23. Juli 2018, 16:00 Uhr

Ollis Tagebuch

Der Geist von Arnold Schwarzenegger – Aus dem Trainingslager der HSG Wetzlar in Kappl/Tirol

Ein neuer Tag im Trainingslager des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar in Kappl in Tirol. Unser Mitarbeiter Oliver Vogler ist vor Ort und versorgt Sie, liebe Leser, täglich mit seinen Eindrücken, Einschätzungen und Anekdoten.
23. Juli 2018, 16:00 Uhr
Die Teambuilding-Challenge sorgt für einige Lacher. (Foto: Oliver Vogler (Sportfoto Oliver Vogler))

Ein neuer Tag bricht im beschaulichen Örtchen Kappl in Tirol an. Aber bereits beim Öffnen meiner Jalousien sollte ich bemerken, irgendwas ist nicht wie immer – denn da waren sie, Wolken am Tiroler Himmel, zwar nur vereinzelt, aber doch bemerkbar. Wie bemerkbar, dazu später mehr.


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Der Tag begann für die Spieler der HSG Wetzlar wieder mit der Morgendosis Training in der Turnhalle der örtlichen Schule. Die Gruppe wurde geteilt, während die einen mit Athletiktrainer Jonas Rath in den Kraftraum gingen, blieben die anderen mit dem restlichen Trainerstab in der Halle. Ich folgte der Gruppe »Muckibude«, wollte auch ich mich heute wieder etwas körperlich ertüchtigen. Schnell bin ich im Fitnesscenter von Kappl mit dem Eigentümer ins Gespräch gekommen. Wir redeten über seine Ausstattung und darüber, wie es hier alles so dazu gekommen ist.


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Als ich dann ein sehr altes Trainingsgerät angesprochen hatte, welches mir aufgefallen war, begannen seine Augen zu leuchten. »Ja, diese Maschine ist ein ganz altes Stück, es ist die erste Bizeps-Trainingsmaschine, die Arnold Schwarzenegger in seiner Heimat der Steiermark hat bauen lassen und für sein tägliches Workout auf dem Weg zum Mister Universum verwendete. Ich habe dieses edle Stück für nicht wenig Geld ersteigert, da ich ein großer Fan von Arnie bin.«


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Wumms, das hatte gesessen, da war er wieder, der Geist vom Gottvater der Fitness- und Bodybuilder-Szene, Conan der Barbar, der Terminator, der »Gouvernator« von Kalifornien und was auch immer. Jedenfalls haben sie ihn hier in der Alpenrepublik doch alle ganz schön lieb – ihren »Arnie«. Nachdem die Spielergruppen dann getauscht wurden, habe auch ich mir die Zeit genommen um Arnies Höllenmaschine auszuprobieren. Ja, das Teil funktionierte immer noch einwandfrei, war diese Maschine doch schon über 45 Jahre alt.


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Der Mittag stand dann ganz im Zeichen einer Teambuilding Challenge, um das Wir-Gefühl bei den Akteuren noch weiter zu festigen. Dazu fuhr der gesamte Tross mit den Kappler Bergbahnen auf den angrenzenden Berg hinauf, zur Hochalpe Dias, auf 1830 Metern gelegen, wo sich in den Sommermonaten der »Sunny Mountain Erlebnispark« befindet – dort wo sonst im Winter die Skihaserln ihre Umkehrschwünge treiben. Es wurden dem Team verschiedene Aufgaben gestellt, die von einer Innsbrucker Sport- und Eventagentur extra für die Bundesliga-Handballer ausgedacht wurden. Hier galt es, sich im Team zu je acht Mann in Geschicklichkeitsspielen, Geduldsspielen, Ausdauerspielen und Schnelligkeitsspielen zu beweisen.


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Die Jungs hatten einen riesigen Spaß. Doch bereits bei der Bergfahrt mit der Gondel kündigten sich ein paar Täler weiter die ersten mächtigen Gewitterwolken an, der Nachmittag sollte dennoch halbwegs trocken bleiben. Beim Abstieg zur Gondelbahn jedoch geschah das, was passieren musste. Ein Sommergewitter zog in das Tal herein, somit war erst einmal die Talfahrt auf unbestimmte Zeit unterbrochen – wir mussten alle in der Gondelstation warten, bis sich das Gewitter wieder verzogen hatte – und das dauerte!


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Der Samstagmorgen begann genauso, wie der Freitag aufgehört hatte. Nass, verregnet und kalt. Wo war er denn hin – der schöne Tiroler Sommer der ersten Tage? Aber wenigstens hörte der Regen bis zum frühen Abend hin auf, und unser geplantes Programm konnte ununterbrochen weitergehen.


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Am Vormittag stand noch ein letztes straffes Handballtraining an. Nach der Aufwärmeinheit verkündete Trainer Kai Wandschneider, »so Jungs, jetzt erst mal zur Belohnung eine halbe Stunde Fußball, danach Handball«. Als jedoch der Übungsleiter die Intensität des Fußballspieles »Alt gegen Jung« sah, verkündete er nach 30 Minuten, »jetzt nochmal 30 Minuten Verlängerung«. Allen Spielern huschte ein flüchtiges Lächeln ins Gesicht, denn das Handballtraining wurde somit ersatzlos gestrichen. Ach ja, die »Alten« gewannen 8:6 – wie immer in den letzten Tagen.


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Die Teambuilding-Aktion der Spieler der HSG Wetzlar führt mit den E-Mountain-Bikes auf die 2151 Meter hoch gelegene Friedrichshafener Hütte bei Ischgl.
Die Teambuilding-Aktion der Spieler der HSG Wetzlar führt mit den E-Mountain-Bikes auf die...

Für den Nachmittag war eine weitere Team-Building-Aktion geplant. Von Ischgl ging es über Galtür mit E-Mountainbikes hoch zur Friedrichshafener Hütte, auf 2151 Meter hoch gelegen, wobei wir gut 700 Höhenmeter und jeweils gute 17 km Strecke hin und zurück zu bezwingen hatten. Glücklich und erschöpft kamen alle am Ziel an, selbst ich hatte es geschafft und war nicht einmal der letzte im Ziel, sondern im guten Mittelfeld – meinem Fitnesstraining der letzten Tage sei Dank und natürlich vor allem dem Elektro-Hilfsantrieb!


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Nach einer kurzen Pause ging es dann eben diese Strecke über eine rasante Abfahrt wieder hinunter. Spaß pur für jeden, der dabei war! Trainer Kai Wandschneider war nach dieser Tour total angetan und nannte sie »eine meiner besten Teambuilding-Aktionen in meiner ganzen Laufbahn«.

 

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Der letzte Abend dann beinhaltete den traditionellen Abend der Mannschaft. Nun durften alle Akteure die Strapazen der letzten Tage einmal vergessen lassen und beim »Tiroler Hüttenabend« mal so richtig die Kuh fliegen lassen. »Das haben sich meine Jungs verdient, ich nehme mich da jetzt völlig raus, sie sollen jetzt auch mal ihren Spaß haben, denn wer so hart arbeitet, wie wir in der letzten Woche, der hat sich das einfach mal verdient. Die einzige Bedingung ist, dass Sonntag morgen um 8:30 Uhr alle zum Frühstück erscheinen«, so Trainer Kai Wandschneider augenzwinkernd. Näheres ist diesen Zeilen über den Abend auch nicht mehr hinzuzufügen...


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Über die letzten Stunden in Tirol und die Heimfahrt in die hessische Heimat dann morgen mehr. Euer Olli.

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