11. Dezember 2018, 11:40 Uhr

Schweden-Riese

Anton Lindskog von HSG Wetzlar: »Ich habe noch viel Entwicklungspotential«

Anton Lindskog, der hünenhafte schwedische Kreisläufer der HSG Wetzlar, findet sich nach Anlaufschwierigkeiten immer besser in der Rolle als Nachfolger von Jannik Kohlbacher zurecht.
11. Dezember 2018, 11:40 Uhr
Wetzlars schwedischer Kreisläufer Anton Lindskog (66) hat schwer in die Saison gefunden, findet sich in der Nachfolge-Rolle von Jannik Kohlbacher nunmehr aber immer besser zurecht. Ex-Nationaltorhüter Martin Ziemer (TSV Hannover-Burgdorf, rechts) überwand er am Sonntag fünfmal. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Die Revanche ist geglückt. Die Handballer der HSG Wetzlar haben in der Bundesliga die TSV Hannover-Burgdorf in einem wahren Krimi mit 29:28 (16:12) niedergerungen und sich für die derbe Pleite im Pokal-Halbfinale im Mai rehabilitiert. Einmal mehr mittendrin Kreisläufer Anton Lindskog, der nach durchwachsenem Saisonbeginn immer besser in Schwung kommt. Der 2,02 Meter große Schwede strahlt von Woche zu Woche mehr Entschlossenheit und Überzeugung in seinen Aktionen aus. Sinnbildlich dafür sein Tor aus etwa 30 Metern Entfernung in den leeren Hannoveraner Kasten zum 4:3 (5.) oder sein Gegenstoß, den er ohne lange zu fackeln lieber selbst vollendete (21:17) als den Ball zum mitgelaufenen Kristian Björnsen weiterzuspielen.

Fünf von sechs Versuchen brachte der Hüne im Hannoveraner Tor unter, zog zwei Siebenmeter und setzte sich teilweise gegen drei Abwehrspieler durch. In der Deckung räumte er die Kolosse Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic aus dem Weg, störte die gegnerischen Rückraumspieler und hielt mit Olle Forsell Schefvert den Laden hinten zusammen. Auf der Facebook-Seite des Vereins wurde das Spiel gegen die »Recken« mit seinem Konterfei und dem Zusatz »HSG Buffalo« angekündigt. Vielleicht hat auch das den begeisterten Angler zusätzlich angespornt.

Wie geht es Ihnen nach dem Spiel?

Lindskog: »Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung, die Punkte sind sehr wichtig für uns. Unser Ziel vor dem Spiel war, zwei Punkte zu holen – das haben wir geschafft. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein paar Probleme in der Abwehr, aber sonst lief eigentlich alles gut.«

Zu Beginn der Saison lief es weniger gut für Sie. Woran lag das?

Lindskog: »In meinen ersten zwei Jahren hier in Wetzlar habe ich kaum im Angriff gespielt. Daher war das für mich schwer und ungewohnt, da war auch viel Druck. Es braucht seine Zeit im Training und im Spiel, sich daran und an die neuen Mitspieler zu gewöhnen. Jetzt wird es immer besser und besser, in jedem Training und in jedem Spiel. Ich hoffe, dass es so weitergeht. Wir haben jetzt fast sechs Monate zusammengearbeitet und müssen immer weitermachen. Das sieht schon ganz gut aus.«

Kam der Druck eher von außen oder haben Sie sich selbst Druck gemacht?

Lindskog: »Ich habe mir auch selbst viel Druck gemacht. Jannik Kohlbacher war in meinen ersten zwei Jahren hier überragend. Und ich will auch überragend spielen. Da kommt Druck von mir und von außen.«

Sie sind jetzt der Kreisläufer Nummer eins bei der HSG. Sind Sie mit dieser Entwicklung zufrieden?

Lindskog: »Ja natürlich, das war immer mein Ziel. Als ich zur HSG kam, wusste ich, dass ich am Anfang nur die Nummer zwei sein werde. Das war kein Problem für mich. Die schwedische Liga ist keine so starke Liga, daher brauchte ich auch Zeit, mich an die Bundesliga zu gewöhnen. Jetzt fühle ich mich gut in der Liga. Ich bin erst 25 Jahre alt, habe noch viel Entwicklungspotential und bin ganz sicher, dass ich das in den nächsten Jahren in Wetzlar zeigen kann.«

Gab es im Verlauf der Saison einen Punkt, an dem es »Klick« gemacht hat, oder war das eine kontinuierliche Entwicklung?

Lindskog: »Das ist schwer zu sagen. Ich finde, ich habe ganz okay gespielt, hatte am Anfang aber zu viele Fehlwürfe. Es läuft jetzt einfach besser.«

Sie wirken im Gegensatz zur letzten Saison austrainierter. Ist das richtig?

Lindskog: »Ja, das stimmt. Ich habe mit unserem Fitness-Trainer Jonas Rath viel darüber gesprochen. Wir machen zweimal in der Woche Krafttraining mit der Mannschaft und ich gehe noch ein-, zweimal in der Woche zusätzlich in den Kraftraum. Ich habe viel Zeit und ich weiß, dass Krafttraining für meine Entwicklung wichtig ist. Ich spiele gegen Leute, die über 100 Kilo wiegen und über zwei Meter groß sind. Da musst du einfach stark sein.«

Wie viele Trikots verbrauchen Sie in einer Saison? Wie viele gehen da kaputt?

Lindskog: »Viele. Ich weiß nicht genau wie viel, aber mindestens sieben, acht, neun. Aber ich glaube, ich habe auch zwei oder drei Trikots kaputtgemacht.«

Die HSG Wetzlar hat am Sonntag in der zweiten Halbzeit gegen Hannover ein paar Minuten kein Tor erzielt. Was geht einem als Spieler in diesen Situationen durch den Kopf?

Lindskog: »Wir haben in diesem Jahr fünf Spiele mit einem Tor verloren. Auch da haben wir am Ende fast keine Tore gemacht. Ich weiß nicht, warum, aber wir haben manchmal Probleme in der Schlussphase. Vielleicht sind wir zu heiß. Ich glaube, wir sind dann zu nervös. Unser Ziel war, die zwei Punkte zu holen. Am Ende hat das ja geklappt. Allein das zählt.«

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