17. Mai 2018, 17:22 Uhr

»Die Plattform, um gut zu werden, ist hier gegeben«

17. Mai 2018, 17:22 Uhr

Der 20-jährige Marc Weber vom Ruderclub Hassia zählt zur Leistungsspitze in Deutschland und kehrt am Wochenende zur Pfingstregatta zurück in die Heimat. Weber wohnt in Butzbach, trainiert in Frankfurt am Stützpunkt und studiert an der JLU in Gießen. Hier spricht er über sein Trainingspensum, die Bedeutung der Pfingstregatta und die Stellung des Ruderns in Gießen.

Herr Weber, Sie sind führender deutscher Ruderer im Einer der U23. Wie viel Aufwand ist damit verbunden?

Marc Weber: In meiner Gruppe trainieren wir 15- bis 16-mal in der Woche, das heißt zweimal am Tag. Ich stehe morgens um sechs Uhr auf, um sieben Uhr geht’s für 18 Kilometer auf das Wasser. Danach stehen zwei Stunden Pause an, eine Stunde Athletiktraining, zwei Stunden Pause und noch mal meistens 18 Kilometer Rudern.

Das hört sich anstrengend an. Wie macht man das, wenn man auch noch studiert?

Weber: Früh aufstehen und spät schlafen gehen (lacht). Ich studiere zwei Hauptfächer, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie. Ich werde beides aber nicht in der Regelstudienzeit schaffen.

Sie gehören noch dem RC Hassia an, sind in der Heimat verwurzelt. Wieso haben Sie sich für den Leistungssport entschieden?

Weber: Im Grunde hatte ich Angst, meinem damaligen Trainer Christian Köhler zu sagen, dass ich keine Lust darauf habe (lacht). Er war sehr nett, aber auf dem Wasser ist er hart mit mir umgegangen. Ich musste als Kind teilweise 200 Liegestützen machen. Als ich auf einer Regatta gewann, weil ich den anderen voraus war, hat’s angefangen, Spaß zu machen. Und als ich bei meiner ersten hessischen Meisterschaft 15 Sekunden hinter dem Ersten lag, war ich angespornt. Ich entwickelte den Antrieb, der Beste zu sein. Ohne meinen damaligen Trainer wäre ich jetzt nicht im Leistungssport.

Was sind größter Vorteil und größter Nachteil vom leistungsorientierten Rudern?

Weber: Man entwickelt ein Teamgefühl, ein gutes Zeitmanagement und den Willen, sich überall durchzubeißen. Dafür ist man ziemlich ausgelastet.

Welche Bedeutung hat die Pfingstregatta für Sie, an der Sie am Sonntag beim Lahnpokal als heimischer Athlet teilnehmen?

Weber: Sportlich gesehen ist die Pfingstregatta natürlich nicht die Regatta schlechthin. Aber es ist mir sehr wichtig, dort zu starten. Ich habe mit 13 Jahren meinen ersten Sieg in Gießen gelandet. Es war das erste Mal, dass ich mich besonders und cool gefühlt habe. Es ist wichtig, in die Jugend zu investieren und sie heranzuziehen. Für Jugendliche ist die Pfingstregatta genau richtig.

Sie sind mittlerweile 20 Jahre alt und werden zuweilen als Vorbild bezeichnet. Was kann man mitgeben?

Weber: Ich weiß noch, dass die Größeren, zu denen ich aufschaute, mich mit auf das Grillboot genommen haben und ich dadurch sehr schnell reifer geworden bin und unglaublich viel Spaß daran hatte. Wir brauchen alle mehr Vereinsdenken statt das Ich-Bezogene. Weil man dann auf eine riesige Unterstützung bauen kann und integriert ist. Der grundlegende Faktor, dass man im Boot schnell ist, ist, dass man Spaß daran hat.

Was macht die Pfingstregatta an der Lahn aus Ihrer Sicht aus?

Weber: Es ist schön, dass in Gießen viele Leute da sind, die sonst nichts mit dem Rudern am Hut haben. Das gibt es sonst selten. Es sind wirklich sehr, sehr viele Leute da. Und die Brücke ist auch cool, weil man auf dem Wasser das Gefühl hat, als ob die Zuschauer nur ganz knapp über einem sind.

Abschließend: Sie haben mittlerweile Erfahrung im Leistungssport, kommen aber aus Gießen und kennen die Gegebenheiten: Welche Stellung hat Rudern an der Lahn?

Weber: Es ist gut, dass die Vereine miteinander kooperieren, es können mehr Ressourcen genutzt werden. Es ist normal, dass die Ambitioniertesten irgendwann zum Stützpunkt wechseln, weil dort mehr Material vorhanden ist. Aber die Plattform, um gut zu werden, ist in Gießen gegeben. (Foto: pv)

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