21. August 2018, 18:00 Uhr

Gießen 46ers

Bell-Verletzung trübt Vorfreude der Gießen 46ers

In fünfeinhalb Wochen starten die Gießen 46ers in die neue Bundesliga-Spielzeit. Das Team arbeitet hart unter Coach Ingo Freyer. Die schwere Verletzung eines Führungsspielers bereitet Sorgen.
21. August 2018, 18:00 Uhr
Der Coach schaut genau hin: Ingo Freyer beobachtet das Trainingsspiel der Gießen 46ers. (Foto: kus)

Gießen 46ers


Ein Pfiff. Trainer Ingo Freyer unterbricht das Trainingsspiel immer mal wieder, um seine Profis auf Fehler hinzuweisen. Er kritisiert, er lobt, und er zieht wenig später ein positives Fazit: »Wenn man dieses Jahr betrachtet und mit letzter Saison vergleicht, dann sind wir nach einer Woche Vorbereitung schon ein bisschen weiter.« Insgesamt 13 Basketballer hat Freyer am Dienstagmorgen in der Sporthalle Rivers-Barracks im Training. Einer, auf den er große Stücke hält, fehlt allerdings: David Bell. Der Spielmacher hat sich im Krafttraining einen Riss des Brustmuskels zugezogen und muss operiert werden. Wie lange der 37-Jährige ausfällt, ist noch nicht klar. Im ungünstigen Fall bis zu vier Monate. Bitter für die 46ers, denn Bell wurde als einer der Anführer verpflichtet. »Man kann das nicht eins zu eins auffangen. Dafür ist David einfach zu erfahren und hat zu viel Qualität«, sagt Freyer. Offen ist noch, ob die Gießener für ihn Ersatz verpflichten. »Das werden wir erst in den nächsten Wochen entscheiden, wenn wir sehen, wie sich die Mannschaft entwickelt.«

 

Bryant vor Einbürgerung

 

Auch Benjamin Lischka wählt klare Worte, wenn er über den Ausfall Bells spricht. »Das ist natürlich Mega-Scheiße. Er hätte uns einfach gut getan. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch von seiner Art her. Wenn er in die Halle kommt, merkt man schon die Präsenz, die er hat.« Lokalmatador Lischka, der in seine sechste Saison bei den 46ers geht, ist einer, der wieder Führungsaufgaben im Team übernimmt. Oder natürlich John Bryant. Der Center wirkt entspannt, macht den einen oder anderen Spaß mit seinen Kollegen. Der Amerikaner steht kurz vor seiner Einbürgerung, die nötigen Tests hat er alle bestanden. »Jetzt ist nur noch ein bisschen Bürokratie zu erledigen«, sagt Teammanager Sören Beck, der hofft, dass Bryant bis zum Saisonstart am 30. September gegen den Mitteldeutschen BC einen deutschen Pass hat.

 

Freyer setzt auf Tempo

 

Es wird auch gelacht beim Pressetraining an diesem Dienstag, die Spieler sprechen viel miteinander. Freyer und sein »Co« Steven Wriedt lassen auch immer wieder längere Phasen laufen, stecken die Köpfe zusammen und tauschen sich aus. »Wir sind in diesem Jahr vor allen Dingen erfahrener«, nennt der Coach die größte Veränderung im Team, das mit sechs Zugängen verstärkt wurde. »Die Zugänge haben wir so ausgewählt, dass sie sich schnell anpassen können und dass sie auch im Intellekt Qualitäten haben.« Viel ändern soll sich für die Fans der 46ers trotz des neuen Personals nicht: »Wir werden hier und da Sachen verändern. Aber die Philosophie bleibt die gleiche: Wir werden sehr schnell und hoffentlich wieder attraktiv spielen«, blickt Freyer voraus.

 

Montana vom Team angetan

 

Zwei der Neuen sind Flügelspieler Max Montana und Pointguard Siyani Chambers. Sie seien gut aufgenommen worden und fühlen sich in ihrem neuen Umfeld wohl, sagen sie. Obwohl es für Montana seine erste Profistation ist, hat er keine Anpassungsprobleme: »Meine Großeltern wohnen in Deutschland, mein Vater ist hier aufgewachsen. Ich war schon öfter in Europa, sodass es für mich kein Kulturschock ist«, erzählt er lächelnd. Von seinem neuen Team ist er angetan: »Wir haben eine Menge Leute, die das Spiel breit machen können. Wir haben gute Schützen, und in John Bryant einen der besten Center, der jemals in der Bundesliga gespielt hat. So werden wir im Angriff eine Menge Optionen haben«, meint Montana. Chambers ist froh, schon ein bisschen mehr als die Trainingshalle gesehen zu haben. »Am Wochenende auf dem Stadtfest habe ich schon einige Leute kennengelernt und ein bisschen etwas von Gießen gesehen. John, Benny und die anderen Kollegen sind sehr nett und alle Mitarbeiter im Club sind sehr hilfsbereit«, fasst der Harvard-Absolvent seine Eindrücke zusammen. »Das Training ist sehr intensiv – mit viel Tempo, so wie unser Trainer gerne spielen möchte«, berichtet Chambers.

 

Kochkurs mit Hintergedanken

 

Intensiv wird es auch bleiben. In den nächsten drei Wochen stehen noch Konditions- und Krafttraining im Mittelpunkt, dann wird das Trainerteam immer mehr ins Detail gehen, um für den Saisonstart bestens vorbereitet zu sein. Dazuzählen auch Teambuilding-Maßnahmen wie eine Kanufahrt oder ein Kochkurs – der dient allerdings nicht nur dem Spaß, wie Freyer verrät: »Da reden wir auch über Ernährung und zeigen den Spielern, wie man mit einfachen Mitteln gesundes Essen kochen kann.«

 

Freitag in der Osthalle

Testspiel gegen Hanau

Die Gießen 46ers bestreiten vor ihrer 51. Bundesliga-Saison nur ein öffentliches Testspiel in Gießen: An diesem Freitag um 18.30 Uhr in der Osthalle gegen den Pro-A-Ligisten White Wings Hanau. Die Partie gegen den belgischen Erstligisten Landstede Zwolle am 22. September ist zumindest in der Region geplant. Darüber hinaus sind die Gießener am 31. August bei Rist Wedel, am 1. September bei den Hamburg Towers sowie am 20. September bei medi Bayreuth zu Testspielen zu Gast. Das Team von Coach Ingo Freyer startet am 30. September gegen den Mitteldeutschen BC in die Runde. (kus)

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