29. Juli 2018, 21:44 Uhr

Wie in den besten Zeiten

Bei der zweiten Auflage des Berliner Turniers sorgt wie im Vorjahr Christian Ahlmann für die besten deutschen Platzierungen. In den zwölf Monaten dazwischen erlebte der Springreiter auch viele schwierige Momente.
29. Juli 2018, 21:44 Uhr
Ganz starker Auftritt: Christian Ahlmann belegt im Großen Preis den zweiten Platz. (dpa)

Ein Missgeschick hat Springreiter Christian Ahlmann den erneuten Sieg beim Höhepunkt des Berliner Reitturniers gekostet. »Vor dem letzten Sprung habe ich meinen Steigbügel verloren«, berichtete er nach Platz zwei beim Großen Preis am Samstag. »Ich musste einen extra Galoppsprung machen, vielleicht hätte ich sonst gewonnen.« Enttäuscht war Ahlmann trotzdem nicht darüber, dass der Italiener Alberto Zorzi ihm mit Fair Light den Triumph wegschnappte. »Ich hatte nicht mit dem zweiten Platz gerechnet«, gab Ahlmann zu. Noch besser lief es für den 43-Jährigen aus Marl zum Abschluss des zum zweiten Mal ausgetragenen Turniers. Am Sonntag gewann er – wie bereits im Vorjahr – das Championat. Mit Ailina war Ahlmann schneller als Marcus Ehning mit Comme il faut. »Die Zuschauer haben mich fliegen lassen«, kommentierte der Sieger.

Höhepunkt des Turniers war indes der Große Preis am Vortag. Und das Stechen in der mit 300 000 Euro dotierten Prüfung war die bisher beste Leistung von Ahlmanns Hengst Clintrexo. »Ich bin super glücklich mit meinem Pferd«, sagte der Reiter. Das erst neunjährige Pferd ist eine von Ahlmanns Hoffungen auf eine bessere Zukunft. Der 43-Jährige aus Marl steckt mitten in einem Umbruch. Der Sieg vor einem Jahr bei der Turnierpremiere im Berliner Sommergarten unter dem Funkturm war der letzte Erfolg mit Codex one. Das inzwischen 16 Jahre alte Pferd konnte Ahlmann seit mehr als einem Dreivierteljahr nicht mehr einsetzen – genau wie den ebenfalls nicht fitten Epleaser. Und sein Toppferd Taloubet hat er im Januar im Alter von 18 Jahren aus dem Sport verabschiedet.

»Ich hatte drei, vier Pferde, die auf dem Niveau wie hier in Berlin gehen konnten«, erklärte Ahlmann. Jetzt habe er »eine andere Situation. Dieses Jahr habe ich viele junge und unerfahrene Pferde.« Ahlmann, viele Monate die Nummer eins der Weltrangliste, ist inzwischen auf Rang 24 zurückgefallen. Das sind keine leichten Zeiten für einen Erfolgs-Reiter wie Ahlmann, den Doppel-Europameister von 2003. »Ich sehe dieses Jahr eher als ein Ausbildungsjahr«, sagte er.

Zweitbester deutscher Reiter beim Großen Preis von Berlin war Daniel Deußer, der ein noch unbekannteres Pferd einsetzte und Fünfter wurde. Der in Belgien lebende Hesse ritt das erste Mal bei einem Fünf-Sterne-Turnier den Wallach Calisto Blue.

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