03. Dezember 2017, 20:56 Uhr

Den Favoriten zeitweise geärgert

03. Dezember 2017, 20:56 Uhr
Fünf Treffer für den TV 05/07 Hüttenberg in Kiel erzielt Daniel Wernig, der mit seinen Kollegen trotz der Niederlage alles andere als enttäuscht. (Archivfoto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Am Ende war es dann doch standesgemäß. Der TV 05/07 Hüttenberg musste sich am späten Samstagabend mit einer 24:33 (13:17)-Niederlage auf die lange Heimreise vom Gastspiel bei Handball-Rekordmeister THW Kiel ins verschneite Mittelhessen machen. Dabei hatte der Bundesliga-Aufsteiger dem Favoriten aber lange Zeit Paroli geboten.

»Wir verlieren mit neun Toren. Von daher darf ich eigentlich nicht zufrieden sein. Aber ich denke, das Endergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf«, war daher auch die Einschätzung vom TVH-Trainer Emir Kurtagic, kurz nachdem er den Mannschaftsbus bestiegen hatte. Denn während die Anhänger sich erst am Sonntag auf den Heimweg machten, trat die Mannschaft nach gut sieben Stunden Anreise auch noch am Spieltag den direkten Rückweg an.

Hüttenbergs Trainer hatte nach den Fehlstarts in den letzten beiden Spielen von seiner Mannschaft gefordert »verantwortlich mit dem Ball umzugehen« und ein gutes Rückzugsverhalten an den Tag zu legen. Und dies beherzigte sein in der Startformation verändertes Team. Und zwar so gut, dass man nach dem 1:0 von Dominik Mappes bis zum 8:7 durch Tim Stefan in der 13. Minute, der schön in die Lücke in der Kieler Deckung stieß, immer vorlegte. Besonders sehenswert dabei das 7:6 durch Linksaußen Jannik Hofmann, der einen feinen Diagonalpass von Mappes von Halbrechts im Netz hinter Nationaltorhüter Andreas Wolff versenkte, der erst nach einer Viertelstunde den ersten Ball abwehren konnte.

Da Hüttenberg nun eine kleine Delle im bislang fehlerfreien Vortrag hatte, konnte der Favorit nicht nur erstmals in Front gehen, sondern die Führung sogar zum 11:8 durch einen Tempogegenstoß von Rechtsaußen Ole Rahmel (18.) ausbauen. Kurtagic reagierte mit einer Auszeit, nach der seine Mannschaft sofort wieder den Anschluss durch Tore von Mappes und Linksaußen Christian Rompf herstellte, nachdem man schön abgeräumt hatte. Zwischen den beiden Treffern brandete Sonderapplaus in der bis auf den letzten Platz gefüllten Sparkassen-Arena auf, als THW-Kapitän Domagoj Duvnjak nach siebenmonatiger Verletzungspause erstmals wieder das Spielfeld betrat. Trotzdem blieben die Mittelhessen bis zum 13:14 durch einen Heber von Rechtsaußen Daniel Wernig fünf Minuten vor dem Pausenpfiff dran, ehe die Zebras sich doch noch zum 17:13-Pausenstand absetzten. »In den letzten fünf Minuten waren wir nicht geduldig genug«, stellte TVH-Kapitän Matthias Ritschel in der Pause fest.

Kiel hatte offenbar erkannt, dass der Underdog nicht einfach so im Vorbeigehen zu bezwingen war. Der überragende Miha Zarabec mit einem seiner neun Tore sowie Lukas Nilsson bauten gleich nach Wiederbeginn die Führung aus. Doch die Hüttenberger ließen sich einfach nicht abschütteln. Tim Stefan tankte sich in der 42. Minute mit Tempo zum 18:22 durch und hielt die Begegnung weiter offen. So musste Duvnjak nach dem 19:23 durch einen Siebenmeter-Treffer von Wernig doch noch einmal auf die Platte, um im Zusammenspiel mit Zarabec und Nationalkreisläufer Patrick Wienczek auf 27:20 (51.) zu erhöhen und damit das Spiel zu entscheiden. Denn nach zwei Treffern von Tomáš Sklenák stellten Duvnjak per Kempa-Trick und noch einmal Rahmel mit einem Tempogegenstoß den 33:24-Endstand her.

»In die zweite Halbzeit sind wir nicht gut reingekommen, kämpfen uns aber wieder auf vier Tore heran. Am Schluss lassen wir dann zu viele freie Bälle liegen. Deshalb fällt die Niederlage zu hoch aus«, fasste Dominik Mappes das Spiel vor den Sky-Kameras zusammen. Und sein Trainer Kurtagic ergänzte: »Den Unterschied zur Halbzeit machen drei, vier technische Fehler aus. In der zweiten Hälfte hat uns vielleicht ein bisschen der Mut gefehlt. Aber wir haben gut gespielt. Einen schnellen Ball, diszipliniert und mit Rhythmuswechseln immer wieder Lösungen gefunden.«

Kiel: Wendt, Wolff; Duvnjak (3), Toft Hansen, Sebastian Firnhaber, Dissinger (2), Wiencek (6), Ekberg, Zeitz, Frend Öfors (4), Rahmel (6), Dahmke, Zarabec (9/3), Lucas Firnhaber, Vujin (2), Nilsson (1).

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan (2), Sklenák (3), Wörner, Lambrecht, Wernig (5/3), Rompf (1), Zörb (2), Fernandes (1), Jóhannsson, Roth, Mappes (4), Hofmann (2), Hahn, Lipovina (4).

Im Stenogramm: SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg). – Zuschauer: 10 285. – Zeitstrafen: 0:2 Minuten. – Siebenmeter: 3/3:4/3.

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