03. August 2018, 23:33 Uhr

»Ganz anderer Fußball als in Spanien«

03. August 2018, 23:33 Uhr
Lucas Torró

Eintracht Frankfurt


Lucas Torró ist einer der Zugänge von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt. Im Trainingslager spricht er unter anderem über seine Stärken und seine Erwartungen. In diesem Sommer ist Torró für 3,5 Millionen Euro nach Frankfurt gewechselt, zuletzt war er vom Champions-League-Sieger Real Madrid an den spanischen Zweitligisten CA Osasuna ausgeliehen und dort Stammspieler. Zum Abschluss des Südtirol-Aufenthaltes trifft Torró mit seinen Kollegen heute (16 Uhr) auf den italienischen Erstligisten Spal Ferrara.

Herr Torró, nach dem 0:2 am Mittwoch im Testspiel gegen den FC Empoli, war Trainer Adi Hütter da sauer?

Torró: Nein, nein. Diese Spiele sind dazu da, dass wir Konzepte umsetzen, an denen wir im Training arbeiten. Unsere Umsetzung ist zwar sicher noch verbesserungsfähig, aber das geht nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht. Wir arbeiten daran, es bald besser zu machen, und lernen Schritt für Schritt dazu. Der Trainer war nicht richtig verärgert, aber auch nicht komplett zufrieden.

Wie weit sind Sie denn in Ihrem persönlichen Anpassungsprozess?

Torró: Noch nicht am Ende, ich brauche schon noch einen Moment, um mich an den Fußball bei der Eintracht und in Deutschland zu gewöhnen. Ich muss Selbstvertrauen gewinnen und mich natürlich auch körperlich auf ein höheres Niveau bringen.

Inwiefern wussten Sie, was im deutschen Fußball auf Sie zukommt?

Torró: Ich habe mich erkundigt und auch Spiele angeschaut. Es stimmt auf jeden Fall, dass es hier viel intensiver, viel schneller zur Sache geht. Die Spielzüge sind kürzer. Das ist ein ganz anderer Fußball als in Spanien. Deswegen muss ich mich dem anpassen, mich umstellen. Das wird eine Zeit brauchen, aber ich arbeite daran, dass diese Zeit möglichst kurz wird.

Sie spielen ziemlich körperbetont. Das müsste doch zur Bundesliga passen, oder?

Torró: Ja, ich vertraue darauf, dass ich meine Leistung bringen werde. Ich habe das Selbstvertrauen, dass das klappen wird.

Was erwartet Trainer Hütter auf der so wichtigen Position im defensiven Mittelfeld von Ihnen? Nur Verteidigen oder auch Angreifen?

Torró: Ich denke, er will beides sehen. Aber natürlich bin ich relativ positionsgebunden und laufe nicht das komplette Spielfeld ab, sondern versuche stattdessen, der Mannschaft eine Balance zu geben. Ich muss vor allem noch mehr Vertrauen mit dem Ball am Fuß gewinnen, um die entsprechenden Spielzüge einleiten zu können. Es ist eine sehr wichtige Position, um das Spiel zu lenken.

Ein Blick zurück: Sie sind der Jüngste von sieben Geschwistern. Welche Rolle spielte der Fußball in Ihrer Kindheit?

Torró: Ich habe immer mit meinem besten Freund auf der Straße gespielt, der Fußball hat uns beide zusammengebracht. Wir hatten Spaß daran, immer einen Ball am Fuß zu haben. Auch meine Geschwister haben ein bisschen gekickt, allerdings nur auf einem unterklassigen Niveau.

Hatten Sie schon damals, mit Ihrem Freund auf der Straße, den Wunsch, Profi werden zu wollen?

Torró: Nein, es war nicht so, dass ich diesen Traum schon als Kind hegte. Das kam nach und nach, etappenweise. Als mich dann Real Madrid für den Juniorenbereich unter Vertrag genommen hat, da war der Traum vom Profifußball natürlich vorhanden.

Sie waren damals 18 Jahre alt. Wie schwer fällt es, nicht abzuheben, wenn man bei solch einem großen Klub spielt?

Torró: Ich habe das Glück, dass mich meine Eltern dahingehend erzogen haben, immer weiterzumachen. Als ich zu Real gewechselt bin, habe ich mich nicht verändert. Ich bin immer ich geblieben. Meine Absicht war es, Tag für Tag meiner Arbeit nachzugehen, um mich zu verbessern. Für Real Madrid zu spielen, einen der besten Vereine der Welt, bedeutet, möglichst immer sein höchstes Niveau zu bringen. Daher macht es Sinn, nicht abzuheben, sondern immer hart an sich zu arbeiten und mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben.

Sie haben für fünf Jahre bei der Eintracht unterschrieben. Was war der entscheidende Grund, aus Osasuna, dorthin waren Sie ausgeliehen, nach Frankfurt zu wechseln?

Torró: Die Eintracht ist ein Verein, der mit dem Pokalsieg eine Riesensaison hinter sich hat und nun auch in der Europa League vertreten ist – das hat dem Klub zusätzliches Prestige verliehen. Die Eintracht war für mich die beste Option, um mich weiterzuentwickeln. Nun will ich möglichst viele Spiele in der Bundesliga absolvieren.

War es Ihnen auch wichtig, endlich einen festen Klub zu haben und nicht mehr Jahr für Jahr von Real zu anderen Vereinen verliehen zu werden?

Torró: Das stimmt, jetzt habe ich nicht mehr das Gefühl, bald wieder weg zu sein. Der Vertrag bei der Eintracht ist langfristig angelegt, ich habe nun auch das Gefühl, dass mir ein bisschen Zeit gegeben wird. Ich kann in Ruhe arbeiten, das schafft Vertrauen. (Foto: dpa)

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