30. März 2018, 19:36 Uhr

Die Nummer eins im Land

Was für eine Leistung der Gießen 46ers: Sie gewinnen in Frankfurt auch das zweite Derby dieser Bundesliga- Saison. Mit der 70:86- Niederlage sind die Skyliners am Donnerstag noch gut bedient. Heute geht für die 46ers der Kampf um die Playoffs gegen Bayreuth weiter.
30. März 2018, 19:36 Uhr
Derbysieger: John Bryant (l.) lässt sich von den Gießener Fans in Frankfurt feiern. (mv)

Gießen 46ers


Ich glaube, die wollten uns gar nicht mehr gehen lassen«, lachte Jeril Taylor, als er nach Spielende doch irgendwann den Weg aus dem Fanblock gefunden hatte. Minutenlang hatten der Guard der Gießen 46ers und seine Teamkollegen mit den gut 250 mitgereisten Fans den zweiten Derbysieg der Saison gefeiert: Mit 86:70 (43:34) hatten sich die 46ers am Gründonnerstag souverän gegen die Frankfurt Skyliners durchgesetzt und so für Partystimmung gesorgt: »Die Nummer eins im Land sind wir« hallte es durch die Höchster Ballsporthalle.

Damit gelang ihnen zum ersten Mal seit 15 Jahren der Serien-Sieg gegen Frankfurt: Damals spielten die Gießener Basketballer noch in Gelb, verließen sich in de Offensive vor allem auf die Künste von BJ McKie und gewannen nicht nur beide Hauptrundenspiele gegen die Skyliners, sondern triumphierten auch noch im Pokal über den Erzrivalen vom Main. Seitdem war es den 46ers, wie sie seit 2003 heißen, nie mehr gelungen, alle Duelle mit den Frankfurtern in einer Saison zu gewinnen – bis jetzt. Kein Wunder also, dass die Fans, die sich über 40 Minuten hinweg lautstark präsentierten, den Erfolg besonders ausgelassen feierten. »Sie waren heute positiv verrückt«, leuchteten auch Center Mahir Agva, letztes Jahr noch im Dress der Frankfurter unterwegs, nach Spielende die Augen. Seine Vertragsverlängerung um ein Jahr gaben die 46ers am Karfreitag bekannt.

Zwischenzeitlich lagen John Bryant und seine Kollegen mit 28 Zählern Differenz in Führung (74:46, 33.), und hätte nicht im Schlussviertel der Schlendrian Einzug gehalten im Gießener Spiel, es wäre ein Debakel für die Frankfurter geworden, das selbst den 24-Punkte-Sieg aus dem Hinspiel in den Schatten gestellt hätte.

Das lag vor allem an der Defensive – nicht unbedingt als das große Steckenpferd der 46ers in dieser Spielzeit bekannt. Doch die Gießener nahmen dem Lokalrivalen den Wurf von außen weg (Frankfurt traf nur drei Dreier – einen davon in der Anfangsphase, einen kurz vor Schluss), kontrollierten BBL-Topscorer Philipp Scrubb (der acht seiner 15 Zähler erst im letzten Viertel erzielte, als die Partie bereits entschieden war) und hielten Center Mike Morrison punktlos. »Wir haben sehr diszipliniert umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten«, freute sich Trainer Ingo Freyer über die gute Verteidigungsleistung seines Teams.

Aber auch in der Offensive gab es immer wieder Grund zur Freude für die 250 Gießener unter den 4520 Zuschauern in Frankfurt: Die 46ers zeigten eine mannschaftlich geschlossene Leistung, schönen Teambasketball und eine gute Balance zwischen Distanzwürfen und Attacken auf den Korb. Dazu passten sie gut auf den Ball auf – eigentlich, denn wenn man etwas kritisieren möchte, dann waren es die Unkonzentriertheiten im Schlussabschnitt: Neun Ballverluste in vier Minuten sind indiskutabel und dürfen den 46ers heute Abend keinesfalls passieren.

Denn die Gießener stehen bereits um 18 Uhr wieder auf dem Parkett, wenn in der Osthalle das Team von medi Bayreuth auf die Freyer-Truppe wartet (live auf telekomsport.de). Die Oberfranken rangieren in der Tabelle auf dem fünften Platz und brauchen jeden Sieg, um noch das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde zu erkämpfen. Mit Guard Gabe York (14,4 Punkte, 37,0 Prozent Dreierquote), dem vielseitigen Flügelspieler Nate Linhart, der neben 9,6 Zählern auch 4,3 Rebounds und 3,3 Assists pro Spiel verbucht sowie dem Gießener Robin Amaize (8,1 Punkte im Schnitt) hat Trainer Raoul Korner auf den kleinen Positionen fast schon die Qual der Wahl, während bei den großen Jungs der Ägypter Assem Marai und Nationalspieler Andreas Seiferth ein gutes Duo bilden.

Dabei erwartet 46ers-Coach Freyer keine leichte Aufgabe, auch, wenn die Bayreuther bereits am Mittwoch in der Champions League auf Ligakonkurrent Ludwigsburg treffen und dabei ihren Fünf-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigen müssen, um in das Final Four des Wettbewerbs einzuziehen. Freyer wird heute wieder auf Mauricio Marin bauen können: Der Guard kam in Frankfurt nach überstandener Grippe nur zu einem Kurzeinsatz. Gelänge auch gegen Bayreuth wieder ein Sieg, wären die Gießener wieder mittendrin im Rennen um die Playoffs, was Coach Freyer weiterhin als Ziel ausgibt: »Wir sehen uns nicht im Niemandsland und wollen jede Chance nutzen, die sich uns bietet. Wir wollen in die Playoffs. Das wird nicht leicht, aber wir kämpfen bis zum Schluss.«

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