20. September 2018, 11:55 Uhr

Sommerbiathlon

Andreas Tempelfeld sechsfacher DM-Titelträger

Einen wahren Medaillenregen hat es für die Laubacher Sommerbiathleten bei deutscher Meisterschaft im Bayerischen Wald gegeben.
20. September 2018, 11:55 Uhr
Die siegreiche Damen-Staffel mit (v. l.) den beiden Laubacherinnen Laura-Marie Wehrum und Lilith Grupe sowie Katharina Käthner (Altengronau). (Foto: Privat)

Die Sommerbiathleten des SV Laubach haben Geschichte geschrieben. Neun Laubacher Athleten waren die weite Strecke ins Biathlon-Stadion am Großen Arber auf knapp 1000 m Höhe gefahren, um bei den Entscheidungen der deutschen Meisterschaften im Sommerbiathlon ein Wörtchen mit zu reden – und es wurde eine sensationelle Bilanz. In Bayrische Eisenstein gab es für den SV Laubach sieben Gold-, eine Silber- und fünf Bronzemedaillen!

Der erste Wettbewerb am Freitag war der Sprint mit dem Kleinkalibergewehr. Laura-Marie Wehrum deutete hier bei den Juniorinnen mit dem fünften Platz und überschaubarem Rückstand zu den Medaillen bereits an, dass mit ihr zu rechnen sein würde. Ihre Vereinskameradin Eileen Schönherr kam in dieser Klasse auf Rang zehn.

Das erste historische Ergebnis legten die Laubacher Herren II hin, denn Platz eins bis drei gingen an die Starter des stärksten hessischen Sommerbiathlon-Vereins in der Reihenfolge Andreas Tempelfeld vor Holger Wißmann und Thomas Rabe. Damit waren die ersten drei Medaillen schon nach Laubach geholt.

Nach kurzer Erholungspause folgte am gleichen Nachmittag der Sprint mit dem Luftgewehr. In der Damenklasse I gingen die beiden heimischen Starterinnen Karolina Kubusch und Jana Steenbock auf die Strecke. Sie lieferten solide Rennen ab und platzierten sich auf den Rängen sechs und sieben. In der Herrenklasse II gab es denselben Sieger wie im Wettbewerb mit dem KK-Gewehr: Andreas Tempelfeld vom SV 1874 Laubach holte sich mit nur einem Schießfehler und starker Laufleistung seinen zweiten Deutschen Meistertitel 48 Sekunden vor dem stärksten Kontrahenten Albert Hinterstoisser aus Bayern. Für Thomas Rabe und Holger Wißmann lief es diesmal am Schießstand nicht so gut, mit vier bzw. drei Strafrunden blieben ihnen nur die Ränge zehn und elf.

Am Samstag gingen die Massenstartwettkämpfe über die Bühne. Für die Herren bedeutete dies sechs Kilometer mit vier Schießeinlagen, für die Frauen fünf Kilometer mit ebenfalls zwei Liegend- und zwei Stehendschießen auf der schweren Laufstrecke im Hohenzollern-Stadion. Die Damen machten mit dem Luftgewehr wieder den Anfang und Karolina Kubusch konnte sich erneut mit Rang sieben im Vorderfeld platzieren. Die nächste Goldmedaille sollte es einmal mehr in der Klasse der Herren II geben: Andreas Tempelfeld bewahrte bei den ersten drei Schießeinlagen eine reine Weste und konnte damit seine Konkurrenten einen nach dem anderen distanzieren, so dass er in den beiden Schlussrunden bereits Kraft für den KK– Massenstart nur wenige Stunden später sparen konnte. Der letzte Schuss verfehlte zwar sein Ziel, aber auch mit dieser einen Strafrunde blieb ein komfortabler Vorsprung im Ziel. Thomas Rabe ließ in dieser Klasse insgesamt sechs Scheiben stehen und landete damit auf Rang acht.

Als letzte Einzel-Entscheidung folgte nun der KK-Massenstart. Laura-Marie Wehrum zeigte hier bei den Juniorinnen eine sehr starke Leistung. Mit nur fünf Schießfehlern von insgesamt 20 Schüssen und einer sehr engagierten Laufleistung holte sie sich die Bronzemedaille. Eileen Schönherr kam für die Laubacher Farben in derselben Klasse auf Rang 13. Wiederum die Herrenklasse II sollte sich als Medaillenlieferant für den SV 1874 Laubach erweisen: Andreas Tempelfeld lieferte sich erneut mit Albert Hinterstoisser einen Zweikampf, den der Laubacher nach dem dritten Schießen für sich entscheiden konnte. Ab da konnte er das Rennen von vorne kontrollieren und seinen vierten Meistertitel gewinnen. Seine Laubacher Vereinskameraden reihten sich allesamt kurz dahinter ein: Wolfgang Ehehalt lief auf den dritten Platz, Holger Wißmann auf den vierten Rang und Thomas Rabe komplettierte dieses sehr starke Mannschaftsergebnis auf Platz fünf.

 

Juniorinnen Damensieger

 

Damit war der Medaillenhunger aber noch lange nicht gestillt und eine große Sensation sollte noch folgen. Keine Überraschung waren nach den Einzelerfolgen die Siege der hessischen Staffeln in der Herren II-Klasse: Im Luftgewehr-Wettkampf holte Andreas Tempelfeld mit Nils Milde aus Michelsrombach und Mathias Schink aus Altengronau erneut Gold. Die zweite hessische Auswahl mit Holger Wißmann und Thomas Rabe sorgte hier mit Platz drei für ein sehr hessisches Podium. Auch die Damen der Staffel Hessen I, eigentlich eine Vereinsstaffel der Laubacher Sommerbiathletinnen, mit Karolina Kubusch, Jana Steenbock und Laura-Marie Wehrum holten mit Rang drei eine weitere Medaille.

Schwer machten es Andreas Tempelfeld als Schlussläufer seine beiden Staffelkollegen Mathias Schink und Holger Wißmann in der KK-Staffel der Herren II. Mit zwei Minuten Rückstand ging Tempelfeld auf die Strecke und versuchte die führende bayerische Staffel noch einzuholen. Dabei kam ihm entgegen, dass der bayerische Schlussläufer durch den großen Vorsprung offenbar so verunsichert war, dass er große Probleme beim Liegendschießen bekam. Eine sehr schnelle erste Runde mit schnellem Schießen bei einer Strafrunde brachte die Hessen schon wieder in Reichweite der führenden. Beim Stehendschießen musste also die Entscheidung fallen. Eine Strafrunde weniger für die Hessen ließ der hessischen Staffel direkt nach der Strafrunde die Möglichkeit, erstmals in Führung zu gehen. Die gaben die Hessen nicht mehr ab und gewannen schließlich mit neun Sekunden Vorsprung auch dieses Rennen.

Die größte Sensation dieser Deutschen Meisterschaften folgte in der KK-Staffel der Damen I. Als gute Juniorinnen-Staffel aufgestellt, sollte die Staffel mit Laura-Marie Wehrum, Lilith Grupe (beide aus Laubach) und Katharina Käthner vom SV Altengronau versuchen, den Juniorinnen-Titel zu holen. Da aber mit vier Staffeln in dieser Klasse zu wenige Meldungen vorlagen, wurden sie hochgestuft in die Damenklasse. Das änderte offensichtlich nichts an den Ambitionen der drei jungen Damen: Startläuferin Laura-Marie Wehrum zeigte ein sehr starkes Rennen ohne Strafrunden und übergab zeitgleich mit Bayern I in Führung liegend an Lilith Grupe. Lilith Grupe hatte leichte Probleme mit dem Liegendschießen, die ihr zwei Strafrunden einbrachten, was sie aber beim Stehendschießen mit einer tadellosen Schießleistung wieder gut machte. Zusammen mit einer starken Laufleistung bedeutete das Rang zwei nach zwei Läuferinnen, knapp hinter Bayern II. Katharina Käthner als Schlussläuferin ließ sich vom möglichen Titel in keiner Weise beeindrucken und zeigte die schnellsten Schießeinlagen des gesamten Wettkampfs und benötigte nicht einen Nachlader für die zehn Scheiben. Damit ging sie als Führende in ihre Schlussrunde, auf der sie alles aus ihrem Körper herausholen musste, da hinten Bayern II und vor allen Dingen Judith Wagner aus Baden-Württemberg ebenfalls noch den Titel holen wollten. Aber Katharina Käthner lief das Rennen ihres Lebens und distanzierte die bayerische Staffel um zehn und die Württembergische um 19 Sekunden. Damit gewannen Laura-Marie Wehrum und Lilith Grupe für das Laubacher Sommerbiathlonteam erneut einen deutschen Meistertitel.

Der hessische Schützenverband war bei dieser deutschen Meisterschaft der erfolgreichste Landesverband, der SV 1874 Laubach der erfolgreichste Verein und Andreas Tempelfeld der erfolgreichste Athlet.

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