28. August 2018, 20:43 Uhr

35 000 Euro für regionale Vereine

Sie strahlen nun bronzefarben in den Vitrinen der hiesigen Vereinsheime. Die Volksbank Mittelhessen verteilte die Sterne des Sports. Mehr als 90 Vereine hatten sich bei dem Förderwettbewerb um eine Auszeichnung beworben. Insgesamt schüttete die Bank 35 000 Euro für die regionalen Sportvereine aus. Der Verantwortliche des Siegerclubs aus Rockenberg war sichtlich überrascht.
28. August 2018, 20:43 Uhr
Die Gewinner bei Sterne des Sports 2018 (v. l.): Verena Jung, Jana Leib, Turgay Schmidt (alle FFC Pohlheim, Platz zwei), Jan Traub (RV Germania 1912 Rockenberg, Sieger), Bernhard Zirkler, Dóra Szöke, Anna Bertuleit, Julia Haitsch (alle TSG Blau-Gold Gießen, Rang drei) und Moderator Dr. Peter Hanker (Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen). (Foto: gae)

Jan Traub konnte das Glück kaum fassen. Der Fachwart Rennsport/Triathlon beim Radfahrerverein Germania 1912 Rockenberg bedankte sich für das Gewinner-Preisgeld von 3000 Euro. »Wir haben das erste Mal an diesem Wettbewerb teilgenommen – und gleich gewonnen. Das kommt natürlich reichlich überraschend«, erklärte Traub. Aufgrund eines konkreten Falles einer 30-jährigen Frau widmete sich der Verein dem Thema Blutkrebs. Der RVG Rockenberg engagiert sich seit 2012 für die Arbeit der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS).

Vom Projekt des Rockenberger Clubs »Gemeinsam sind wir stark im Kampf gegen Blutkrebs, und alle gewinnen!« war die Jury, die sich aus hiesigen Journalisten und Sportkreisvertretern zusammensetzte, vollends überzeugt. Von 120 möglichen Punkten erhielt der rund 200 Mitglieder starke Verein 109.

Einmal im Jahr richte der Verein eine öffentliche Sportveranstaltung zugunsten der DKMS aus. Dort könne man sich direkt registrieren lassen. Traub warb diesbezüglich für das diesjährige Event »Äbbelcross Duathlon«, der am 21. Oktober ausgetragen wird. Es gehe den Germania-Verantwortlichen nicht nur um die finanzielle Unterstützung. Die Startgebühr wird traditionell gespendet. Sie wollen vor allem auf das Thema Blutkrebs aufmerksam machen und zeigen, dass der Kampf gegen diese heimtückische Krankheit alle angehe.

Unter dem Applaus der rund 200 geladenen Gäste teilte Traub auf Anfrage von Dr. Peter Hanker mit, der Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen führte mit viel Esprit und Schlagfertigkeit eloquent durch das knapp zweistündige abwechslungsreiche Programm im Forum des Gießener Voba-Service-Zentrums, dass der damalig erkrankten Dame geholfen werden konnte und es ihr wieder gut gehe.

Mit viel Beifall wurde am Montagabend auch der Zweitplatzierte bedacht, der nur drei Punkte weniger als der Siegerclub aufwies. »Ein knapper Ausgang«, so Hanker, der dem FFC Pohlheim FC 1950 Grüningen symbolisch den Scheck über 2500 Euro überreichte. Natürlich war die Freude groß bei den Offiziellen um Fußball-Trainer Turgay Schmidt, der bekennender Chelsea-Fan ist. Übrigens: Hanker outete sich ebenfalls – sein Fußballherz schlägt für den FC Schalke 04. Die Pohlheimer punkteten mit dem Projekt »FFC Pohlheim – Sunny Year«, das aramäische Mädchen an den Fußballsport heranführt. Das integrative Programm umfasse neben dem fußballspezifischen Training eine Betreuung und Förderung in sozialen und schulischen Bereichen, erklärten die beiden FFC-Trainerinnen Verena Jung und Jana Leib unisono. Und Turgay fügte an, dass im Verein 18 verschiedene Nationen vereint seien und dass die Schulen als Ansprechpartner eine wichtige Funktion einnehmen.

Den dritten Platz und somit 2000 Euro sicherte sich die TSG Blau-Gold Gießen um ihren ersten Vorsitzenden Bernhard Zirkler – ebenfalls mit einem interessanten und sicherlich nicht ganz einfachen Projekt. Die TSG überzeugte das Prüfungskomitee mit einem ins Leben gerufenen Gesellschafts-Tanzkurs für Jugendliche mit Behinderung. Die TSG-Tanzlehrerin Julia Haitsch gibt seit ein paar Jahren regelmäßig Workshops an der Gießener Sophie-Scholl-Schule in Verbindung mit dem Verein »Form ohne Norm«. Dabei entstand der Wunsch, einen Gesellschafts-Tanzkurs einzurichten, was in die Tat umgesetzt wurde. Seit Anfang des Jahres können nun 16 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren, die unter anderem unter spastischen Lähmungen, Downsyndrom oder Autismus leiden, das gesellschaftliche Tanzen lernen. Haitsch erzählte von der Begeisterung der Kinder, die sich Woche für Woche auf die Tänze freuen würden.

Zuvor zog Joseph Collard vom Cirque de Soleil die Gäste in seinen Bann. Im Rahmenprogramm spielte der Meister der Pantomime mit ihnen und animierte sie zum Mitmachen. Große Augen machten die Anwesenden, als Dóra Szöke und Anna Bertuleit von der TSG Blau-Gold Gießen ihr Können beim Poledance bewiesen und Akrobatik mit Ästhetik paarten. »Keiner geht mit leeren Händen nach Hause«, sagte Dr. Hanker zum Ende der neunten Auflage der Sterne des Sports.

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