angriff – wenn es dem TVH überhaupt gelang, die Schwarz-Gelben in diesen zu bekommen. Doch der TVH bewies Moral und ließ nun den Abstand nicht mehr anwachsen. Zudem gelangen auch einige schöne Treffer, wie das 14:26 durch einen Sprungwurf von Tomáš Sklenák, das 15:27 von Kreisläufer Moritz Zörb nach Bodenpass des Tschechen oder auch das per Hüftwurf erzielte 16:28 durch Jóhannsson. Der 30. Gästetreffer ging auf das Konto des wuchtigen spanischen Kreisläufer Rafael Baena, der in der 48. Minute nicht zu verteidigen war. Den Schlusspunkt unter eine erwartet einseitige Partie setzte schließlich TVH-Rechtsaußen Tobias Hahn. Schön aus der Rückraummitte von Youngster Johannes Klein bedient, der im letzten Angriff zusammen mit Jan Wörner und Jonas Müller den »Alternativ«-Rückraum stellen durfte, versenkte der Linkshänder den Ball zum 23:26-Endstand im Netz der Gäste.

Ein großes Lob erhielten die TVH-Fans von Gäste-Teammanager Oliver Roggisch. »Das ist super, dass die Zuschauer kurz vor Ende aufstehen und ihre Mannschaft, trotz diesem Rückstand, feiern. Das zeigt, dass sie dieses Spiel gut einordnen können und den Kampf ihrer Mannschaft anerkennen.« Emir Kurtagic hatte in dieser erwartet einseitigen Begegnung durchaus spielerisch gute Szenen gesehen, war allerdings auch nicht damit zufrieden, »wie meine technisch guten Spieler es gegen die 5:1-Deckung gelöst haben.«

Die Nationalmannschaftspause heißt es beim TVH zu nutzen, um bestens vorbereitet in den Saisonendspurt zu gehen, an dessem Ende doch noch der sensationelle Klassenerhalt stehen soll. Noch ist alles möglich.

 

Statistik

 

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Sklenák (4), Wörner, Lambrecht (3), Wernig (3/2), Müller, Rompf (1), Zörb (1), Fernandes (4), Jóhannsson (4), Klein, Roth, Mappes (1), Hofmann, Hahn (2)..

RN Löwen: Appelgren, Palicka; Schmid (5), Sigurðsson (9/4), Radivojecvic, Baena (1), Tollbring, Mensah Larsen (4), Pekeler (3), Groetzki (7), Reinkind (3), Taleski (1), Ekdahl Du Rietz, Petersson (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg). – Zuschauer: 2400. – Strafminuten: 6:4. – Siebenmeter: 5/2:4/4.

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