02. August 2018, 07:00 Uhr

Handball

Das erste Schaulaufen

Beim Aufeinandertreffen der beiden heimischen Handball-Schwergewichte HSG Wetzlar und TV 05/07 Hüttenberg beim Linden-Cup gab es das erste Schaulaufen einiger Neuzugänge.
02. August 2018, 07:00 Uhr

HSG Wetzlar


Das 26:20 (11:8) der HSG Wetzlar über den TV 05/07 Hüttenberg war in einem allein von den Temperaturen her hitzigen, auf dem Parkett aber eher emotionslosen Derby unter dem Strich souverän herausgespielt. In der vergangenen Erstliga-Saison hatte das in den direkten Duellen noch anders ausgesehen.

Erstligist Wetzlar, der am 26. August mit dem Heimspiel gegen Neuling SG BBM Bietigheim in die Saison startet, konnte zwei Tage nach dem Turniererfolg im Schwarzwald zufrieden sein, zumal Trainer Kai Wandschneider neben Joao Ferraz (Fußverletzung) und Hendrik Schreiber (Adduktorenzerrung) kurzfristig auch Spielmacher Olle Forsell Schefvert ersetzen musste, der im Vormittagstraining umgeknickt war und sich eine Bänderzerrung zugezogen hatte.

HSG-Coach Wandschneider resümierte: »Wir haben Hüttenberg zum siebten Mal in Folge hier geschlagen. Das war unser Anspruch. Wir haben in der ersten Viertelstunde nur ein Gegentor kassiert, dafür sechs gemacht. Das war gut. Ich bin zufrieden mit dem Willen der Mannschaft und der großen Selbstdisziplin.

Auch sein Gegenüber, TVH-Trainer Emir Kurtagic, hatte durchaus positive Ansätze im Spiel seiner Mannschaft gesehen. »Spielerisch kann ich dem Team keinen Vorwurf machen, aber die Chancenverwertung war echt mäßig. Wir werfen allein in der ersten Hälfte sechs, sieben Hundertprozentige weg. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht und darüber hinaus in Überzahl drei Gegentore kassiert. Am Wetzlarer Sieg aber gibt es nichts zu rütteln. Die Bedingungen waren natürlich extrem, dafür haben wir es gut gemacht und körperlich durchgehalten. Wir haben vieles richtig gemacht, nur im Abschluss eben nicht.«

Traditionell weckt das Mittelhessen-Derby beim Linden-Cup großes Interesse, weil sich erstmals in der Vorbereitung die neuen Gesichter dem heimischen Handball-Publikum präsentieren. Schon eine Stunde vor dem Anpfiff prangte am Halleneingang das Schild »Ausverkauft«, die gastgebende MSG Linden musste schon da Zuschauer nach Hause schicken. Dass die Partie anschließend aufgrund zahlreicher Wisch-Unterbrechungen zweimal 45 Minuten dauerte, war in Anbetracht der tropischen Klimaverhältnisse in der Stadthalle Linden keine große Überraschung. Der Spielrhythmus wurde dadurch immer wieder beeinträchtigt.

Auf Wetzlarer Seite bekamen bis auf Torhüter Tibor Ivanisevic alle Neuzugänge ihre Spielanteile. Akzente setzen konnten dabei auf der linken Seite in puncto Spielverständnis bereits Außen Emil Frend Öfors und der 2,04-m-Halblinke Lenny Rubin, bei denen jede Aktion Hand und Fuß zu haben schien und denen kaum Eigenfehler unterliefen. Lars Weissgerber beeindruckte als Björnsen-Backup mit drei blitzschnellen Gegenstoßtreffern.

Lenny Rubin, die neue Rückraum-Hoffnung der Grün-Weißen, zu seiner Premiere vor eigenem Publikum: »Es war ein relativ schnelles Spiel. Nach drei Partien in drei Tagen am Wochenende und nun heute bin ich echt müde, denn es war echt sehr heiß. Ich kenne das aus der Schweiz nicht, dass in der Vorbereitung so viele Menschen zu einem Test kommen. Cool.« Und weiter: »Ich bin jetzt einen Monat hier und das erste Mal im Leben von zu Hause weg, ich war sonst immer nur bei meinem Heimatverein. Aber das Team hat mich super aufgenommen.«

Auffällig auf Hüttenberger Seite waren der neue Linkshänder im rechten Rückraum, Dieudonné Mubenzem, der eine enorme Sprungkraft bewies und technisch versiert auftrat und dem TVH noch eine Menge Spaß bereiten dürfte, sowie Mappes-Nachfolger Björn Zintel, der den Ball schnell machte und immer wieder selbst den Weg zum erfolgreichen Abschluss suchte. Allerdings spielten sich die Sklenak und Co. analog zum Vorjahr mit zunehmender Spieldauer wieder einen Wolf, um in Wurfposition zu gelangen. Hier verspricht sich Trainer Emir Kurtagic durch den schwedischen Nationalspieler Markus Stegefelt einen wesentlichen Schub, was die Torgefahr von der Königsposition aus betrifft. »Wir hoffen, dass er nächste Woche im Trainingslager in Tschechien richtig einsteigen kann«, sagt Trainer Kurtagic. Der 24-Jährige hat gerade eine Kreuzbandverletzung aus dem vergangenen Dezember überwunden.

TVH-Neuzugang Björn Zintel zu seinem ersten Auftritt im Mittelhessischen: »Es macht immer Spaß, vor so vollen Rängen zu spielen. Die Temperaturen waren aber echt extrem. Das war größtenteils recht ordentlich von uns. Zu Beginn standen wir gut in der Deckung - sind vorne aber im 1:0 gescheitert. Es ist erst einmal positiv, gegen so ein Team so viele Chancen herausgespielt zu haben. Unsere Wurfeffektivität und -qualität muss da aber besser werden. Natürlich hat das viele Wischen den Rhythmus gestört, Wir haben aber auch das gut bewältigt.«

Von den Neuverpflichtungen Lenny Rubin (oben links) und Björn Zintel (unten rechts) verspricht man sich 2018/19 viel im Wetzlarer bzw. Hüttenberger Handball-Lager. (Foto: ras)

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