06. September 2018, 22:28 Uhr

Handball-Bundesliga

Aufholjagd der HSG Wetzlar bleibt unbelohnt

In einer packenden Bundesligapartie unterlagen die Handballer der HSG Wetzlar beim TVB 1898 Stuttgart trotz einer guten zweiten Halbzeit mit 28:30 (9:14) und mussten der Terminhatz Tribut zollen.
06. September 2018, 22:28 Uhr
Bester Werfer der HSG Wetzlar bei der 28:30-Niederlage in Stuttgart ist mit acht Treffern Stefan Cavor, der hier vor dem Schwaben Manuel Späth (r./l. Filip Mirkulovksi) Maß nimmt. (Foto: PIX-Sportfotos /Sandy Dinkelacker)

HSG Wetzlar


Mit einem Sieg und drei Niederlagen nach vier Spieltagen rutschten die Mittelhessen in der Bundesliga-Tabelle auf den 15. Platz ab.

Fast seit einem Jahr hatte der TVB kein Heimspiel mehr gewonnen, gegen Wetzlar in der Bundesliga nur Niederlagen eingesteckt. Genug Gründe, um in dieser Partie alles zu geben und Handball zu arbeiten, um den Fluch zu besiegen. Von Beginn an machte eine aggressive Stuttgarter Abwehr den Angreifern der HSG das Leben schwer. Aus einer beweglichen 6:0-Deckung störten die Gastgeber früh das Aufbauspiel der Rückraumreihe Lenny Rubin, Stefan Cavor und Filip Mirkulovski, der sich beim Einsetzen seiner Nebenleute förmlich aufrieb. Immer wieder stürzte sich der Wetzlarer Kapitän ins Getümmel, doch zu selten gelang es seinen Mitspielern, daraus Kapital zu schlagen. Zu viele Fehlpässe und vergebene Chancen drückten schnell auf die Stimmung. Hinten fehlte den Grün-Weißen punktuell der Zugriff auf den Gegenspieler – und so lag die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider in der neunten Minute nach dem Gegenstoßtor von Bobby Schagen mit 1:5 zurück.

Rubin ging viel zu sehr quer zur Abwehr, als einfach mal den Durchbruch zu wagen oder seine Größe bei einem Fernwurf auszunutzen. Cavor hatte zwei, drei unglückliche Aktionen, ehe ihm in der zehnten Minute das 2:5 gelang. Nun klappte auch die Zuordnung in der Abwehr besser. Zweimal konnte die HSG das Kreiszuspiel der Stuttgarter unterbinden, und so verkürzte Kristian Björnsen mit zwei Gegenstößen auf 4:6. Wandschneider versuchte alles, rückte seinen Mannen in einer frühen Auszeit die Köpfe zurecht, wechselte bis auf die Außenpositionen komplett durch, doch es blieb eine gebrauchte erste Halbzeit seiner Mannschaft. Schagen traf in der 20. Minute zum 10:5 für Stuttgart, ein Rückstand, dem die HSG bis zur Pause hinterherlief. Johannes Bitter im Stuttgarter Kasten parierte immer wieder mühsam herausgespielte Wetzlarer Chancen, ein Pfund, das die Gäste an diesem Abend nicht aufbieten konnten. »Was uns gefehlt hat, sind gehaltene Bälle, das waren nur sieben«, bemängelte Wandschneider. »Davon brauchst du mehr, damit diese aufopferungsvolle Arbeit in der Deckung auch belohnt wird.« Dazu kamen einige Kleinigkeiten, die gegen seine Mannschaft liefen – und so ging es mit einem 9:14-Rückstand in die Kabine.

Nach Wechsel wie verwandelt

Aus der kamen die Grün-Weißen wie verwandelt. Mit einer offensiven 4:2-Abwehr brachten Forsell Schefvert und Frend Öfors ordentlich Sand ins Getriebe des TVB-Angriffs. Auch Cavor löste immer wieder in die 3:3-Deckung auf, und so gelangen Wetzlar etliche Ballgewinne, die aber vorne nicht immer konsequent in Tore umgemünzt wurden. Trotzdem war in der 42. Minute beim 17:17 von Rubin erstmals der Ausgleich hergestellt. »Die 3:3- und 4:2-Deckung hat voll ins Schwarze getroffen. Das haben unsere Spieler bravourös gemacht, das war ein unglaublicher Kampf, der extrem viel Kraft kostete«, war Wandschneider voll des Lobes. Seine Spieler gingen beim 19:18 von Frend Öfors (45.) erstmals in Führung.

Doch TVB-Coach Jürgen Schweikardt hatte noch ein Ass im Ärmel. Er brachte Michael Kraus, der zuvor nur für die Siebenmeter auf die Platte gekommen war. Der Weltmeister von 2007 ordnete das Spiel und zeigte immer wieder Lösungen gegen die offensive Wetzlarer Abwehr auf. Nach und nach nahm der TVB die Zügel wieder in die Hand und drehte die Partie zurück. »Was mir große Hoffnung macht, ist, dass wir uns mit viel Herz wieder ins Spiel gekämpft haben. Doch dann haben wir ein paar Phasen, in denen wir unclever spielen«, trauerte Wandschneider der vergebenen Chance hinterher, sich für den großen Kampf zu belohnen. In der hektischen Schlussphase waren es die Hausherren, die Nerven bewiesen und die lang ersehnten Punkte zu Hause behielten.

TVB Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer (2), Häfner, Weiss (4), Schagen (6), Schweikardt (1), Späth (1), Kraus (6/3), Markotic (3), Baumgarten (4), Rothlisberger, Burmeister, von Deschwanden (1), Pfattheicher, Schmidt (2).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Hermann, Kneer, Björnsen (6), Ferraz, Mirkulovski (2), Schreiber, Torbrügge (2), Weissgerber, Frend Öfors (4), Holst (1/1), Forsell Schefvert (1), Rubin (4), Lindskog, Cavor (8).

Stenogramm: SR: Immel/Klein (Erkelenz/Mettmann). – Zuschauer: 2048. – Zeitstrafen: 8:4 Minuten. – Siebenmeter: 3/3:2/1.

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