14. Mai 2017, 22:38 Uhr

Noch ein langer Weg zur WM

14. Mai 2017, 22:38 Uhr
Thomas Röhler

Nach der kurzen Nacht stand um 6 Uhr das Taxi vor dem Hotel, und auf dem Zwölfeinhalb-Stunden-Flug von Shanghai in die Heimat träumte Christoph Harting schon mal von einer deftigen Mahlzeit. »Fast drei Wochen war ich nicht mehr zu Hause. Am meisten freue ich mich auf das Essen, so ein richtiges klassisches deutsches Gericht: Eisbein, Schnitzel, Pommes«, sagte der Diskus-Olympiasieger nach seinem Saisonauftakt.

Auf den Tag genau neun Monate nach seinem olympischen Gold-Coup von Rio war der gebürtige Lausitzer mit Platz fünf und 63,47 Metern in die WM-Saison gestartet. Als Niederlage gegen starke Konkurrenz wertete der 27-Jährige das aber keineswegs. »Ich bin voll im Plan, ich bin nicht unzufrieden«, sagte der jüngere Harting-Bruder nach seinem Auftritt beim Diamond-League-Meeting in Fernost. »Ich wollte besser sein als letztes Jahr. Ziel erkannt – Ziel erfüllt.«

Vor einem Jahr war Hartings Saisonstart noch gründlich daneben gegangen: mit drei ungültigen Versuchen in Wiesbaden. Doch davon ließ sich der Diskus-Riese nicht kleinkriegen. Schon sechs Tage später gewann Harting bei den Halleschen Werfertagen, drei Monate später war er Olympiasieger. Vielleicht kein schlechtes Omen für das Jahr danach: »In diesem Sommer habe ich ja gleich drei Prüfungen: zwei an der Uni und eine bei der WM in London«, berichtete der Psychologie-Student im zweiten Semester.

Geschlagen, aber nicht geknickt – das galt am Samstag auch für den zweiten deutschen Leichtathletik-Olympiasieger von Rio de Janeiro. Thomas Röhler wurde beim hochklassigen Speerwurf-Stelldichein in Offenburg nur Vierter. Acht Tage nach seinem deutschen Rekord (93,90 Meter) in Doha kam der 25-Jährige aus Jena mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht. Der Anlauf war »leider zu kurz« für den schnellen Thüringer. »Wir mussten auf unsere Gesundheit achten, weil der frische Tartan weich und rutschig war«, sagte Röhler.

Den Sieg sicherte sich der WM-Sechste Andreas Hofmann mit 88,79 Metern. Um mehr als zweieinhalb Meter konnte der 25-Jährige aus Mannheim seine persönliche Bestleistung steigern. »Das ist ein sehr gutes Gefühl«, sagte Hofmann. »Thomas ist mit dem Anlauf und der Anlage überhaupt nicht zurechtgekommen. Doch unterm Strich: geschlagen ist geschlagen!«

Neben Christoph Harting verfehlte in Shanghai auch der Olympia-Dritte Daniel Jasinski aus Wattenscheid als Siebter mit 59,44 Metern die Norm für die WM im Sommer in London (65,00). Sieger im Fernduell der Diskusriesen wurde Martin Wierig: Beim Werfercup in Wiesbaden schleuderte der Magdeburger die Zwei-Kilo-Scheibe 65,56 Meter weit. Nach Röhler und Johannes Vetter (beide in Doha) haben in Offenburg noch zwei Speerwerfer die WM-Norm (83,00 Meter) abgehakt: Andreas Hofmann (88,79) und der Dresdner Lars Hamann (86,71).

Für die überragende Leistung des Wochenendes sorgte ein Weitspringer aus Südafrika: Der Olympia-Zweite Luvo Manyonga triumphierte in Shanghai mit 8,61 Metern – und kündigte als Saisonziel schon 8,80 Meter an.

Bereits ihren 44. nationalen Meistertitel sicherte sich die unverwüstliche Dauerläuferin Sabrina Mockenhaupt. Die 36-Jährige gewann am Samstag in Bautzen das 10 000-m-Rennen in 33:08,42 Minuten, verfehlte die WM-Norm allerdings deutlich.

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