22. August 2018, 22:31 Uhr

An Kiel führt kein Weg vorbei

Mit drei Punktspielen wird am heutigen Donnerstag die 53. Saison in der Handball- Bundesliga eröffnet. Als Titelfavoriten werden die üblichen Verdächtigen gehandelt: Am häufigsten wird der THW Kiel genannt. Fragen und Antworten zur neuen Saison.
22. August 2018, 22:31 Uhr
Hendrik Pekelers Wechsel von den Rhein Neckar Löwen zum THW Kiel gilt als Königstransfer der Handball-Bundesliga, da der Neuzugang den Norddeutschen neben seinen offensiven Qualitäten auch zu noch mehr Stabilität in der Abwehr verhelfen wird. (Foto: dpa)

? Wer ist denn der heißeste Anwärter auf den Titel?

Die meisten Vorschusslorbeeren bekommt der THW Kiel. Was nicht nur daran liegt, dass der Rekordmeister mit etwa elf Millionen Euro den höchster Etat aller Erstligisten hat. Der Kader ist hervorragend zusammengestellt, und die Kieler haben diesmal nicht die Belastung aus der Champions League, weil sie sich nur für den EHF-Cup qualifiziert haben. An Kiel und Routinier Steffen Weinhold führt kein Weg vorbei. Zudem ist es die Abschiedssaison des langjährigen Erfolgstrainers Alfred Gislason. Im kommenden Jahr löst ihn sein neuer Assistenzcoach Filip Jicha ab. Nach drei Jahren ohne Meistertitel »weiß Alfred, dass er liefern muss – und er wird liefern«, sagt sein Erlanger Kollege Adalsteinn Eyjolfsson, »und ich kenne ihn schon sehr lange.« Der frühere Hüttenberger Trainer Eyjolfsson ist wie Gislason Isländer.

? Welchen Mannschaften ist ebenfalls die Meisterschaft zuzutrauen?

Von Natur aus geht der Meister als Titelkandidat in die neue Saison. Bei der SG Flensburg-Handewitt um Trainer Maik Machulla gab es aber einen Umbruch. Sechs Abgänge haben die Nordlichter zu verkraften – in Kreisläufer Henrik Toft Hansen, Spielmacher Thomas Mogensen und vor allem Torwart Mattias Andersson fehlt dem Meister eine wichtige Achse. Kein Wunder also, dass die SG ihre Ziele eher defensiv formuliert. Neben Kiel und Flensburg darf ein Team nicht fehlen: die Rhein-Neckar Löwen. »Ich habe die Löwen ganz oben auf der Rechnung. Denn ich bin mir sicher, dass sie große Revanchegelüste hegen«, sagt Lasse Mikkelsen, der dänische Spielmacher der MT Melsungen. 2016 und 2017 feierten die Mannheimer die Meisterschaft. In dieser Saison soll der dritte Streich folgen.

? Gibt es Teams, die in die Phalanx der großen Drei einbrechen können?

Auf jeden Fall. Berlin hat es vorgemacht. Nach dem dritten Platz in der Vorsaison starten die Füchse nun mit breiter Brust. Allerdings müssen die Hauptstädter zu Beginn erst mal die Ausfälle von drei Rückraumspielern verkraften. Die Hoffnungen ruhen auf den Eigengewächsen Paul Drux und Fabian Wiede. Auch der SC Magdeburg hat mit zuletzt zwei vierten Rängen aufhorchen lassen. Das Team von Trainer Bennet Wiegert will seinen Platz im Vorderfeld behaupten. Die obere Region der Tabelle peilt zudem die MT Melsungen an. Wenn die Mannschaft die Ideen des Trainers Heiko Grimm umsetzt, wenn die Neuzugänge einschlagen, und wenn Julius Kühn erneut als Tormaschine auftrumpft, ist den Nordhessen einiges zuzutrauen. Wichtige Voraussetzung ist mehr Konstanz.

? Welche spektakulären Transfers gab es vor dieser Serie?

Besondere Beachtung fand der Wechsel von Hendrik Pekeler von den Löwen nach Kiel. Nun bietet der THW in der Abwehr den Innenblock der Nationalmannschaft auf: Pekeler und Patrick Wiencek. Andererseits holten die Mannheimer zwei EM-Helden von 2016: Steffen Fäth aus Berlin und Jannik Kohlbacher aus Wetzlar. Aber die Konkurrenz hat nicht geschlafen und sich verstärkt im Ausland bedient. Die Berliner haben etwa Wael Jallouz vom FC Barcelona und den Dänen Jacob Holm geholt. Melsungen verstärkte sich mit dem kroatischen Nationalspieler und Spielmacher Domagoj Pavlovic. In Magdeburg setzen sie große Erwartungen in den Schweden Albin Lagergren.

? Müssen sich die Fans wieder auf Spiele am Sonntagmittag einstellen?

Ja und nein. Um 12.30 Uhr werden keine Partien mehr angepfiffen. Dieser Spieltermin hatte bei vielen Zuschauern Unmut ausgelöst. Etliche Erstligisten bekamen selbst zu vermeintlichen Schlagerspielen ihre Hallen zu dieser Uhrzeit nicht voll. Künftig finden die meisten Begegnungen ab 16 Uhr statt. Allerdings wird das Topspiel, das bisher um 15 Uhr begann, ab 13.30 Uhr ausgetragen. Ein Ausweichtermin ist Samstag, 20.30 Uhr.

? Wo werden die Partien der Bundesliga gezeigt?

Wie im Vorjahr hält Sky die Übertragungsrechte. Der Bezahlsender strahlt alle Begegnungen live aus. Zudem – und das ist neu – gibt es nicht nur am Sonntag, sondern auch am Donnerstag eine Konferenzschaltung. Erlesen ist nach wie vor der Kreis der Experten, die für Sky die Partien analysieren: von Stefen Kretzschmar über Heiner Brand bis hin zu Martin Schwalb. Zwei bis drei Spiele wird es auch in der ARD zu sehen geben – wie das Derby am 8. September (18.10 Uhr) zwischen Flensburg und Kiel.

? Welche Begegnungen stehen am ersten Spieltag auf dem Programm?

Donnerstag, 23. August: FA Göppingen – Füchse Berlin, MT Melsungen – SC Magdeburg, SC DHfK Leipzig – TVB 1898 Stuttgart. – Samstag, 25. August: TSV GWD Minden – SG Flensburg-Handewitt. – Sonntag, 26. August: Rhein-Neckar Löwen – TBV Lemgo Lippe, HSG Wetzlar – SG BBM Bietigheim (16 Uhr), VfL Gummersbach – TSV Hannover-Burgdorf, Bergischer HC – Die Eulen Ludwigshafen.

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