09. Juni 2017, 20:51 Uhr

Tedesco und Herrlich neue Chefs

Ein Bundesliga-Trio schafft am Freitag Klarheit auf dem Trainerposten. Leverkusen setzt in Heiko Herrlich auf einen Bekannten, Schalke in Domenico Tedesco auf einen Neuling und Hoffenheim weiter auf den Erfolgs- garanten der vergangenen Saison. Einer bleibt auf der Strecke.
09. Juni 2017, 20:51 Uhr

Heiko Herrlich heuert bei Bayer Leverkusen an, Julian Nagelsmann bleibt der TSG 1899 Hoffenheim langfristig erhalten, und Markus Weinzierl muss nach nur einem Jahr bei Schalke 04 Platz für Domenico Tedesco machen – am Freitag gab es auf den Trainerpositionen der Fußball-Bundesligisten Bewegung.

Nach einer verkorksten Saison mit Platz zwölf will Rückkehrer Herrlich die Leverkusener wieder in die gewohnten Tabellenregionen führen. »Nach oben sind keine Grenzen gesetzt«, verkündete der 45-Jährige bei seiner Vorstellung. Der frühere Bayer-Profi, der von 1989 bis 1993 für die Werkself kickte, kommt ablösefrei vom Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg und unterschrieb in Leverkusen einen Zweijahresvertrag bis 2019. Herrlich ist allerdings nur dritte Wahl, nachdem Bayer zuvor die Fühler nach anderen Kandidaten, darunter wohl der in Dortmund entlassene Thomas Tuchel, ausgestreckt hatte: »Es gab zwei Trainer, an denen wir sehr, sehr großes Interesse hatten. Das haben wir leider nicht hinbekommen aus den verschiedensten Gründen«, sagte Sportdirektor Rudi Völler. Für Herrlich, der bei seinem Trainerdebüt in der Bundesliga die Nachfolge von Tayfun Korkut antritt, ist dies kein Problem. »In den Gesprächen hatte ich das Gefühl, man will mich unbedingt haben«, berichtete er. »Ich habe das Gefühl, dass man mir absolut vertraut.«

Lob gab es von Bundestrainer Joachim Löw. »Heiko Herrlich hat beim DFB damals im U-Bereich sehr gute Arbeit geleistet. Jetzt ist er mit Jahn Regensburg aufgestiegen. Er hat eine gewisse Zeit als Trainer Erfahrung gesammelt. Ich denke, dass das sehr gut passen kann«, sagte Löw am Freitag. Davon ist man auch bei Bayer überzeugt. »Das Ziel ist ganz klar, international wieder dabei zu sein«, sagte Völler zur Vorgabe für Herrlich. Der einstige Stürmer nimmt diese Herausforderung an: »Ich möchte alles dafür tun, um etwas zurückzugeben. Wir wollen erfolgreich und begeisternd sein.«

Das gilt uneingeschränkt auch für Schalke 04, wo Weinzierl nach Platz zehn das Vertrauen entzogen wurde. Die »Königsblauen« trennten sich am Freitag von dem 42-Jährigen und statten dafür den elf Jahre jüngeren Tedesco vom Zweitligisten Erzgebirge Aue mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2019 aus. »Der gesamte Vorstand und der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 unterstützen die Entscheidung«, erklärte Sportvorstand Christian Heidel in einer Vereinsmitteilung. Gerade aus dem Familienurlaub in Florida zurückgekehrt, informierte Heidel am Vormittag den von ihm im vorigen Sommer aus Augsburg verpflichteten Weinzierl von seiner bevorstehenden Beurlaubung.

»Wir haben die gesamte Saison auf den Prüfstand gestellt, um die Basis für eine möglichst erfolgreiche kommende Saison für den FC Schalke 04 zu legen«, erklärte Heidel. »Das Ergebnis unserer Überlegungen ist, dass wir Veränderungen vornehmen müssen, um die von uns gewollte Entwicklung vorantreiben zu können.« Nun soll Tedesco die Wende zum Besseren bringen. Der 31-Jährige verfüge laut Heidel zwar noch nicht über viel Erfahrung im Profibereich, »aber er hat uns in den Gesprächen überzeugt, wie er die sportliche Zukunft bei Schalke 04 mitgestalten will.« Tedesco war zuvor als Junioren-Coach bei 1899 Hoffenheim und dem VfB Stuttgart tätig und gilt als herausragendes Trainertalent. Seine Prüfung zum Fußball-Lehrer schloss er als Jahrgangsbester mit der Note 1,0 ab. »Bei Aue hat er in der kurzen Zeit sehr gute Arbeit geleistet. Sie waren stark im Abstiegskampf und haben unter ihm sehr viele Punkte gemacht«, lobte Löw den Deutschitaliener.

Gemeinsam mit Tedesco drückte Nagelsmann die DFB-Schulbank. Der 29-Jährige startete danach in Hoffenheim durch und wurde für seine herausragende Arbeit belohnt. Die Kraichgauer verlängerten am Freitag den Vertrag mit Nagelsmann, der die TSG innerhalb von 15 Monaten vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Qualifikationsteilnehmer formte, bis 2021. Damit setzte der Dorfverein ein klares Zeichen, denn Nagelsmann war zuletzt beispielsweise schon als künftiger Bayern-Trainer gehandelt worden. Zugleich wurde der Vertrag mit Sportdirektor Alexander Rosen bis 2020 verlängert.

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