29. Dezember 2018, 12:00 Uhr

Gießen 46ers

46ers-Trainer Freyer erwartet in Ludwigsburg ein verdammt hartes Spiel

Bryants Ausfall kompensiert, bis in die Schlusssekunden mitgehalten – aber verloren. Die Gießen 46ers haben in Berlin viel richtig gemacht. Die Negativserie soll am Sonntag in Ludwigsburg reißen.
29. Dezember 2018, 12:00 Uhr
Ob Trainer Ingo Freyer (r.) seinen an der Achillessehne verletzten Center John Bryant am Sonntag in Ludwigsburg einsetzen kann, entscheidet sich kurzfrstig. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Gießens Cheftrainer Ingo Freyer war selbst ein wenig überrascht, wie gut sein Team den kurzfristigen Ausfall von Kapitän John Bryant beim Rangzweiten in Berlin wegsteckte – immerhin ist der 2,11-m-Koloss der beste Scorer und der beste Rebounder der Basketball-Bundesliga. Der Kapitän hat sich eine Reizung in der Achillessehne zugezogen und muss nun von Tag zu Tag schauen, ob ein Einsatz am Sonntag um 18 Uhr bei den Riesen in Ludwigsburg möglich ist.

Status Quo: Die 46ers nehmen mit 12:12 Zählern den neunten Platz im 18er-Feld ein – punktgleich mit den Basketball Löwen aus Braunschweig. Somit sind die Lahnstädter erstmals in der Saison aus den Playoff-Plätzen gerutscht. Ihr Gastgeber Ludwigsburg weist auf Rang sieben zwei Minuspunkte weniger auf. Das wird also ein heißer Tanz in der MHP-Arena, die 4500 Zuschauer fasst. Erfreulich ist, dass die Gießener in Berlin beim 96:108 ohne Bryant schnell zu ihrem Spiel gefunden haben und dass sie dabei bewiesen haben, dass sie auch ohne ihn mit den Topteams der BBL mithalten können. Vor allem die an den Tag gelegte Intensität, die man bei Alba benötigt, um überhaupt eine Gewinnchance zu haben, imponierte Coach Freyer. Für sein Team stand direkt nach der Partie die Heimfahrt an. Am Freitag wurde normal trainiert, und am Samstag geht es nach Ludwigsburg, wo erneut der übliche Ablauf vor Auswärtsspielen mit einem normalen Training und einer Wurfeinheit am Spieltag ansteht.

Der Gegner: Die Riesen sind bekannt für ihre aggressive Spielweise – in der Abwehr wie im Angriff. Sie sind mit 40 Rebounds im Schnitt das beste BBL-Team in dieser Kategorie. Typisch für Trainer John Patrick, der das forciert. Das Team hatte am Anfang der Saison Probleme, fing sich aber immer mehr und verzeichnete zuletzt drei Siege in Serie. Am Donnerstag sah das Patrick-Team in Jena lange Zeit wie der Verlierer aus, legte dann aber sechs Minuten vor dem Ende einen furiosen 19:3-Endspurt hin, der mit einem Drei-Punkt-Buzzerbeater von Kelan Martin die Verlängerung brachte, aus der die Ludwigsburger dann mit viel Glück als 91:89-Gewinner hervorgingen. Die Riesen müssen zurzeit auf Smallforward Malcolm Hill, Guard Konstantin Klein und Shootingguard Karim Jallow verzichten, was sich bei der Doppelbelastung BBL und Champions League bemerkbar macht. Erst kürzlich verpflichteten sie den mit einem Kurzvertrag in Berlin ausgestatteten Center Clint Chapman, der nun bei den Baden-Württembergern im Schnitt über zehn Punkte auflegt und sich fünf Rebounds pro Spiel fischt.

Die Schlüsselspieler: Er zählt zu den kleinsten Spielern in der Bundesliga, spielt aber groß auf: Jordon Crawford. Der 1,68-m-Mann ist das Herz der Ludwigsburger und führt Regie auf der Position eins. Der 28-jährige US-Amerikaner ist quirlig, hat ein gutes Auge für seine Mitspieler und kann werfen. In knapp 35 Minuten Spielzeit kommt er auf mehr als elf Punkte und 7,5 Assists im Schnitt. Den aus Skopje zu den Riesen gewechselten »Basketball-Zwerg« hatte Freyer auch vor der Saison im Visier, aber eine Verpflichtung sei nicht machbar gewesen, so der 46ers-Trainer. Topscorer bei den Barockstädtern ist der 1,83 m große Shootingguard Lamont Jones (15.0 PpS). Ein nicht zu unterschätzender Akteur ist zudem Adam Waleskowski. Der 36-jährige Powerforward ist besonders von der Dreierlinie sehr gefährlich (46,3 Prozent Trefferquote).

Das Lazarett: Alen Pjanic schlägt sich seit Donnerstag mit einer Rippenverletzung herum, die er sich beim Hechtsprung nach dem Ball zugezogen hat. Freyer hätte ihn in Berlin gerne noch in der zweiten Halbzeit gebracht, aber das Gießener Eigengewächs hatte zu starke Schmerzen. Nichts Neues gibt es indes bei Bryant. Ob der an einer Reizung in der Achillessehne leidende 31-jährige Center spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. Nicht auflaufen wird dagegen Max Montana. Er laboriert an seinem Außenbandriss. Wann er wieder einsatzfähig ist, steht noch nicht genau fest.

Das sagt 46ers-Trainer Freyer: Wir müssen schauen, ob John spielen kann. Die Ludwigsburger sind auf den großen Positionen mit Chapman, Owen Klassen und Waleskowski gut bestückt. Dazu spielen sie die bissige Art von Basketball, die John Patrick immer spielen lässt. Aber mit der Intensität, die wir in Berlin gezeigt haben, sind wir auf einem guten Weg. Es wird aber ein verdammt hartes und enges Spiel in Ludwigsburg.

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