01. Mai 2018, 20:16 Uhr

Gießen 46ers

Bremerhaven vermiest Gießen 46ers den Saisonabgang

Nach Halbzeit eins steuern die Gießen 46ers im letzten BBL-Saisonspiel auf Auswärtssieg, aber im dritten Viertel kommen die Eisbären aus Bremerhaven in einen Flow.
01. Mai 2018, 20:16 Uhr
Niederlage zum Saisonabschluss in der Basketball-Bundesliga: Darwin Davis und Jeril Taylor (rechts) von den Gießen 46ers verlassen das Parkett der Bremerhavener Stadthalle. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Den Gang in die ProA müssen somit die Rockets Erfurt nach nur einer Saison in der BBL antreten. Das dritte Viertel brach den Gießenern das Genick: Führten sie zur Pause noch mit 47:39, drehten die Eisbären das Spiel nach der Pause mit einem 29:11-Viertel: Erst schlichen sich die Bremerhavener mit einem 9:0-Lauf auf 50:52 an die 46ers heran, dann sorgten drei Distanzwürfe in Folge von Johnny Berhanemeskel in 66 Sekunden für die erste deutliche Führung der Eisbären, von der sich die 46ers nie mehr erholen sollten. Plötzlich waren auch die 3429 Zuschauer in der Stadthalle Bremerhaven da und trugen ihre Mannschaft durch das letzte Viertel.

Kein Vorwurf von Freyer

»Ich kann da keinem einen Vorwurf machen: Wir haben das gemacht, was wir uns vorgenommen haben, aber dann haben wir unsere Würfe nicht getroffen, vergeben unter dem Korb zwei Layups – und niemand vergibt ja absichtlich einen Layup – und dann kam Bremerhaven in einen Flow«, stand Gießen sTrainer Ingo Freyer, als Spieler selbst an der Weser aktiv, seinen Schützlingen nach Spielende zur Seite.

Dennoch: Schon zur Halbzeit hätten die 46ers höher vorne liegen müssen: Zu ungenau waren viele Anspiele, zu viel blieb in Angriff und Verteidigung an diesem Nachmittag Stückwerk, zu oft fehlte Konzentration, um eigentlich gute Ideen auch zu einem guten Abschluss zu bringen. Auch die Tatsache, dass Bremerhaven nur sechsmal an die Freiwurflinie gehen musste, zeigt, dass die letzten Prozente an diesem Tag fehlten: »Wir haben im dritten Viertel erst 3:26 Minuten vor dem Ende zum ersten Mal gefoult, obwohl Bremerhaven einen Run hatte«, ärgerte sich Freyer nach der Schlusssirene.

Lischka mit Emotionen

Die Partie blieb deshalb auch lange recht ruhig, erst Mitte des zweiten Viertels gab es das erste Mal echte Emotionen in der Stadthalle: Nachdem sich Geoffrey Groselle nach einer Berührung von Benjamin Lischka mit einer Schauspieleinlage, garniert mit einem Hechtsprung, versuchte, wollte Bremerhavens Berhanemeskel dem Gießener Forward noch ein paar Takte sagen. Unsportliche Fouls auf beiden Seiten waren die Folge – und ein unnachahmliches Grinsen von Lischka, als er nur wenige Sekunden später einen Dreier in die Stille nach den vielstimmigen »Lischka-raus!«-Rufen versenkte.

Die waren nach Spielende schnell vergessen: Während die Bremerhavener überschwänglich den Klassenerhalt feierten, verschwanden die 46ers schnell in der Kabine, um sich fix auf die lange Busreise gen Gießen zu machen.

Hollins muss warten

Einzig Austin Hollins musste ausharren: Er war von der Telekom für das Interview auserkoren worden und musste nun zusehen, wie die Eisbären lange Zeit auf ein Handy starrten, auf dem die Übertragung aus Jena lief. Fast schon ein wenig mitleidig schaute er auf die jubelnden Bremerhavener Spieler und wunderte sich: »Wahnsinn, wie die hier feiern, dass sie gerade so in der Liga geblieben sind. Da wäre ich nicht gern ein Teil von.«

Der Ausspruch zeigt, dass auch fünf Jahre nach dem Gießener Abstieg in die ProA und in der dritten Saison nach der Rückkehr in die BBL die Ansprüche der 46ers höher sind: Zum dritten Mal in Folge hatte Gießen frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun, schielte bis in die Schlussphase der Saison auf eine Playoffteilnahme – und das, obwohl im Sommer fast das komplette sportliche Personal einmal ausgewechselt wurde.

Mittwoch 46ers-Abschluss-Feier in Osthalle

Am heutigen Mittwoch steht der vorerst letzte offizielle Termin der Mannschaft an, wenn ab 18.46 Uhr in der VIP-Loge der Osthalle die traditionelle Verabschiedung des Teams stattfindet. Dann erfährt man vielleicht auch mehr darüber, wer in der kommenden Saison neben den bereits bekanntgegebenen Namen noch das 46ers-Trikot tragen wird: »Wir sind mit allen Spielern im Gespräch«, wollte sich Freyer am Dienstag noch nicht tiefer in die Karten schauen lassen.

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