27. Mai 2018, 21:31 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Abstieg fast besiegelt

Nach dem 22:23 gegen den VfL Gummersbach stehen die Chancen des TV Hüttenberg auf den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga vor dem letzten Spieltag bei den Füchsen Berlin bei 1:99.
27. Mai 2018, 21:31 Uhr
Wieder mit einem Tor verloren: Das Bangen um Moritz Zörb (15) und den TV 05/07 Hüttenberg geht bis zum letzten Spieltag der Handball-Bundesliga weiter. Die Chancen auf den Ligaerhalt stehen allerdings nur noch bei 1:99 stehen. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Der TV 05/07 Hüttenberg hat das »Abstiegsendspiel« gegen den VfL Gummersbach denkbar knapp mit 22:23 (10:11) verloren. Während der vor dem Spiel nur einen Punkt besser platzierte Altmeister, zudem Bundesliga-Gründungsmitglied, damit am vorletzten Spieltag nach zuvor sieben punktlosen Spielen den Klassenerhalt feierte, muss der TVH am letzten Spieltag bei den Füchsen in Berlin eine Sensation vollbringen, um vielleicht noch auf den letzten Drücker dem Abstieg zu entgehen.

Entsprechend erleichtert war VfL-Sportdirektor Christoph Schindler, in der letzten Saison noch Mannschaftskapitän: »Ich kann gar nicht sagen, wie schwer die Steine sind, die uns von den Schulter fallen. Es geht nicht nur um dieses Spiel, es hängen auch Existenzen im Verein daran.«

Hüttenbergs Trainer Emir Kurtagic haderte indes mit der vergebenen Chance, gegen einen angeschlagenen Gegner die möglicherweise den Klassenerhalt bedeutenden Punkte eingefahren zu haben. »Wir haben zu viele Fehler gemacht. Das fängt mit dem ersten Ballgewinn an, den wir sofort wegwerfen, geht über das unnötige Stürmerfoul von Moritz Lambrecht im Tempogegenstoß bis hin zu Abspielfehlern, als wir 17:15 vorne liegen. Und anstatt – wie angesagt – vor der Pause in Unterzahl die Uhr runter zu spielen, verliert Tomáš Sklenák den Ball und wir gehen mit -1 die Kabine.« Auch TVH-Geschäftsführer Lothar Weber sah das Problem im Angriff. »Wenn man 22 Tore wirft, muss man nicht unbedingt gewinnen. Zumal wir heute auf Halbrechts keine Leistung hatten«, sprach er deutlich an, dass Ragnar Jóhannsson keinen guten Tag erwischt hatte.

Die Osthalle war ausverkauft. Der Rahmen stimmte und die TVH-Fans, die sich erstmals eine Choreografie hatten einfallen lassen, gaben wirklich alles. Die Bedeutung des Spieles war beiden Seiten anzumerken, so dass sich eine ausgeglichene, trotz der Bedeutung des Spieles aber faire Partie unter der Leitung des deutschen Top-Schiedsrichtergespannes Lars Geipel und Marcus Helbig entwickelte.

Auf beiden Seiten schlichen sich aber immer wieder technische Unzulänglichkeiten ein. So nutzten die Gäste den ersten TVH-Ballverlust zum 1:0 durch den nie zu bremsenden Kreisläufer Moritz Preuss, der neben seinen fünf Toren zudem etliche Siebenmeter erarbeitete. Ein Doppelschlag von Tomáš Sklenák und Dominik Mappes innerhalb von 15 Sekunden ließ die Blau-Weiß-Roten beim 3:2 erstmals in Führung gehen (6.). Bis zum 5:4 durch den frisch verheirateten Linksaußen Jannik Hofmann in der 13. Minute legten nun die Hausherren vor, ehe eine Torflaute Gummersbach das Spiel zum 8:5 (19.) durch erneut Preuss drehen ließ.

Hüttenberg agierte in dieser Phase wenig zielstrebig und drucklos, so dass schlechte Wurfgelegenheiten leichte Beute von Gäste-Keeper Carsten Lichtlein wurden. Dennoch kam der TVH wieder zum 8:9-Anschluss nach einer der vielen starken Situationen vom überragenden Dominik Mappes im seinem letzten Heimspiel für seinen Heimatverein. Mappes zog zudem noch eine Zeitstrafe gegen den VfL, so dass Jóhannsson mit seinem einzigen Tagestreffer ausgleichen konnte, nachdem Fabian Schomburg einen Siebenmeter von Eirik Köpp entschärft hatte. Dennoch gingen die Gäste mit einer 11:10-Führung in die Pause, da Marvin Sommer den Pass von Tomas Sklenak abfing und verwertete.

Aus den Kabinen kam der TVH gestärkt und legte erst einmal immer wieder vor. Als in der 43. Minute Dominik Mappes per Kempatrick ein Zuspiel von Daniel Wernig zum 16:15 verwandelte und Wernig selber von Rechtsaußen zum 17:15 nachlegte, war die Chance da, sich vom VfL abzusetzen. Zumal Kapitän Matthias Ritschel in seinem ebenfalls letztem Heimspiel den Strafwurf von Florian von Gruchalla entschärfte.

Das Momentum schien beim TVH zu sein, der danach aber bei Abspielfehlern von Jóhannsson und Mappes Nerven zeigte und so die Gäste wieder ins Spiel brachte. Beim 18:17 durch Stanislav Zhukov hatte sich Gummersbach elf Minuten vor dem Ende sich die Führung zurückgeholt.

Nun wurde es ein absoluter Nerven-Thriller, in dem Dominik Mappes in der 52. Minute mit seinem achten Tagestreffer den Ball willensstark im Gummersbacher Gehäuse unterbrachte. Doch Gummersbach behielt dieses Mal, nicht wie noch vor Wochenfrist im Heimspiel gegen den mitgefährdeten TuS N-Lübbecke, als man eine 21:19-Führung noch aus der Hand gab, die Nerven und legte weiter vor. Auch da beim TVH in der Schlussviertelstunde die Torhüterleistung fehlte. So reichten die Tore von Kreisläufer Mario Fernandes, der in Überzahl endlich einmal schön frei gespielt wurde, Daniel Wernig im Nachwurf seines Siebenmeters, und erneut Wernig von Rechtsaußen nicht zum Happy-End. Denn Gäste-Rechtsaußen Tobias Schröter verwandelte genau eine Minute vor dem Abpfiff schnörkellos und der VfL verteidigte diesen knappen 23:22-Vorsprung mit Engagement und ließ den TVH zu keinem Abschluss mehr kommen.

»Es war heute so einfach, wenn wir weniger Fehler gemacht hätten«, war Emir Kurtagic nach dem Schlusspfiff angefressen. »Verdient, nicht verdient, spielt keine Rolle. Gummersbach hat die zwei Punkte. Wir haben zwar viele Sachen gut gemacht, aber nicht genug, um die Punkte zu holen. Wir müssen nun nachsitzen und hoffen, dass wir es schaffen«, war sein Blick aber schnell wieder nach vorne gerichtet. Auf den letzten Spieltag, wo man bei den Füchsen Berlin die schwerste Aufgabe der nun nur noch drei Abstiegskandidaten vor der Brust hat. Von denen sich aber auch noch einer am nächsten Sonntag retten wird.

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