23. Mai 2017, 07:00 Uhr

Basketball

Die Licher Basket Bären sind Geschichte

Wie geht es weiter mit ProB-Basketball in Lich? Wie auch immer die Antwort lauten wird, sie muss schnell gegeben werden. Denn die dazu notwendigen Bedingungen müssen rasch erfüllt werden.
23. Mai 2017, 07:00 Uhr
Ein letztes Mal jubeln konnten die Licher Basket Bären um Trainer Lutz Mandler (l.), nachdem sie in im April mit einem Sieg gegen Leipzig den Klassenerhalt in der ProB perfekt gemacht hatten. Nun ist für den Verein das Ende gekommen. (Foto: Kuczera)

Die Licher Basket Bären sind Geschichte. Am Wochenende gaben die Gesellschafter der in der Pro B beheimateten Licher Basket Bären bekannt, dass sie in der kommenden Saison die Geschäfte nicht weiterführen werden: »Es wird zunehmend schwieriger, die steigenden Anforderungen der Liga zu erfüllen und die damit verbundenen Kosten durch entsprechende Einnahmen zu decken. Daher gibt die Gesellschaft die Verantwortung an den Stammverein zurück«, erklärte Hans-Jürgen Metzler auch im Namen seiner Mitgesellschafter Jürgen Erll und Alexander Schlamp. Das bedeutet im Klartext: Die GmbH der Licher Basket Bären löst sich auf, es wird keine Basket Bären mehr geben.

Das ist aber nicht das Ende von Basketball im TV Lich: Es gibt noch die Pro B-Lizenz und den Verein TV Lich Basketball, der diese nun angeboten bekommt. Heißt: Die Möglichkeit besteht, dass weiterhin eine Licher Mannschaft in der Pro B spielt; jetzt liegt es an den Verantwortlichen, zu prüfen, ob in der Kürze der Zeit die Rahmenbedingungen hierfür erfüllt werden können.


Entscheidung hat Verein überrascht

»Wir agieren hier als Doppelspitze. Ich habe als 1. Vorsitzende die organisatorische Verantwortung, Christian Knaus als 2. Vorsitzender die sportliche«, sagt Dr. Annette Gümbel vom TV Lich Basketball. »Dass diese Entscheidung mit dem Rückzug der Gesellschafter jetzt so kam, hat uns sehr überrascht, damit hatten wir nicht gerechnet. Ich habe aber großes Verständnis für die Gesellschafter und vor allem auch großen Dank: Ohne sie hätte es die letzten acht Jahre keinen Pro B-Basketball in Lich gegeben, wenn sie das nicht bezahlt und organisiert hätten. Ich bin froh, dass sie mich so offen angesprochen und uns überhaupt die Möglichkeit gegeben haben, die Lizenz zu übernehmen. Das läuft alles sehr einvernehmlich und kooperativ«, so Gümbel, die nun alle Optionen abwägen muss: »Eine neue GmbH wird es nicht geben, Träger ist jetzt der im letzten Jahr gegründete Verein TV Lich Basketball. Wir müssen jetzt die Frage klären, ob wir als TV Lich I in der Pro B spielen. Für die Region wäre der Rückzug aus der Pro B ein herber Verlust – das ist für uns ein großer Antrieb, es zumindest zu versuchen. Vom Herzen her möchten wir es auf jeden Fall machen, wir dürfen aber den Verstand nicht außer Acht lassen. Im Moment schätze ich die Chancen auf 50:50.«

Der große Trumpf, den Lich in der Hinterhand hat, ist die starke 2. Mannschaft, die sich in den letzten Jahren von der Oberliga emporkämpfte und letzte Saison als Aufsteiger starker Tabellenfünfter in der 1. Regionalliga wurde – nur eine Liga unter der Pro B, in der die BasketBären gegen den Abstieg kämpften. Mit der überreichten Lizenz der Basket Bären und dem eigenen souveränen Klassenerhalt hat der TV Lich nun die Spielrechte für eine Mannschaft in der Pro B und für eine in der 1. Regionalliga. »Wir werden auf jeden Fall nur mit einer Mannschaft starten. Wir müssen jetzt prüfen, welche das sein wird«, sagt Christian Knaus, der die »Zwote« bislang trainierte, das Zepter nach Saisonende aber an Ivica Piljanovic weitergab. »Trainer dieser Mannschaft – egal, ob sie nun in der Pro B oder Regionalliga spielt, wird auch zu 100 Prozent Ivi sein«, sagt Knaus, denn die Verträge der bisherigen Basket Bären-Trainer Rolf Scholz und Lutz Mandler, die noch über zwei weitere Jahre gelaufen wären, liefen über die GmbH und sind mit der Auflösung der GmbH wirkungslos.


Alle Mann an Bord?

»Ivi hat auch Bock auf die Pro B; das war bei uns die Grundvoraussetzung, dass wir es jetzt versuchen wollen. Ich habe schon mit einigen Spielern aus der bisherigen 2. Mannschaft gesprochen, und bisher wären alle bei dem Projekt dabei. Das wäre unser Ziel: Eine Mannschaft ohne Profis, ohne Amerikaner, sondern eine Ausbildungsplattform für junge Spieler und eine Plattform für gestandene Spieler aus der Region. Wir würden dann komplett als Region-Mittelhessen-Mannschaft spielen, die zusammenhält und sich füreinander zerreißt. Ich habe die Hoffnung, dass die zum Großteil aus Spielern der bisherigen 2. Mannschaft bestehen wird – die haben gezeigt, dass sie das Potenzial dazu haben. Wir würden auch Leute aus der bisherigen 1. Mannschaft wie Alen Pjanic, Marian Schick, David Amaize oder Kevin Strangmeyer fragen«, skizziert Knaus seine Vorstellungen. »Wir wollen auf jeden Fall eine ernsthafte Mannschaft stellen, die kein Kanonenfutter ist; ein Abstieg wäre aber kein Beinbruch. Fakt ist: Wir müssen schnell handeln, und bis Anfang nächster Woche soll das Sportliche geklärt, also die Spieler gefunden sein. Dann müssen wir sehen, ob wir rechtzeitig auch genügend Sponsoren finden«, sagt Knaus.

Sollte die kurzfristige Sponsorenakquise gelingen, ist seine Vorstandskollegin Gümbel zuversichtlich, dass der Verein TV Lich Basketball imstande ist, eine Pro-B-Mannschaft zu führen: »Wir haben in unserer Organisationsleistung gezeigt, dass wir professionell arbeiten können und wir glauben, dass in der bisherigen »Zwoten« das Potenzial für die Pro B steckt.« Nun geht es also um schnelles Handeln, um zu klären, welche der beiden Lizenzen – Pro B oder Regionalliga – der TV Lich nutzen und welche er zurückgeben wird.

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