03. August 2018, 16:00 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Den Rückraum verstärkt

Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg befindet sich im Umbruch und geht als Erstliga-Absteiger mit stark verändertem Kader in die neue Saison.
03. August 2018, 16:00 Uhr
TVH-Trainer Emir Kurtagic (rechts) mit den Neuen (v. l.) Johannes Wohlrab (Co-Trainer), Nikolai Weber (TW), Markus Stegefelt, Dieudonné Mubenzem, Sportlicher Leiter Arno Jung und Björn Zintel. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Wie nach dem letzten Erstliga-Abenteuer in der Saison 2011/12 hat sich das Gesicht des TV 05/07 Hüttenberg auch in diesem Sommer stark gewandelt. Die letzten erfolgreichen Jahre mit dem einmaligen Durchmarsch von Liga drei bis ins Handball-Oberhaus waren auch ein Ergebnis der Personalkontinuität. In diesem Sommer stehen aber nun gleich zehn Neuzugängen auch neun Abgänge gegenüber. Von denen allerdings Jonas Müller, Jan Wörner, Tim Stefan, Sebastian Roth und Szymon Sicko in der zurückliegenden Runde kaum eine Rolle spielten und Vladan Lipovina in der Rückrunde ausfiel. Somit mussten die Blau-Weiß-Roten primär Ersatz finden für den bisherigen Kapitän Matthias Ritschel, Linksaußen Jannik Hofmann und die Gallionsfigur der letzten Runde, Allstar Dominik Mappes.

Dabei setzt man noch verstärkter als zuletzt auf den oftmals zitierten Hüttenberger Weg, der Talenten aus dem hochklassigen eigenen Nachwuchs den Weg ins Bundesliga-Team ermöglichen soll. »Das ist die konsequente Fortsetzung unserer Philosophie. Wir haben großes Vertrauen in den eigenen Nachwuchs. Das ist ein Testat für ihr Talent und ihre Einstellung seit Jahren. Und ich glaube nicht, dass es die letzten sein werden«, erklärt der neue Sportliche Leiter Arno Jung, der das zudem als U 19-Trainer am besten beurteilen kann.

So wurden im Sommer die drei A-Jugendlichen Simon Böhne, Merlin Fuß und Malvin Werth mit Profiverträgen ausgestattet und zudem Leon Friedl in den Anschlusskader der Bundesliga-Mannschaft genommen. Man hofft nun auf eine ähnlich positive Entwicklung wie bei der letzten erfolgreichen TVH-Generation, bestehend aus Fabian Schomburg, Mario Fernandes, Jannik Hofmann, Dominik Mappes und Moritz Lambrecht, die allesamt in Hüttenberg zu Bundesligaspielern reiften. »Der systematische Aufbau passt für sie. Manchmal gehen Türen auf und dann müssen sie die sich ihnen bietenden Chancen nutzen«, blickt Jung nach vorn.

Simon Böhne als junger Torwart gilt sicher als Absicherung für Eventualitäten, wie zuletzt, als Niko Weber krank ausfiel. Er soll von den Erfahrungen von Fabian Schomburg und Sommer-Neuzugang Nikolai Weber profitieren. Linkshänder Merlin Fuß kam mit Böhne vor zwei Jahren aus Münster und reifte beim TVH zum Jugendnationalspieler. Der Halbrechte hatte verletzungsbedingt 2017 ein Seuchenjahr, ehe er in der Rückrunde der Vorsaison großen Anteil am Klassenerhalt der U 23 in der Oberliga hatte. Kreisläufer Malvin Werth ist mit seinen 1,93 Metern und 100 kg der zentrale Abwehrspieler mit hoher Trefferquote vom Kreis und zudem ein sicherer Siebenmeterschütze. Spielmacher Leon Friedl geht nun in sein erstes Aktivenjahr. Der Regisseur, der in der 3:2:1-Deckung auf der vorgezogenen Position verteidigt, soll vermehrt in der U 23 Erfahrungen sammeln. Der TVH bastelt also schon stark am Team der Zukunft.

Und das auch mit den weiteren Neuzugängen. Wobei zwei davon nicht so ganz in diese Rubrik passen, sondern schon in der letzten Saison, aufgrund der personellen Engpässe, den Schritt durch die Tür gemacht haben. Dabei kam Tim Lauer im Bundesligakader noch nicht so zum Zug, da er »zwei überragende Mittelmänner vor sich hatte«. (Jung) In der Vorbereitung agiert Lauer auch immer mal wieder auf Linksaußen, wo mit Christian Rompf nur ein gelernter Flügelspieler im Kader ist. Johannes Klein dagegen entwickelte sich im Vorjahr zu einer ernsten Abwehralternative. »Die Fortsetzung dieser märchenhaften Entwicklung des letzten halben Jahres ist ihm zu wünschen. Aber er ist erst 21 Jahre alt. Da sind Leistungsschwankungen das Normalste auf der Welt. Erst Recht, wenn man zwei Klassen überspringt und einen Crashkurs 1. Liga macht. Johannes hat sehr genau verstanden, was es heißt, den Schalter im Leistungssport umzulegen«, ist der Sportliche Leiter voll des Lobes über den Gambacher, der nun auch im Angriff im linken Rückraum Akzente setzen soll.

Doch es gibt auch externe Neuzugänge. Und da haben die Hüttenberger Verantwortlichen einen kompletten jungen Rückraum verpflichtet, der »uns mehr Handlungsmöglichkeiten gibt und dem die Zukunft gehört. Die drei können einen Riesenschritt in ihrer Entwicklung machen und ich bin mir sicher dass das bei Emir auch klappt«, hält Arno Jung viel von den Neuverpflichtungen.

Die drei, das sind Björn Zintel (22), Dieudonné Mubenzem (22) und Markus Stegefelt (24). Mittelmann Zintel ist der klassische Spielmacher, der von seiner Dynamik und Gradlinigkeit lebt. Der gebürtige Saarländer weist insgesamt 154 Jugend- und Junioren-Länderspiele auf und kommt vom Ligakonkurrenten ASV Hamm-Westfalen, wo er in der letzten Saison 119 Tore erzielte. Zudem ist er ein glänzender Assistgeber, wovon die TVH-Kreísläufer bereits in den ersten Vorbereitungsspielen profitieren konnten. Arno Jung lobt seinen »super Ehrgeiz. Er schiebt immer noch Extra-Schichten. Björn ist athletisch super drauf«.

Auf halbrechts ist Dieudonné Mubenzem vom tschechischen Erstligisten HC Dukla Prag gekommen, wo der TVH ihn bereits bei den zahlreichen Trainingslagern beobachten konnte. Der Linkshänder hat ebenfalls für zwei Jahre unterschrieben und ist tschechischer Nationalspieler. Er stellt eine sinnvolle Ergänzung zu Ragnar Jóhannsson dar, ist er doch ein anderer Spielertyp. »Dido kann aus der Distanz werfen und erhöht die Ausgeglichenheit im Rückraum. Er ist sehr offen, neugierig und willig«, weiß Jung. Sprachprobleme sollte es nicht geben. »Noch ist Tomáš Sklenák bei schwierigeren Sachen sein Dolmetscher. Aber er ist ein Sprachtalent, der neben Tschechisch auch Englisch, Französisch und Spanisch spricht.«

Der neue Halblinke ist Markus Stegefelt. Der Schwede war die letzten beiden Jahre bereits in der 2. Handball-Bundesliga beim HBW Balingen-Weilstetten aktiv. Wo er sich leider, nach einer starken Vorrunde, im vergangenen Dezember einen Kreuzbandriss zuzog. Der Zwei-Meter-Mann ist aber voll im Plan, sodass er vermutlich noch in der Vorbereitung zum Einsatz kommen wird. »Er macht ganz große Trainingsteile mit, auch die mit Körperkontakt«, bestätigt Arno Jung. »Mit seinem Selbstvertrauen und seinen Fähigkeiten ist er ein Mann für die einfachen Tore«, die man beim TVH in der vergangenen Saison, nach dem Ausfall von Lipovina so schmerzlich vermisst hat.

Den zuerst feststehenden Neuzugang muss man eigentlich gar nicht vorstellen, ist er doch jedem mittelhessischen Handballfan ein Begriff. Mit Nikolai Weber konnten die Verantwortlichen einen Nachfolger für Kapitän Matthias Ritschel verpflichten, der nicht nur im Tor diesen ersetzen soll. »Mit Ritschi und Basti Roth sind wichtige Brocken aus dem Mannschaftsgefüge rausgepurzelt. Da ist einer wie Niko ganz wichtig. Solche Typen braucht eine Mannschaft trotz aller Talente«, weiß Jung. »Zudem hat es sicher auch Wirkung auf den Gegner, wenn diese wissen, dass am Wochenende ein Niko Weber mit der Erfahrung aus vielen Hundert Bundesligaspielen ihnen gegenüber steht.«

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